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Luzerner Kantonsspital stellt auf Notfallbetrieb um

Alle nicht dringlichen Operationen am Luks werden auf unbestimmte Zeit gestoppt, die Zahl der Intensivplätze soll erhöht werden.

Beatrice Vogel
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Bis auf Weiteres wird am Luzerner Kantonsspital nur noch in Notfällen operiert.

Bis auf Weiteres wird am Luzerner Kantonsspital nur noch in Notfällen operiert.

Symbolbild: Philipp Schmidli

Die Meldung kam nicht unerwartet: Das Luzerner Kantonsspital (Luks) stoppt alle nicht dringlichen Eingriffe bis auf Weiteres, Operationssäle werden reduziert, die Intensivplätze sukzessive erhöht. Notfallbetrieb heisst das Regime, das ab Dienstag an den Standorten Luzern, Sursee und Wolhusen gilt. Das Ziel: möglichst viele personelle und infrastrukturelle Ressourcen für Corona-Fälle zur Verfügung stellen.

Der Krisenstab des Luks geht davon aus, dass in den nächsten Wochen immer mehr am Corona-Virus erkrankte Personen hospitalisiert werden müssen, die Zahl der Fälle also stark ansteigt. Die möglichst gute Bewältigung dieser Pandemie verlange von den Spitälern einen sehr gezielten Umgang mit Ressourcen über eine lange Zeit.

Patienten werden persönlich informiert

«Für Patienten, die bereits einen Operationstermin haben, bedeutet das zunächst, dass sie persönlich kontaktiert und informiert werden», sagt Philipp Berger, Leiter der Unternehmenskommunikation des Luks. Auch die Ambulatorien sind grundsätzlich geschlossen, die Operationssäle in reduziertem Betrieb. Ausgenommen sind Notfälle, dazu zählen beispielsweise auch Geburten. Konkretere Angaben macht das Luks nicht. Es werde individuell entschieden, was ein Notfall sei und welche Operationen durchgeführt würden, sagt Philipp Berger: «Jeder Fall muss einzeln beurteilt werden.» Die medizinische Notfallversorgung der Bevölkerung sei weiterhin sichergestellt.

Je nach Entwicklung ist es möglich, dass einige Patienten trotzdem für Operationen aufgeboten werden. Dies hängt von den Kapazitäten ab. «Wir müssen die Situation laufend neu beurteilen», so Berger. Bis auf Weiteres ist im Luks trotz der aktuellen Lage kein Ferienstopp vorgesehen. Mitarbeitende werden aber um eine hohe Flexibilität gebeten. Dabei komme der Aufrechterhaltung des Betriebs hohe Bedeutung zu, so Berger.

Luks-CEO Benno Fuchs zum Notfallbetrieb:

Auch die Luzener Psychiatrie (Lups) teilte gestern mit, dass sie ihr Angebot einschränkt. Dies betrifft die Tagsklinik und deren Soderschulangebot des Kinder- und Jugendspychiatrischen Dienstes sowie ambulante Angebote der Erwachsenenpsychiatrie (unter anderen die Memory Clinic in Luzern und Sursee und die psychiatrische Adipositassprechstunde in Luzern). Patienten- und Bewohnerbesuche sind ebenfalls untersagt, ausgenommen sind Eltern von Kindern, behandlungsrelevante Gespräche oder Einzelfälle, beispielsweise in der Palliativpflege. Die stationäre und ambulante Grund- und Notfallversorgung sei weiterhin sichergestellt.

Zahl der hospitalisierten Fälle wird nicht kommuniziert

Nach und nach soll die Zahl der Intensivplätze am Luks erhöht werden. Aktuell gibt es in Luzern über 22 Intensivbetten. Wie viele Betten maximal für Corona-Patienten zu Verfügung gestellt werden können, hängt laut Philipp Berger von der Infrastruktur ab. Zudem kommuniziert das Luks keine Zahlen zu den hospitalisierten Corona-Fällen, da sich diese ständig ändern können. Gemäss dem letzten publizierten Stand sind im Kanton Luzern bisher 37 positiv getestete Personen bekannt.

Um weitere Übertragungen des Corona-Virus zu vermeiden, besteht am Luks seit Freitag an den Standorten Luzern, Sursee und Wolhusen bis auf Weiteres ein Besuchsverbot. Ausnahmen gelten für besondere Patientensituationen, wie die Besuche von Eltern bei Kindern, von Partnern bei gebärenden Frauen sowie von nahen Angehörigen bei sterbenden Menschen oder bei unterstützungsbedürftigen Patienten.

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