Luzerner Kantonsrat: 699 Neulinge buhlen um einen Sitz

802 Kandidaten wollen ins Parlament – das ist Rekord. Nun zeigt sich aber: Für Neue wird es sehr schwierig, denn nur gerade 17 Bisherige verzichten auf eine erneute Kandidatur.

Roseline Troxler
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Demonstration anlässlich der Budgetdebatte des Kantonsrats vor dem Regierungsgebäudes in Luzern.  Auf em Bild zu sehen Impressionen aus der Debatte. Das Bild entstand am Montag, 12. Dezember 2016.(Pius Amrein / Neue LZ)Sparen, Bildung, Sparmassnahmen, Sparpaket, Kantonsrat, Regierungsbebäude, Demonstration

Demonstration anlässlich der Budgetdebatte des Kantonsrats vor dem Regierungsgebäudes in Luzern. Auf em Bild zu sehen Impressionen aus der Debatte. Das Bild entstand am Montag, 12. Dezember 2016.

(Pius Amrein / Neue LZ)

Sparen, Bildung, Sparmassnahmen, Sparpaket, Kantonsrat, Regierungsbebäude, Demonstration

Die 120 Sitze im Luzerner Kantonsrat sind bei den Wahlen am 31. März 2019 heiss begehrt: 802 Kandidaten wollen ein Mandat ergattern. Gestern wurde die bereinigte Liste publiziert, auf welcher ein Kandidat weniger zu finden ist, als am Montag bekannt gegeben. Eine besondere Herausforderung werden die Wahlen für die 699 Interessenten, die noch nicht im Parlament vertreten sind. Denn: Nur gerade 17 Bisherige treten nicht wieder an.

Was auffällt: In den kleinsten Fraktionen wollen es fast alle Kantonsräte wieder wissen. Bei GLP und Grüne treten sämtliche wieder an. Auch bei der SVP, der mit 29 Sitzen zweitstärksten Fraktion, kandidieren bloss drei Parlamentarier nicht mehr. Den SVP-Mitgliedern scheint es im Parlament besonders gut zu gefallen, verzeichnet die Partei doch am meisten Kantonsräte, welche schon mehr als zehn Jahre im Rat politisieren. Auf frischen Wind statt auf Konstanz setzt hingegen die SP. Mit dem Rücktritt von Giorgio Pardini hat die Partei keinen Kantonsrat mehr, der schon ein Jahrzent oder mehr im Parlament vertreten ist. Gleich sieht es bei der GLP aus.

SP rekrutiert am meisten Kandidaten

Im Rekrutieren von Kandidaten waren die Parteien unterschiedlich erfolgreich: Von den im Kantonsrat vertretenen Parteien sind auf den SP-Listen am meisten Kandidaten aufgeführt: 110 Personen wollen für die Partei ins Parlament. Auf den CVP-Listen stehen 109 Namen, auf jenen der SVP 89. Die drittstärkste Fraktion, die FDP, weist 78 Namen auf.

Bei der kantonalen Politik wollen auffallend viele Gemeinderäte mitmischen. So kandidieren mit Roland Emmenegger (FDP), Daniela Ammeter Bucher (FDP) und Daniel Rüttimann (CVP) gleich drei Hochdorfer Gemeinderäte. Ins Parlament will auch die Wikoner Sozialvorsteherin Michaela Tschuor (CVP) oder die Wauwiler SVP-Gemeinderätin Gisela Wiedmer-Billich – dies sind nur einige Beispiele.

Auf der Kandidatenliste gibt es auch Wiederholungstäter: So will es etwa Jakob Lütolf nochmals wissen. Der Wauwiler Ex-Gemeindepräsident war bereits von 2003 bis 2013 im Kantonsrat und tritt nun erneut an. Politisieren liegt bei einigen Kandidaten ausserdem in der Familie. So kandidiert Carmen Widmer Blum, die Tochter von Eveline Widmer Schlumpf, für die CVP in der Stadt Luzern. Lynn Schärli, der Sohn von alt Regierungsrätin Yvonne Schärli, will für die Grünen ins Parlament. Und wird Markus Estermann (CVP) gewählt und seine Schwester Rahel Estermann schafft die Wiederwahl für die Grünen, sind auch Geschwister im Parlament vertreten.

Diese 17 Parlamentarier treten nicht mehr an

Von den 120 Kantonsräten wollen 17 keine weitere Legislatur anhängen. Den grössten Aderlass hat die FDP zu verzeichnen. Die mit 25 Sitzen drittgrösste Fraktion im Luzerner Parlament verzeichnet sieben Rücktritte von teils langjährigen Kantonsräten. So treten Guido Bucher, Herbert Widmer, Erich Leuenberger, Hildegard Meier-Schöpfer, Angela Pfäffli-Oswald, Johanna Dalla Bona-Koch und Ruedi Burkard nicht mehr an. Auch sechs Kantonsräte aus der 38-köpfigen CVP-Fraktion treten ab: Marlis Roos Willi, Stefan Roth, Raphael Kottmann, Josef Dissler, Urs Kunz und Erwin Arnold. Kaum Wechsel hat die SVP. Nur drei von 29 Kantonsräten haben genug vom Politisieren im Parlament: Beat Meister, Marcel Zimmermann und Ruedi Stöckli. Bei der SP verzichtet lediglich Giorgio Pardini auf eine erneute Kandidatur. Bei GLP und Grünen treten alle wieder an. (rt)