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Alleine auf der Kapellbrücke spazieren? Eine neue Webseite macht's möglich

Die Stadt Luzern hat eine neue Webseite über ihre Holzbrücken entwickeln lassen. Möglich wurde dies dank eines Fondsbeitrags. Mit dem Geld sollen noch weitere Projekte für die Attraktivierung der Brücken realisiert werden.
Stefan Dähler
Die Kapellbrücke. (Bild: Jakob Ineichen, Luzern, 6. Juli 2017)

Die Kapellbrücke. (Bild: Jakob Ineichen, Luzern, 6. Juli 2017)

Nach dem gescheiterten Projekt für eine neue Beleuchtung der Kapellbrücke und den Diskussionen um die Bildkopien bietet sich der Stadt Luzern eine neue Chance, ihr Wahrzeichen aufzuwerten. Möglich macht dies ein Beitrag des Nina- und Walter-Alfred-Baumann-Fonds in der Höhe von rund 2,5 Millionen Franken. Mit dem Geld will die Stadt mehrere Projekte rund um die Kapell- und auch die Spreuerbrücke umsetzen. Das erste ist nun abgeschlossen: Am Freitag wurde die Webseite kapellbruecke.com der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Spreuerbrücke. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 28. Juli 2014)

Die Spreuerbrücke. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 28. Juli 2014)

Entwickelt hat diese die Luzerner Firma Digital Heroes zusammen mit Hinz und Kunz aus Sarnen im Auftrag der Stadt und von Luzern Tourismus. Mitgewirkt hat unter anderem auch Kunsthistoriker Heinz Horat, ehemaliger Leiter des Historischen Museums und Autor eines Buchs über die Kapellbrücke-Bilder. Die Webseite bietet zahlreiche Informationen zur Kapell-, der Spreuer- und auch zur von 1835 bis 1852 abgebrochenen Hofbrücke zwischen Schwanenplatz und Luzernerhof – der Schweizerhofquai wurde erst später aufgeschüttet.

Sämtliche Bilder sind zu finden

Auf der Seite findet man natürlich auch die Bilderzyklen aller Brücken – auch der Hofbrücke. «Diese Bilder wurden beim Abbruch eingelagert und befinden sich nun im Stadtarchiv», sagt Heinz Horat. Auch die verbrannten Bilder der Kapellbrücke sind abgebildet. Diese wurden noch vor dem Brand 1993 fotografiert. Abgebildet sind sie auch bereits in einem von Privaten lancierten E-Book, das auf den Bildkopien von Jost Schumacher basiert. Dieses Werk habe man aber nicht ins Projekt mit einbezogen, so die Entwickler. Bekannterweise hält man bei der Stadt wenig von der Qualität der Schumacher-Kopien.

Weiter ist es auf der Webseite möglich, einen 360-Grad-Rundgang auf den beiden noch bestehenden Holzbrücken sowie im Wasserturm zu unternehmen. «So ist man auch mal alleine auf der Kapellbrücke», sagte Adi Barmettler vom Entwickler-Team mit einem Augenzwinkern – so wie auf diesem Screenshot:

Weiter findet man Porträts von Personen, die auf der Brücke arbeiten – etwa einem Angestellten der Stadtgärtnerei, der sich um die Blumen kümmert. Die Seite ist in deutscher und englischer Sprache abrufbar. Weitere Sprachen könnten zu einem späteren Zeitpunkt noch folgen.

Neue Beleuchtung soll dezent sein

Für die Webseite wurden rund 350'000 Franken investiert. Als nächstes folgt bis Ende Jahr eine App mit Augmented-Reality-Funktion, also der Möglichkeit, gleich vor Ort die passenden Informationen abzurufen. Weiter soll bis Ende 2020 ein neues Beleuchtungskonzept umgesetzt werden. «Es soll eine sanfte Beleuchtung von innen sein», sagt Baudirektorin Manuela Jost (GLP). Ein ambitioniertes Projekt mit einer spektakulären Beleuchtung von aussen wurde 2016 wegen des grossen Aufwands gestoppt.

Weiter seien Gespräche mit dem Bund am laufen bezüglich Hängeordnung der Kapellbrücke-Bilder. Diese wurde nach dem Brand mit der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege erarbeitet. Ob und wann die Ordnung geändert werden könnte, sei offen. Ein Ziel sei auch, die im Archiv eingelagerten Bilder besser öffentlich zugänglich zu machen. Jene der Hofbrücke könne man aber nicht einfach auf der Kapellbrücke aufhängen, weil sie nicht in die Rahmen passen würden, so Horat. Ausserdem seien die Hofbrücke-Bilder im Gegensatz zu jenen der Kapellbrücke auch hinten bemalt. Zudem soll die Rollstuhlgängigkeit der Holzbrücken verbessert werden. Diesbezüglich seien Abklärungen mit der kantonalen Denkmalpflege nötig.

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