LUZERNER KRIMINALGERICHT: Trotz Vergewaltigung straflos davongekommen

Das Opfer erstattete die Anzeige zu spät: Deshalb wird ein Mann nicht wegen Vergewaltigung in der Ehe bestraft.

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(Symbolbild Keystone)

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Ein Tamile, der seine um zehn Jahre jüngere Frau mehrmals zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben soll, ist vom Luzerner Kriminalgericht von der Vergewaltigung freigesprochen worden. Der Grund ist ein Formfehler: Das Opfer hatte es um wenige Tage verpasst, rechtzeitig einen Strafantrag zu stellen, worauf das Strafverfahren in diesem Punkt eingestellt wurde.

Mit Metallrohr geschlagen und zum Beischlaf gezwungen
Das Kriminalgericht verurteilte den Mann hingegen wegen mehrfacher Gefährdung des Lebens, der Nötigung und der Körperverletzung zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren, von denen er zehn Monate absitzen muss.

Aus Eifersucht und im Alkoholexzess hatte der Mann seine Frau zwischen 2001 und 2004 mehrmals geschlagen, unter anderem mit einem Metallrohr, und andere Male bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt. Im Sommer 2003 habe er sie ausserdem mit dem Küchenmesser attackiert und sie am rechten Unterarm verletzt, berichtet die Frau. Zudem habe er sie, gemäss Aussagen der Frau, regelmässig zum Beischlaf gezwungen.

Das Gesetz wurde geändert
Zur Zeit der Tat galt Vergewaltigung in der Ehe noch als Antragsdelikt, wurde also nur verfolgt, wenn Anzeige erstattet wurde. Inzwischen ist das Gesetz angepasst worden. Vergewaltigung in der Ehe ist inzwischen ein Offizialdelikt, wird also von Amtes wegen verfolgt.

Guido Felder

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Luzerner Zeitung.