Nach klarem Entscheid im Kantonsrat: Luzerner könnten bald länger einkaufen

Das Luzerner Kantonsparlament entscheidet sich mit 102 zu 13 Stimmen für längere Ladenöffnungszeiten. Damit könnten die Geschäfte ab Mai an Werktagen während der Woche bis um 19 Uhr und an Samstagen bis um 17 Uhr offen haben. Die Gegner prüfen allerdings das Referendum.

Lukas Nussbaumer
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Lange brauchte der Luzerner Kantonsrat am Montagmorgen nicht, um das Ladenschlussgesetz in zweiter Lesung zu verabschieden. Nach exakt 15 Minuten hiess das Parlament das Regelwerk mit 102 zu 13 Stimmen bei 4 Enthaltungen gut – und bestätigte somit den Anfang Dezember in erster Beratung gefällten Entscheid. Gibt es kein Referendum, hätte der Entscheid des Kantonsrats folgende Auswirkungen:

  • An Werktagen dürften die Läden künftig bis um 19 Uhr offen haben. Heute müssen sie um 18.30 Uhr schliessen.
  • An Samstagen würde der Ladenschluss um eine ganze Stunde nach hinten geschoben – auf 17 Uhr.
  • Als Kompensation fiele einer der beiden bis jetzt möglichen wöchentlichen Abendverkäufe bis um 21 Uhr weg. Die Gemeinden könnten jedoch für einzelne Ortsteile unterschiedliche Abendverkaufstage festlegen.

Grüne lassen Referendum offen

Das letzte Wort zum Ladenschlussgesetz ist allerdings noch nicht gesprochen. So lässt Samuel Zbinden, Kantonsrat der Jungen Grünen aus Sursee, das Ergreifen eines Referendums offen. «Derzeit gehe ich eher nicht davon aus, dass wir Unterschriften sammeln werden. Ausschliessen will ich ein Referendum aber nicht», sagt Zbinden auf Anfrage unserer Zeitung.

Im Kantonsrat scheiterte Zbindens Fraktions- und Ortskollege Andreas Hofer mit einem Antrag, das Gesetz dem obligatorischen Referendum zu unterstellen. 91 Volksvertreter waren auf Anraten von Regierungspräsident Paul Winiker (SVP) hin gegen die automatische Volksabstimmung, 26 sprachen sich dafür aus.

Antrag auf Festhalten an Ladenschluss um 18.30 Uhr chancenlos

Andreas Hofer war zusammen mit Zbinden der einzige Parlamentarier, der sich noch einmal gegen längere Öffnungszeiten ins Zeug legte. Er sagte:

«Ich will nichts unversucht lassen, diesen Blödsinn zu verhindern.»

Mit «Blödsinn» meinte Hofer die Verschiebung des Ladenschlusses am Abend auf 19 Uhr. Den Detaillisten bringe diese halbe Stunde nichts, denn Mehrumsätze seien nicht zu erwarten. Gross seien dafür die Nachteile: Viele Familien könnten nicht mehr gemeinsam Znacht essen, für Junge werde die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben verunmöglicht, weil viele Vereine ihre Anlässe um 19 Uhr beginnen würden.

Justiz- und Sicherheitsdirektor Paul Winiker hingegen betonte, die längeren Ladenöffnungszeiten am Abend entsprächen einem Bedürfnis der Kunden. So blieb Hofer mit seinem Antrag, den Ladenschluss bei 18.30 Uhr zu belassen, mit 102 zu 13 Stimmen chancenlos.

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