Luzerner Kinderärztin erlaubt ihren Lehrlingen Teilnahme an Klimademos

Die Luzerner Kinderärztin Sibylle Weymann ist beeindruckt von der Dynamik der Jugendbewegung. Damit ihre Lernenden gegenüber von Kantischülern nicht benachteiligt werden, erhalten sie für Klimademos frei - unter einer Bedingung.

Raphael Zemp
Drucken
Teilen
Demonstration gegen den Klimawandel in der Stadt Luzern. (Bild: Dominik Wunderli, 15.3.2019)

Demonstration gegen den Klimawandel in der Stadt Luzern. (Bild: Dominik Wunderli, 15.3.2019)

Dreimal hat die Luzerner Klimajugend ihren Protest lautstark und bunt auf Luzerns Strassen getragen. An den Demos immer prominent vertreten waren Kantischüler. Weniger in Erscheinung sind bisher Lehrlinge getreten.

Die Luzerner Kinderärztin Sibylla Weymann hat dafür eine einfache Erklärung: «Lernende in einem Betrieb sind benachteiligt.» Anders als Schüler und Studis könnten diese nicht ohne weiteres an den Demos teilnehmen. Wie sie gegenüber der «Luzerner Zeitung» ausführt, ist Weymann von der «Dynamik der Jugendbewegung beeindruckt». Deshalb will sie ihren drei Praxis-Lehrlingen für weitere Klimademos freigeben – sofern sie «sich aktiv einbringen» und ein Beweis-Selfie schicken.

Benachteiligt? Gaudenz Zemp, Direktor des Luzerner Gewerbeverbandes, ruft in Erinnerung: Für Kantischüler wie auch Lehrlinge gelte grundsätzlich eine Anwesenheitspflicht, in Schule und Betrieb. Er erwarte, dass die Schulen diese genauso strikt auslegten wie die Lehrbetriebe. Denn: «Die Präsenzvorgaben sind das Resultat demokratischer Entscheide.» (zar)