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Luzerner Kantonsrat: Staatsdiener weiter auf dem Vormarsch

Gemessen an der berufstätigen Bevölkerung, sind Angestellte von Verwaltungen, Verbänden und Stiftungen im neuen Luzerner Parlament übervertreten. Das gilt auch für Selbständige, Behördenmitglieder – und nach wie vor für die Bauern.
Lukas Nussbaumer
Die ersten Ergebnisse der Luzerner Kantonsratswahlen vom 31. März 2019 werden im Lichthof des Regierungsgebäudes bekannt. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

Die ersten Ergebnisse der Luzerner Kantonsratswahlen vom 31. März 2019 werden im Lichthof des Regierungsgebäudes bekannt. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

Vor vier Jahren änderte sich die parteipolitische Zusammensetzung des Luzerner Kantonsrats nur unwesentlich. Die Grünen büssten zwei Mandate ein, CVP und GLP je eines, und SVP sowie FDP konnten um je zwei Sitze zulegen. Deutlich grössere Veränderungen nahmen die Wähler am 31. März dieses Jahres vor: Die SVP verlor sieben Sitze, die CVP vier, die FDP deren drei – das bürgerliche Lager muss die neue Legislatur also mit 14 Vertretern weniger in Angriff nehmen. Grosse Wahlsiegerin war Ende März die Grüne Partei, die ihre Sitzzahl auf 15 steigern konnte. Auch SP und GLP bauten ihre Mandate aus: um je drei.

Trotz dieser bedeutenden Verschiebungen hat sich die berufliche Zusammensetzung des neuen Parlaments nur wenig geändert. Unternehmer, Gewerbler und Selbstständige sind mit 35 Angehörigen nach wie vor die stärkste Gruppe. Erst recht, wenn auch die 15 Bauern (vier von ihnen sind der Kategorie der Gemeinderäte zugeordnet, siehe Kasten) zu den Selbstständigen gezählt werden. Ein Kantonsratsamt nimmt rund 20 Prozent eines Vollpensums in Anspruch.

Ausgewogenheit bei der CVP, viele Selbständige bei der GLP

Gewachsen ist die Zahl der Angestellten bei Verwaltungen, öffentlich-rechtlichen Organisationen, Verbänden oder Non-Profit-Organisationen. Gehörten dieser Kategorie Anfang der noch laufenden Legislatur 27 Politiker an, sind es beim Start der neuen Amtsperiode deren 30. Leicht geschrumpft ist die Zahl der Gemeinderäte – von 26 auf 24.

Grosse Unterschiede offenbaren sich dem Politinteressierten beim Vergleich der beruflichen Zusammensetzung der sechs Fraktionen. Bei der SP dominieren von der öffentlichen Hand Angestellte, bei SVP und GLP die Unternehmer.

  • CVP (34 Mitglieder): In der nach wie vor mit grossem Abstand stärksten Fraktion politisieren am meisten Gemeinderäte. In jeder anderen Berufsgruppe ist die CVP mit Ausnahme der Studenten ebenfalls vertreten, jedoch nicht dominant. Das zeigt: Keine andere Partei vertritt ein derart breites Spektrum wie die Christdemokraten.
  • SVP (22): Bei der Wahlverliererin dominieren die Selbstständigen. Die neun Unternehmer und Gewerbler stellen fast die Hälfte der Fraktion, gefolgt von je fünf Bauern und Gemeinderäten.
  • FDP (22): Ebenfalls in drei grosse Blöcke aufteilen lassen sich die Freisinnigen – acht Selbstständige, acht Gemeinderäte, vier in der Privatwirtschaft Angestellte.
  • SP (19): In der viertgrössten Fraktion wirken mit 14 Vertretern vorab Angestellte von Verwaltungen, öffentlich-rechtlichen Organisationen oder Gewerkschaften. Dazu kommen drei Lehrer.
  • Grüne (15): Die am stärksten gewachsene Fraktion ist recht ausgeglichen zusammengesetzt. Geprägt wird sie von sechs von öffentlichen oder halb öffentlichen Organisationen angestellten Politikern und von vier Selbstständigen.
  • GLP (8): Exakt die Hälfte der kleinsten Fraktion arbeitet auf eigene Faust – in keiner anderen Partei ist dieser Anteil derart hoch. Die Grünliberalen sind zudem die einzige Partei ohne Mitglied in der Kategorie der öffentlich oder halb öffentlich angestellten Kantonsräte.

So ist die Einteilung in Berufsgruppen erfolgt

Wie sollen die 120 Luzerner Kantonsrätinnen und Kantonsräte in Berufskategorien eingeteilt werden? Wir haben uns für sieben Gruppen entschieden – und darum wie vor vier Jahren Abgrenzungen vorgenommen, die Fragen aufwerfen können. So sind Kantonsräte, die ein Teilzeitpensum in einem Gemeinderat ausüben, dieser Kategorie zugeteilt. Dies auch dann, wenn sie wie Andy Schneider (SP, Rothenburg) Schulleiter sind oder einen Bauernhof führen (Thomas Grüter, Pfaffnau; Pius Kaufmann, Escholzmatt-Marbach, beide CVP, sowie Franz Gisler, Greppen und Fredy Winiger, Hohenrain, beide SVP).

Pensionierte wie Hans Stutz (Grüne, Luzern), Räto Camenisch (SVP, Kriens) und Irene Keller (FDP, Vitznau) haben wir jener Gruppe zugeordnet, in der sie früher aktiv waren.

Am heterogensten zusammengesetzt ist die Kategorie (Kader-) Angestellte in Verwaltungen, öffentlich-rechtlichen Organisationen, Verbänden, Stiftungen, Gewerkschaften oder Non-Profit-Organisationen. Darunter befinden sich VBL-Direktor Norbert Schmassmann (CVP, Luzern) genauso wie Sozialarbeiterin Christina Reusser (Grüne, Ebikon) oder Notfallstationsleiter Stephan Schärli (CVP, Menzberg). (nus)

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