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Luzerner Gletschergarten beginnt mit Sprengungen für neuen Felsrundgang

Der Startschuss für die Ausbrucharbeiten im Luzerner Museum ist gefallen. Mit zwei Sprengungen pro Tag geht das Projekt «Fels» voran. Ziel ist es, mit dem neuen Rundgang pro Jahr 30 000 Besucher mehr anzulocken.
Sandra Monika Ziegler
Der Anschlags-Knall für den geplanten Fels-Rundgang beim Gletschergarten. (Bild: Keystone/Alexandra Wey (Luzern 3. September 2018))

Der Anschlags-Knall für den geplanten Fels-Rundgang beim Gletschergarten. (Bild: Keystone/Alexandra Wey (Luzern 3. September 2018))

Eines vorweg: Der Gletschergarten bleibt auch während der Bauarbeiten offen. Am Montag erfolgte der Startschuss zum Bau des Felsrundganges. Mit Schall und Rauch, der Heiligen Barbara und 200 geladenen Gästen wurde der Anschlag gefeiert.

Während es bei anderen Projekten zum Spatenstich kommt, ist das bei Felsarbeiten der Anschlag. Denn, so Andreas Burri, Direktor des Gletschergartens: «Mit einem Spaten kämen wir bei solch harten Luzerner Gestein nicht weit. Unser Ziel ist es aber, in 40 Monaten die Arbeiten beendet zu haben.» Burri blickte auch zurück und erzählte, wie einst auf dem Stanserhorn vor gut zehn Jahren die Strategiediskussion begonnen habe. Deshalb freue er sich besonders, dass jetzt die Umsetzung beginnt.

Für Schall und Rauch sorgten Corinne Fischer, Präsidentin Stiftung Gletschergarten, und der Schüler Fabio Califano. (Bild: Sandra Monika Ziegler)

Für Schall und Rauch sorgten Corinne Fischer, Präsidentin Stiftung Gletschergarten, und der Schüler Fabio Califano. (Bild: Sandra Monika Ziegler)

Barbara aus Einsiedeln wacht über die Arbeiten

Bei jedem Tunnelportal wacht die Heilige Barbara. Sie ist die Schutzheilige der Berg- und Feuerwehrleute. Mit einer ökumenischen Feier wurde eine Barbara-Statue im Felsen vor dem geplanten Felsrundgang platziert. Eva Brandin, Pfarrerin der Matthäuskirche, und Claudia Nuber, Pastoralassistentin St. Leodegar Luzern, weihten sie in einem ökumenischen Festakt ein.

Die Statue selbst ist ein Geschenk von Gletschergarten-Stiftungsmitglied Franz Schenker: «Als Geologe habe ich besonderes Interesse an dieser Bauarbeit. Ich habe drei Barbara-Statuen, die schönste habe ich jetzt für den geplanten Felsrundgang gegeben. Sie stammt übrigens aus einem Devotionalienladen aus Einsiedeln.» Ihr Platz an der Wand zum geplanten Felsrundgang ist aber erst provisorisch. Später wird sie am Eingangsportal montiert.

«Anschlagfeier» für das Projekt Fels im Gletschergarten in Luzern. Die Bauarbeiten dauern bis 2021. Das gesamte Erneuerungsprojekt kostet 20 Millionen Franken. (Bild: Alexandra Wey / Keystone (Luzern, 3. September 2018))
Blick in den Luzerner Sandstein. (Bild: Alexandra Wey / Keystone (Luzern, 3. September 2018))
Die heilige Barbara, die Patronin der Tunnelbauer. (Bild: Alexandra Wey / Keystone (Luzern, 3. September 2018))
Corinne Fischer, Präsidentin der Stiftung Gletschergarten Luzern und Fabio Califano, Schüler der 6. Klasse in Littau, nimmt die Sprengung vor. (Bild: Ingo Hoehn (Luzern, 3. September 2018))
Andreas Burri, Direktor des Gletschergarten, spricht vor rund 200 Gästen. «Mit dem Baustart startet der Gletschergarten in eine neue Zeitrechnung. Unser Museum, das Spiegellabyrinth und der Aussenraum mit dem nationalen Naturdenkmal sowie der historischen Parkanlage wachsen zu einem Gesamterlebnis zusammen. Das verbindende Element wird die Zeit sein; ihre Spuren und unser Umgang mit ihr». (Bild: Ingo Hoehn (Luzern, 3. September 2018))
Regierungsrat Reto Wyss betonte die Wichtigkeit des Gletschergartens für den Kulturkanton Luzern. Seit jeher sei der Gletschergarten beliebtes Ausflugsziel für Generationen von Schulklassen und Familien und bilde mit seinen Inhalten im Naturpark und Museum eine wertvolle Oase, um über uns Menschen im Lichte von vergangenen Jahrmillionen nachzudenken. (Bild: Ingo Hoehn (Luzern, 3. September 2018))
Schüler aus Rothenburg und der Stadt Luzern bei der Anschlagfeier. (Bild: Ingo Hoehn (Luzern, 3. September 2018))
Hier wird der Felsrundgang entstehen: Der stillgelegte Steinbruch im Wesemlinrain. (Bild: PD)
So könnte der Felsrundgang künftig aussehen (Visualisierung: PD)
Visualisierung des geplanten Projekts (Bild: PD)
10 Bilder

Felsrundgang im Gletschergarten führt in den Luzerner Sandstein

Der Gletschergarten ist ein nationales Naturdenkmal. Dementsprechend gross ist das Interesse. Zu den geladenen Gästen gehörten Behördenvertreter der Nachbargemeinden, Gönner und Schulklassen aus Rothenburg und Littau. Regierungsrat Reto Wyss (CVP) bezeichnete den Gletschergarten aus Sicht eines ehemaligen Bauingenieurs als «sehr interessant». Wyss strich auch die kulturelle Bedeutung hervor. Denn über 100 000 Besucher pro Jahr könnten schweizweit nicht viele Museen verzeichnen. Nach dem Ausbau sollen es noch 30 000 mehr sein, so das Ziel der Verantwortlichen.

«Ein Museum im Berg ist schneller realisiert als ein Parkhaus», sagt Stadtrat Martin Merki

Für Stadtrat Martin Merki (FDP) sind die geplanten Erneuerungen ein «tolles Zukunftsprojekt, das dem Gletschergarten ein neues Image geben wird». Früher, so Merki, sei er als Kind hier oft gewesen, es sei eine alternative zum Verkehrshaus. Heute komme er mit seinen Kindern. Merki sieht den Gletschergarten als Kunstmuseum, besonders in Bezug auf die Themenausstellungen wie etwa die der Eisblumen. Zu guter Letzt merkt er an: «Ein Museum im Berg ist schneller realisiert als ein Parkhaus.»

Den ersten Knall haben Corinne Fischer, Präsidentin Stiftung Gletschergarten, zusammen mit Schüler Fabio Califano ausgelost. Er wurde durch ein Los aus 26 sprengwilligen Kindern bestimmt. Ab heute wird dann zweimal täglich gesprengt. Die Explosionen werden durch den Klang der Sprenghörner angekündigt.

Video: Tele 1

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