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Bahnhofstrasse Luzern: Sperrung
per Juli fällt ins Wasser – Autos haben weiterhin freie Fahrt

Die Luzerner Kantonalbank befürchtet, dass die Nutzer ihres Parkings im Stau stecken bleiben. Deshalb hat die Bank die geplante autofreie Gestaltung der Bahnhofstrasse angefochten – womit vorläufig alles beim Alten bleibt. Die SP ist empört.
Robert Knobel
Dieser Abschnitt der Bahnhofstrasse hätte im Sommer autofrei werden sollen. (Bild: Pius Amrein, 4. Januar 2019)

Dieser Abschnitt der Bahnhofstrasse hätte im Sommer autofrei werden sollen. (Bild: Pius Amrein, 4. Januar 2019)

Seit Jahren hegt der Luzerner Stadtrat Pläne, die Bahnhofstrasse teilweise autofrei zu gestalten. Dies aufgrund einer 2013 angenommenen Volksinitiative, welche die Attraktivierung der Strasse zum Ziel hatte. Nach Verzögerungen machte das Parlament Ende 2018 Druck auf den Stadtrat, das Vorhaben endlich umzusetzen. Letzterer erklärte danach, er wolle die Teilsperrung der Strasse per Juli 2019 realisieren (wir berichteten).

Aus diesem Fahrplan wird jetzt aber wohl nichts: Wie sich bereits abgezeichnete, wehrt sich nun die Luzerner Kantonalbank (LUKB) mit juristischen Mitteln gegen die Sperrung der Bahnhofstrasse. Sie habe Beschwerde beim Luzerner Kantonsgericht eingereicht, teilt die LUKB mit. Die Bank bemängelt, dass die flankierenden Massnahmen, die von der Stadt vorgesehen sind, ungenügend seien. Die Sorge der LUKB gilt dem Kantonalbank-Parking an der Hirschmattstrasse. Konkret drohen gemäss LUKB folgende Probleme (siehe auch Grafik unten):

  • Wer das Parking in Richtung Seebrücke verlassen will, tut dies heute über die Bahnhofstrasse. Wird diese gesperrt, kann die Wegfahrt kann nur noch über die Winkelried- und Pilatusstrasse erfolgen (siehe blaue Linie). Dadurch wird die Winkelried-Kreuzung (Astoria) zusätzlich belastet.
  • Wer vom Parkhaus Richtung Pilatusplatz fahren will, hat heute zwei Möglichkeiten, in die Pilatusstrasse einzubiegen: Über die Hirschmattstrasse oder über die Winkelriedstrasse. Künftig will die Stadt aber auf der Winkelriedstrasse ein Rechtsabbiegeverbot signalisieren. Damit konzentriert sich der ganze Verkehr auf die Kreuzung Hirschmatt-/Pilatusstrasse (siehe orange Linie).

«Diese Kreuzung wird massiv mehr belastet. So drohen Rückstaus auf der Hirschmattstrasse, wodurch die Autos auf der Ausfahrts-Rampe und im Parkhaus blockiert werden», sagt Daniel von Arx, Mediensprecher der LUKB. Er gibt zu bedenken, dass das LUKB-Parking inklusive des privaten Bereichs gegen 500 Parkplätze umfasst.

Beschwerde hat aufschiebende Wirkung

Die Beschwerde hat aufschiebende Wirkung. Damit ist klar, dass die Sperrung der Bahnhofstrasse bis auf weiteres nicht in Kraft treten kann. Der Stadtrat werde die Lage nun analysieren, teilt dieser auf Anfrage mit. Doch welche Anpassungen fordert die LUKB von der Stadt konkret? «Es ist noch nicht der richtige Moment, um über konkrete Massnahmen zu reden. Wir haben die vorliegende Verkehrsanordnung des Stadtrats angefochten und warten nun auf den Entscheid des Gerichts», sagt Daniel von Arx. In der Vergangenheit hatte die Bank jeweils signalisiert, dass sie vor allem bauliche Massnahmen wünscht, um die Auswirkungen der gesperrten Bahnhofstrasse abzufedern – so etwa eine Umgestaltung der Winkelried-Kreuzung und eine Optimierung der Ampelsteuerung.

SP sagt, Kantonalbank missachte den Volksentscheid

Verärgert ist man bei den Linken, die ursprünglich eine Sperrung der Bahnhofstrasse schon per Ostern 2019 gefordert hatten. Es gelte jetzt, den 2013 gefällten Volksentscheid endlich umzusetzen, schreibt die SP in einer Stellungnahme. Die SP war Urheberin der damaligen Initiative «für eine attraktive Bahnhofstrasse», welche forderte, die Strasse «wenn immer möglich autofrei» zu machen. «Es ist unhaltbar, dass eine Bank, die zu 61 Prozent dem Kanton Luzern – also uns allen – gehört, sich nicht um demokratische Volksentscheide schert und damit die Umsetzung eines Volksentscheid verzögert», schreibt die SP. Sie lanciert nun eine Petition, welche die LUKB zum sofortigen Rückzug der Beschwerde auffordert.

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