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Fazit nach Rechnung 2018: Luzerner Kantonsspital muss Gewinn steigern

Das Luzerner Kantonsspital hat vergangenes Jahr vier Millionen Franken Gewinn gemacht. Die neuen Behandlungstarife hätten das Ergebnis um 20 Millionen Franken geschmälert. Sie fordern auch künftig heraus.
Lucien Rahm
Das Hauptgebäude des Luzerner Kantonsspitals mit Rega-Helikopter auf dem Dach. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 18. Februar 2019)

Das Hauptgebäude des Luzerner Kantonsspitals mit Rega-Helikopter auf dem Dach. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 18. Februar 2019)

Knapp 940 Millionen Franken hat das Luzerner Kantonsspital (Luks) mit seinen drei Standorten in Luzern, Sursee und Wolhusen im vergangenen Jahr eingenommen. Nach Abzug der Auslagen verbleibt damit ein Gewinn von 4,1 Millionen Franken, wie die Spitaldirektion am Mittwoch an einer Medienkonferenz am Standort Luzern bekannt gab. Im Vergleich zum Vorjahr sind das rund 2,5 Millionen Franken mehr Ertrag, 3,5 Millionen weniger Aufwand. «Einerseits freut uns dieses Ergebnis», sagte Luks-Direktor Benno Fuchs. Andererseits sei das zu wenig, um sich in Zukunft wie geplant entwickeln zu können. Der Gewinn hat sich gegenüber dem Vorjahr nämlich um mehr als die Hälfte verschlechtert: 2017 betrug er noch 10,2 Millionen Franken.

Der tiefere Gewinn sei unter anderem auf höhere Abschreibungen zurückzuführen. Mehr Gewinn wäre es auch gewesen, hätte der Bundesrat für 2018 nicht die Tarife für ambulante Behandlungen reduziert. «Das macht 20 Millionen Franken aus», so Fuchs zur bundesrätlichen Anpassung. Auch künftig würden die neuen Tarife das Luks vor finanzielle Herausforderungen stellen. Denn: «Gewisse ambulante Behandlungen sind nicht kostendeckend. Das wird die Spitäler in Zukunft sehr fordern.» Vor allem die Behandlung von Kindern könne meist nicht kosteneffizient durchgeführt werden. «Das ist meist sehr aufwendig, da nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern betreut werden müssen», sagte Fuchs. Auch Untersuchungen wie eine Magnetresonanztomographie seien bei Kindern zeitintensiver. «Ein Kind müssen sie ganz anders betreuen und ihm vorher erst die Angst nehmen.» Komme hinzu, dass Eltern mit ihrem Nachwuchs heute häufiger die Notfallstation aufsuchen würden als in früheren Jahren.

Luks-Direktor Benno Fuchs erklärt auch gegenüber Tele 1, was zu den Gewinn-Einbussen führte. Und der Luzerner Gesundheitsdirektor Guido Graf fordert unter anderem Korrekturen im Tarifsystem:

Ambulante Behandlungen steigen weiterhin stark an

So nützt dem Luks aus finanzieller Sicht denn auch der Umstand nicht viel, dass die Zahl ihrer Patienten gestiegen ist. Der Grossteil davon wird ambulant behandelt – vergangenes Jahr knapp 679'000 mal. Drei Jahre zuvor waren es ungefähr 100'000 ambulante Behandlungen weniger. Währenddessen stagniert die Zahl der stationär behandelten Patienten seit 2016 bei rund 43'000 pro Jahr. Letztere zahlen sich finanziell mehr aus: Zwei Drittel der Erträge gehen auf stationäre Fälle zurück. Diese Entwicklung ist Folge der Förderung des Prinzips «ambulant vor stationär», das die Gesundheitskosten senken soll. Dass die Patienten rund 15 mal häufiger ambulant behandelt werden als stationär, sei «quasi Schweizer Rekord», sagte Spitalratspräsident Ulrich Fricker. Nur Aarau und St. Gallen würden sich hierbei auf ähnlichem Niveau bewegen.

Trotz Rekordzahlen im ambulanten Bereich: Der Gewinn müsse in kommenden Jahren höher ausfallen. Denn in Zukunft würden weitere Investitionen anstehen, um den Betrieb wunschgemäss aufrechtzuerhalten. «Ein Nullergebnis wäre daher sicher unbefriedigend», so Fuchs. Investiert wird auch heute schon kräftig. Derzeit fliesst Geld unter anderem in ein neues Herzkatheterlabor, diverse Bauprojekte sowie die Digitalisierung. In Letztere mit dem Projekt «Lukis» – eine knapp 66 Millionen Franken teure digitale Plattform, auf der Fachpersonen Patientendaten abrufen können (wir berichteten). Künftig würden auch noch mehr Investitionen in die Aus- und Weiterbildung der Angestellten nötig. «Wir müssen versuchen, gute Leute so auf unsere Seite zu ziehen», sagte Fricker.

Gewinn soll zehn Prozent der Einnahmen betragen

Um die Investitionskraft zu erhalten, müsse der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) 10 Prozent der Einnahmen erreichen, sagte Luks-Direktor Fuchs. Das wären bei einer Milliarde Franken Umsatz 100 Millionen Franken. Im letzten Jahr kam dieser Wert bei 6,6 Prozent zu liegen – 0,6 Prozentpunkte höher als im Vorjahr, aber somit immer noch zu tief. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt das Luks unter anderem auf diverse Sparmassnahmen (wir berichteten). Derzeit werden beispielsweise bis Ende Juni keine neuen Stellen geschaffen und, falls möglich, Investitionen zumindest verschoben. Ob damit die gewünschten Sparziele erreicht werden können, lasse sich momentan noch nicht sagen.

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