LUZERNER KANTONSRAT: Strompreiserhöhung zwickt Parlament

Der Luzerner Kantonsrat kann nicht begreifen, wieso im nächsten Jahr die Strompreise stark steigen sollen. Mehr als eine verbale Protestnote abgeben konnte er aber am Dienstag nicht.

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Strommasten im Norden Zürichs. (Bild Keystone)

Strommasten im Norden Zürichs. (Bild Keystone)

Die CKW, die wichtigste Stromlieferantin im Kanton Luzern, schlägt die Preise auf 2009 um durchschnittlich 18,3 Prozent auf. Der Kanton Luzern hält neun Prozent der CKW, die ihrerseits zur Axpo- Gruppe gehört.

Begründet wird die Verteuerung von den Elektrizitätsgesellschaften damit, dass neu die nationale Netzgesellschaft Swissgrid für den Betrieb und die Überwachung des Übertragungsnetzes zuständig ist.

Wo bleibt der Mehrwert?
Mit dieser Erklärung konnte Adrian Bühler (CVP) nicht viel anfangen. Er könne nicht begreifen, wieso die Benützung der Übertragungsleitungen so viel teurer werde, nur weil der Betreiber wechsle. Ein Mehrwert sei nicht sichtbar.

Auch für Dieter Haessig (FDP) sind die höheren Preise weder technisch noch organisatorisch nachvollziehbar. Er forderte Transparenz, sonst stimme das Volk der Strommarktöffnung nicht zu.

Giorgio Pardini (SP) sprach von einem unnötigen Preisdiktat. Die Preiserhöhung fusse nicht auf tatsächlichen Kosten, sondern auf Phantasiewerten.

Finanzierung von Atomkraftwerken?
Heidi Rebsamen (Grüne) äusserte den Verdacht, dass die Preiserhöhung mit der Finanzierung neuer Atomkraftwerke in Zusammenhang stehen könnte. Sie forderte die Regierung auf, nicht leichtfertig die CKW-Aktien zu verkaufen, um so einen gewissen Einfluss auf das Unternehmen ausüben zu können.

Relativ gelassen blieb Armin Hartmann (SVP). Es gebe zwar Erklärungsbedarf, und es sei richtig, wenn die Tarife überprüft würden. Die Liberalisierung dürfe aber nicht verteufelt werden, denn diese werde zu fallenden Preisen führen.

sda