Luzerner Kantonsrat spricht 35 Millionen Franken für zwei Projekte im Hochwasserschutz

Die Kleine Emme sowie die Ron werden revitalisiert – und der Schutz vor Hochwasser wird in Angriff genommen. Dies dank dem Ja des Luzerner Kantonsparlaments zu zwei Sonderkrediten.

Lukas Nussbaumer
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Für den Hochwasserschutz und die Revitalisierung der Ron in den Gemeinden Buchrain, Ebikon, Dierikon und Root werden rund 22 Millionen Franken eingesetzt. Nach Abzug der Beiträge von Bund und Dritten bleiben dem Kanton Luzern voraussichtlich Kosten von etwa 7,75 Millionen. Zu reden gab am Montagmorgen im Kantonsrat nicht der Schutz vor Hochwasser – die Schäden 2005 und 2007 waren gross –, sondern der für die Revitalisierung notwendige Landerwerb. Dieser sorgte bereits in der Kommission für Verkehr und Bau (VBK) für vereinzelte Kritik, wie Kommissionspräsident Pius Kaufmann (CVP, Wiggen) ausführte. Die Eingriffe in das private Eigentum müssten möglichst gering gehalten werden, fasste Kaufmann die Diskussionen in der VBK zusammen.

Die Ron hier in Root.

Die Ron hier in Root.

Bild: Manuela Jans-Koch

Kaufmanns Fraktionskollege Daniel Gasser (Ebikon) forderte denn auch eine Überprüfung des Prozesses des Landerwerbs. Dennoch stimme die CVP-Fraktion dem Kredit «selbstverständlich» zu. Das taten auch die Fraktionen von SVP, FDP, SP, Grünen und GLP.  Der Handlungsbedarf im Rontal sei dringend, sagten etwa Isabella Schwegler-Thürig (SP, Reiden) und Andreas Hofer (Grüne, Sursee). Letztlich stellte sich das Parlament grossmehrheitlich hinter den von der Regierung beantragten Sonderkredit. 

Hochwasser vom August 2005 führte zu Schadenzahlungen von 320 Millionen Franken

Auch der zweite Sonderkredit – jener für den Hochwasserschutz und die Revitalisierung der Kleinen Emme in der Stadt Luzern – wurde vom Kantonsparlament grossmehrheitlich gutgeheissen. Dieses Projekt kostet 13,3 Millionen Franken. Davon muss der Kanton Luzern rund 7,3 Millionen übernehmen. Das Projekt basiert auf dem Konzept für den Ausbau der Kleinen Emme von der Mündung der Fontanne in die Kleine Emme bis zur Einmündung der Kleinen Emme in die Reuss.

Die intensiven Niederschläge in den Nächten vom 21. und 22. August 2005 führten an der Kleinen Emme zu einem Hochwasser, das grossflächige Überschwemmungen verursachte. Besonders betroffen waren – neben Landwirtschaftsflächen – Wohn-, Gewerbe- und Industriegebiete in Wolhusen, Werthenstein und Malters, im Littauerboden, in Emmenbrücke und Reussbühl. Das Hochwasser führte letztlich zu Schadenzahlungen in der Höhe von 320 Millionen Franken. Dazu kommen nicht versicherte Schäden in unbekannter Höhe.

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