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Luzerner Kantonsrat greift Bergbauern unter die Arme

Kleinbetriebe im Luzerner Berggebiet kommen voraussichtlich ab 1. Januar 2019 durch eine Gesetzesänderung in den Genuss von Privilegien, wie sie derzeit nur grössere Höfe kennen. Offen ist allerdings, ob dies Bauten ausserhalb von Bauzonen fördert.
Evelyne Fischer

Der Luzerner Kantonsrat hat am Montagvormittag in erster Lesung mit 100 zu 6 Stimmen bei einer Enthaltung entschieden, die Gewerbegrenze in der Landwirtschaft zu senken. Der Wert wird künftig bei 0,6 statt 0,8 SAK angesetzt.

SAK steht für Standardarbeitskraft und ist die Einheit zur Bemessung der Betriebsgrösse. Sie beschreibt den Aufwand, der für die Bewirtschaftung eines Hofes nötig ist. Der Wert entscheidet auch darüber, ob ein Betrieb Direktzahlungen erhält – dafür braucht es mindestens 0,2 SAK.

Hinter der technischen Formulierung steht das Bestreben, Bauern im Berggebiet auch künftig eine Existenz zu ermöglichen. Aktuell zählt der Kanton Luzern in der Bergzone 1532 Betriebe. 1131 davon gelten bereits als landwirtschaftliches Gewerbe, 134 kämen aufgrund der Gesetzesänderung per 1. Januar 2019 neu hinzu.

Betriebe in der Luzerner Bergzone

050010001500Betriebe totalgelten bereits als landwirtschaftliches Gewerbe (>= 0,8 SAK)sollen ab 1.1.2019 neu als landwirtschaftliches Gewerbe gelten (0,6 - 0,79 SAK)erreichen den SAK-Wert von 0,6 nicht

Höfe, die den Status eines landwirtschaftlichen Gewerbes tragen, profitieren von gewissen Privilegien: Für sie gilt beispielsweise das bäuerliche Bodenrecht. Bei einer Betriebsübergabe innerhalb der Familie profitieren Nachkommen von einem Vorzugspreis, der weit unter dem Verkehrswert liegt. Punkto Raumplanung können beispielsweise Einrichtungen für Agrotourismus bewilligt werden. Zudem werden für landwirtschaftliche Gewerbe Pachtzinse tiefer festgelegt als für Höfe unter der Gewerbegrenze.

Einige Vertreter der Grünen und der GLP haben sich gegen die Gesetzesänderung ausgesprochen. Sie fürchten, dass die Senkung der Gewerbegrenze das Bauen ausserhalb der Bauzonen ankurbeln und damit auch die Zersiedelung fördern könnte.

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