Luzerner Köche wollen sich den Sieg in Stuttgart holen

Vom 14. bis 19. Februar findet die Olympiade der Köche in Stuttgart statt. Ein Kochkunstteam aus Luzern nimmt teil. Die Vorbereitung ist intensiv. 

Raissa Bulinsky
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Es brutzelt und kocht und was dabei raus kommt sieht nicht nach «nullachtfünfzehn» Gerichten aus. Die Rede ist von den Menüs, die das Ausstellungsteam vom Gastronomenverein «Cercle des chefs de cuisine Lucerne» (CCCL) erstellt. Das 14-köpfige Kochkunstteam trainiert für die Olympiade der Köche, die Mitte Februar in Stuttgart stattfindet und Kochteams aus aller Welt in verschiedenen Disziplinen gegeneinander antreten lässt.

Ziel ist es, in der Disziplin «Regional Teams» Gold zu holen, so Marco Steiner, Manager des Teams. Der 34-jährige Familienvater und seine Ehefrau Karin Steiner, die auch Mitglied des Teams ist, haben schon mehrfach an Kochwettbewerben teilgenommen. Trotzdem sei die Zeit vor dem Wettbewerb jeweils sehr angespannt. Es könne immer etwas schief gehen, beispielsweise beim Transport der aufwendig vorbereiteten Gerichte. So werde das gesamte Team die zwei letzten Nächte vor dem grossen Tag durchmachen, denn dann wird auf Hochtouren gearbeitet. Nachdem Marco und sein Team 2018 Vizeweltmeister in Luxemburg wurden, sei der Ehrgeiz natürlich besonders gross.

Marco Steiner ist Teammanager des Luzerner Kochkunstteams.

Marco Steiner ist Teammanager des Luzerner Kochkunstteams. 

Bild: Boris Bürgisser (Littau, 28. Januar 2020

Ein guter Teamgeist ist die halbe Miete

Da die Mitglieder des Kochkunstteams gut miteinander harmonisieren, ist Marco zuversichtlich, dass sie ihr Können bestens unter Beweis stellen werden. Die einzelnen Teammitglieder schwingen normalerweise alle wo anders ihre Kochlöffel: die einen im À-la-carte-Restaurant, die anderen im Betagtenheim oder in einem Hotel. Gemeinsamkeit ist ihre Mitgliedschaft im CCCL und die Teilnahme an diversen Wettbewerben. Da die Vorbereitungszeit jeweils sehr intensiv sei, seien die Köche zu einem eingespielten Team geworden. Marco sagt:

«Die Zusammenarbeit schweisst zusammen: Wir sind wie eine grosse Familie.»

«In der Vorbereitungs- und Trainingszeit ist man nicht oft Zuhause und sieht Familie und Freunde nur selten. Deshalb wächst man stark zusammen», bestätigt Marco Vicere (29), ein Mitglied des Teams. Vor allem im Wettbewerb sei ein guter «Teamspirit» sehr wichtig, so Vicere.

Ladina Lüthi und Marco Viceré trainieren für die Olympiade.

Ladina Lüthi und Marco Viceré trainieren für die Olympiade. 

Bild: Boris Bürgisser (Littau, 28. Januar 2020)

Traditionelle Gerichte neu interpretiert

Das Kochkunstteam wird an der Olympiade der Köche neben einem Fünf-Gänge-Menü, verschiedenen Desserts und Fingerfood auch eine kalte Showplatte präsentieren. Dabei solle die internationale Jury mit – neu interpretierter – Schweizer Tradition überzeugt werden, so Vicere. Ganz nach dem Motto «From the Valley up to the Mountain» sollen ausschliesslich Schweizer Produkte verwendet werden.

Die Produktion der Gerichte sei sehr aufwendig und nicht zu vergleichen mit dem Kochen im Betrieb. «Manchmal muss man alles 100 mal machen, bis man wirklich zufrieden ist. Es kann schwierig sein, nicht die Geduld zu verlieren», erzählt Lukas Hess (24), Neuling im Team. Er ist erst seit dem Sommer 2019 Teil der Kochmannschaft, aber sei schon herzlichst in die «Familie» aufgenommen worden.

Der Reiz an Wettbewerben teilzunehmen erklärt Lukas damit, dass man sich unter Beweis stellen könne, aber auch dass es eine Abwechslung zur Arbeit im normalen Betrieb darstelle. In einem Restaurant könne man sich nicht so viel Zeit für ein Gericht nehmen, die Ansprüche seien ganz andere. Man könne so viel wichtige Erfahrungen sammeln.

Am 18. Februar ist es so weit. Dann wird das Kochkunstteam «Cercle des chefs de cuisine Lucerne» den Wettbewerb antreten.

Bild: Boris Bürgisser (Littau, 28. Januar 2020)

Bild: Boris Bürgisser (Littau, 28. Januar 2020)

Bild: Boris Bürgisser (Littau, 28. Januar 2020)