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Luzerner Kantonsspital: Im Neubau steht noch eine ganze Etage leer

Vor einem Jahr eröffnete das Spital in einem neuen Gebäude am Standort Luzern das Notfallzentrum und das Zentrum für Intensivmedizin. Nun stösst man erneut an räumliche Grenzen – obwohl es dort grundsätzlich reichlich Platz gibt.
Yasmin Kunz
Das Notfallzentrum des Luzerner Kantonsspitals wurde im Juni 2017 in Betrieb genommen. (Bild: Corinne Glanzmann, 08. Juni 2017)

Das Notfallzentrum des Luzerner Kantonsspitals wurde im Juni 2017 in Betrieb genommen. (Bild: Corinne Glanzmann, 08. Juni 2017)

Vor rund einem Jahr hat das neue Herzstück des Luzerner Kantonsspitals (Luks) angefangen zu pochen. Die Rede ist vom Notfallzentrum und vom Zentrum für Intensivmedizin (ZIM). Weil man die beiden Bereiche Notfallmedizin und Intensivmedizin zusammenführen wollte und die vorherige Infrastruktur den technischen Anforderungen und den wachsenden Patientenzahlen nicht mehr gerecht wurde, hat man am Hauptgebäude für rund 50 Millionen Franken einen vierstöckigen Anbau realisiert. In der ersten Etage des Neubaus befindet sich das ZIM.

Dieser Ausbau war nötig. Denn gemäss Spital nimmt die Zahl von Schwerverletzten und Schwerkranken seit Jahren zu. So wurden im ZIM 2017 total 3150 Patienten behandelt. Im Vorjahr waren es rund 3000. Auch im Notfallzentrum stiegen die Zahlen an: Aktuell werden rund 21 000 Notfallpatienten pro Jahr betreut und die Zahl der Patienten dürfte auch künftig weiter nach oben klettern. Mit ein Grund für den Anstieg ist die Anpassung des Bundesamtes für Zivilluftfahrt. Seit Ende 2017 kann die Schweizerische Rettungsflugwacht (Rega) dank neuen Instrumenten das Spital auch bei schlechter Sicht anfliegen. Bei der Rega geht man davon aus, dass nun pro Jahr rund 300 Patienten mehr transportiert werden können – die meisten von ihnen werden in der Notfall- oder Intensivmedizin versorgt. Um genaue Zahlen zu kommunizieren, sei es noch zu früh, heisst es seitens Spital.

Zweite Etage des Neubaus dient als Rochadefläche

Das Herz des Spitals pumpt also unablässig und wird wohl immer mehr Leistung erbringen müssen. Zuweilen gab es gar Situationen – wie etwa bei der vergangenen Grippesaison –, wo der Platz im Zentrum für Intensivmedizin bereits wieder knapp wurde. Stellt sich die Frage, warum das Zentrum für Intensivmedizin nicht auf die zweite Etage des Neubaus ausgedehnt wird. Diese wird nämlich seit der Inbetriebnahme vor einem Jahr nicht vom ZIM genutzt. Will heissen: Obwohl die Infrastruktur – nicht jedoch die technischen Gerätschaften und Installationen – gegeben ist, werden dort noch keine Patienten behandelt.

Andreas Meyerhans, Kommunikationschef des Luks, sagt: «Die zweite Etage war von Anfang an als Reserve geplant. Sie dient auf absehbare Zeit als Rochadefläche für kurzzeitige Nutzungen, die aufgrund baulicher Aktivitäten auf dem Areal benötigt werden. Das zweite Geschoss kann kurzzeitig genutzt werden – die dauerhafte Nutzung ist aktuell noch nicht festgelegt», sagt Meyerhans. So sei etwa ein Teil des zweiten Stocks den Spezialisten des neuen Klinikinformationssystems (Lukis) zur Verfügung gestellt worden.

Zimmer, in denen grundsätzlich Patienten behandelt werden könnten, dienen derzeit also bestenfalls als Projekträume. Das tönt nicht nach einer optimalen Nutzung von teurer Infrastruktur. Andreas Meyerhans: «Verfügbare freie Flächen auf dem Spitalareal sind rar. Und aufgrund baulicher Aktivitäten brauchen wir zwingend Rochadeflächen.» Eine solche Fläche sei auch der ehemalige Notfall im Erdgeschoss.

Spital prüft dauerhafte Nutzung

Das könnte sich allerdings ändern, wie Meyerhans auf Anfrage sagt: «Derzeit prüft die Spitalleitung die bestmögliche, dauerhafte Nutzung der Infrastruktur aus der Sicht des Gesamtunternehmens.» Eine Überlegung sei auch, das ZIM zu erweitern. Derzeit zählt das ZIM 22 Betten, eines mehr als vor dem Umzug. Das Notfallzentrum umfasst 23 Betten. Grundsätzlich würde man nach einem Jahr ein positives Fazit des Zentrums für Intensivmedizin als auch des Notfallzentrums ziehen, wie Meyerhans sagt: «Beide Zentren haben den Umzug unter laufendem Betrieb vollzogen, was eine grosse Herausforderung darstellte.» Im Verlauf des ersten Jahres seien diverse kleinere Anpassungen der Arbeitsabläufe gemacht worden.

Nicht angepasst wurde allerdings seit der Inbetriebnahme des Neubaus die Anzahl Mitarbeiter – trotz der zusätzlichen Betten.

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