Luzerner Heim setzt auf Plüschroboter

Im Betagtenzentrum Rosenberg in der Stadt Luzern soll bald eine 5000 Franken teure Hightech-Roboter-Robbe die Bewohner animieren. Eine Premiere in der Schweiz.

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Wenn man über ihr weiches Plüschfell streichelt, fiept sie. Dann blinzelt sie mit ihren herzigen Knopfaugen und wedelt freudig mit dem Schwanz. Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass es sich um eine echte kleine Baby-Robbe handelt. Doch in Wirklichkeit steckt in der Therapie-Robbe mit dem Namen «Paro» modernste Hightech.

Die Robbe reagiert mit hochsensiblen Sensoren auf Berührungen und gibt dementsprechend Feedback. Eine solche Robbe will sich das Betagtenzentrum Rosenberg in der Stadt Luzern nun auf das kommende Jahr hin anschaffen. Es wird damit das erste Heim sein, das in der Schweiz über ein solch aussergewöhnliches «Nutztier» verfügt.

«Eine Mitarbeiterin von uns hatte diese Idee. Sie hat einen Beitrag über die Robbe im Fernsehen gesehen», sagt Cati Hürlimann, Leiterin des Betagtenzentrums. Finanziert wird die Robbe – sie kostet stolze 5000 Franken – durch die Einnahmen des diesjährigen Weihnachtsmarktes des Zentrums. Sollte alles klappen, wird «Paro» bereits Anfang des nächsten Jahres in Luzern piepen.

Auch Hürlimann hat sich übers Internet informiert, wie die Robbe bei Betagten funktioniert und sagt: «Die Wirkung ist verblüffend.» Hürlimann will «Paro» speziell bei depressiven oder demenzerkrankten Bewohnern einsetzen. Hürlimann erhofft sich, dass die Robbe dort die Patienten aufmuntert. «Sie stimuliert die Gemütslage der Betagten sichtbar.»

Gute Erfahrungen in Deutschland
Bereits seit einigen Jahren wird «Paro» im Pflege- und Therapiezentrum Maternus in Wendhausen, Deutschland, eingesetzt. «Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht», sagt Ilona Göttling, Leiterin des Pflegedienstes. «Die Robbe wirkt äussers beruhigend auf die Betagten», sagt Göttling. Hier in Meternus wird das Robo-Plüschtier praktisch ausschliesslich bei Demenzkranken und Wachkoma-Patienten eingesetzt. Gemäss Göttling reicht es jedoch nicht, die Robbe den Betagten auf den Schoss oer aufs Bett zu legen und sie dann sich selber zu überlassen. «Das Personal muss im Umgang mit der Robbe geschult werden. Sie müssen wissen, wie man Paro einzusetzen hat.»

Andreas Bättig

Den ausführlichen Artikel zu diesem Thema finden Sie in der «Zentralschweiz am Sonntag» vom 20. November 2011.