Luzerner Gewerbeverband ist entrüstet über Bundesrat

Die Lockerungen der Corona-Massnahmen seien «ein Schlag ins Gesicht» für kleine Betriebe, findet der KGL. Er fordert den Bundesrat auf, die Lockerungen auszuweiten.

Merken
Drucken
Teilen

(jon) In einem offenen Brief richtet sich der Luzerner KMU- und Gewerbeverband (KGL) an den Gesamtbundesrat. Grund: Die am Mittwoch verkündeten Lockerungen der Corona-Massnahmen seien für den KMU-Detailhandel «inakzeptabel».

Zwar begrüsse man die schrittweise Öffnung des Handels. Allerdings würden sie zu einer «eklatanten Ungleichbehandlung» innerhalb des Detailhandels führen. Während Grossverteiler wie Migros und Coop ab 27. April wieder ihr ganzes Sortiment – auch im Non-Food-Bereich – verkaufen dürfen, müssen kleinere Betriebe im Detailhandel weiterhin geschlossen bleiben.

Im Brief nimmt der 9300 Mitglieder starke KGL kein Blatt vor den Mund: «Diese staatlich verordnete Bevorteilung der Grossverteiler und die krasse Benachteiligung der KMU ist alles andere als gesundheitspolitisch geboten. Sie ist vielmehr absolut willkürlich.»

Verband fordert gleich lange Spiesse

Der KGL fordert vom Bundesrat, auf seinen Entscheid «unverzüglich» zurückzukommen. Konkret: Auch dem KMU-Detailhandel soll erlaubt werden, die Betriebe zu öffnen – «selbstverständlich unter Einhaltung der gesundheitspolitischen Vorgaben».

Grund für die Forderung dürfte nicht zuletzt die KGL-Umfrage über die Hilfsmassnahmen des Bundes sein, an der 2020 Luzerner Betriebe teilgenommen haben. Die Haupterkenntnis damals: Die am stärksten Betroffenen seien Kleinstunternehmen.