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«Luzerner helfen Luzernern»: Im Internet entsteht eine Grossfamilie

Soziale Medien bieten unkompliziert die Möglichkeit, Menschen zu organisieren. Andreas Amstein hat das genutzt und bietet mit der Facebook-Seite «Luzerner helfen Luzernern» eine Plattform für Hilfesuchende und Helfende.
Natalie Ehrenzweig
Die Gruppe Luzerner helfen Luzernern will Hilfesuchende und -bietende auf Facebook zusammenbringen. (Symbolbild: Pius Amrein)

Die Gruppe Luzerner helfen Luzernern will Hilfesuchende und -bietende auf Facebook zusammenbringen. (Symbolbild: Pius Amrein)

Nächstenhilfe leisten - unkompliziert und direkt dank Social Media: Dieses Ziel verfolgt die Facebook-Gruppe «Luzerner helfen Luzernern». Gegründet wurde sie am 17. Juli und zählt bereits knapp 300 Mitglieder. Initiant Andreas Amstein freut sich: «Schon am ersten Tag hatten wir 50 Mitglieder.» Die Idee der Gruppe ist, eine Plattform zu bieten für Menschen, die Hilfe aller Art benötigen – und diejenigen, die helfen wollen.

«Die Gruppe ist wie eine Familie. Es wird niemand im Stich gelassen.»

Andreas Amstein ist Initiant der Facebook-Gruppe «Luzerner helfen Luzernern». (Bild: PD)

Andreas Amstein ist Initiant der Facebook-Gruppe «Luzerner helfen Luzernern». (Bild: PD)

Andreas Amstein, der sich auf Facebook Andy Amsler nennt, kennt die Situation, wenn Ende Monat zu wenig Geld auf dem Konto ist. «Ich habe recherchiert und die Gruppe ‹Zuger helfen Zugern› gefunden, wo ich dann zum ersten Mal erfuhr, wie viele Menschen und Familien Hilfe benötigen und Hilfe bekommen. Diese Gruppe ist wie eine Familie, es wird niemand im Stich gelassen. Das brachte mich auf die Idee, genau dasselbe Projekt zu starten, einfach für den Kanton Luzern.» Das Ziel von Andreas Amstein ist, dass jeder, der im Kanton Luzern lebt, von dieser Gruppe erfährt und seine Hilfe anbieten kann oder Hilfe holen kann.

Zuger Pendant zählt bereits 15'000 Mitglieder

Rosa Kolm, Mitgründerin der Zuger Gruppe, betreibt «Zuger helfen Zugern» bereits seit Herbst 2013. Ihre Gruppe besteht mittlerweile aus knapp 15'000 Mitgliedern: «Vom Schüler bis zum Pensionierten, vom Lehrling bis zum Banker, arme und reiche: Wir haben sehr unterschiedliche Mitglieder», sagt sie. Zwischen zwei und vier Stunden täglich leistet sie als Administratorin Freiwilligenarbeit und betreut die Plattform, auf der Leute im Kanton Zug Sachen verschenken oder beispielsweise Fahrdienste suchen und anbieten.

«Wer finanzielle Soforthilfe braucht, der meldet sich bei mir über eine Privatnachricht», erläutert Kolm. Leute, die in Geldnot sind, erhalten aber kein Bargeld, sondern Nahrungsmittelgutscheine von Grossverteilern. Diese werden mit Spenden der Mitglieder finanziert. Werde mehr gebraucht, starte sie einen Aufruf in der Gruppe. Unterstützt wird «Zuger helfen Zugern» auch von verschiedenen Kiwanis-Gruppen und der Stadt Zug. Deshalb ist aus der reinen Facebook-Gruppe inzwischen ein Verein geworden. Stolz erzählt Rosa Kolm: «Wir wurden sogar für den Prix Zug nominiert.»

Müssen Hilfesuchende Not nachweisen?

Die Not nachweisen müssen die Hilfesuchenden nicht. Sie arbeite auf Vertrauensbasis und verlasse sich auf ihr Bauchgefühl, sagt Rosa Kolm. Nur selten habe sie Gesuche abgelehnt. «Und wenn mich jemand ausnützen will, denke ich: Das Karma schlägt zurück.» Ob und wie Luzerner Hilfesuchende ihre Not nachweisen müssen, klärt Andreas Amstein zurzeit ab. «Bereits konnten wir mit ersten Gutscheinen helfen. Leute, die finanzielle Hilfe brauchen, meldeten sich auch schon, wollen aber meist anonym bleiben.» Mittels einer Umfrage will Amstein ermitteln, wie viele der Mitglieder Hilfe brauchen und Hilfe geben wollen.

Rosa Kolm denkt, dass die Leute sich in der Gruppe engagieren, weil diese nah und regional ist: «Das ist für Hilfesuchende wie auch -gebende wichtig». Immer mehr Leute werden Mitglied in der Gruppe. Das prophezeit sie auch Andreas Amstein und der Luzerner Gruppe. Und rät ihm gleichzeitig: «Er wird sich oft rechtfertigen und erklären müssen und braucht ein dickes Fell, denn es gibt viele Kommentare und Kritik, die unter der Gürtellinie sind.»

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