Luzerner Kriminalgericht verurteilt Kokainhändler zu über 7 Jahren Haft

Ein 35-Jähriger Luzerner wird wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, das Ausländergesetz sowie das Waffengesetz bestraft. Die Staatsanwaltschaft forderte indes eine noch längere Haftstrafe.

Evelyne Fischer
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Im Februar 2017 konnte die Luzerner Polizei einen Drogenring sprengen, der Kokainhandel im grossen Stil betrieben hatte. Von gut zehn Kilogramm ist die Rede. Ein Liebespaar hat dabei die Fäden gezogen: Die Frau, eine Venezolanerin, wurde Ende 2018 zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt und für zehn Jahre des Landes verwiesen. Ihr Partner, ein Doppelbürger Schweiz-Dominikanische Republik, musste sich jüngst vor dem Kriminalgericht verantworten. Er soll rund 4,5 Kilo Kokain in den Verkauf gebracht haben (Artikel vom 9. Dezember).

Das Luzerner Kriminalgericht verurteilt den 35-Jährigen nun unter anderem wegen mehrfacher Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie das Waffengesetz. Weil er seine Freundin, die mit einer Einreisesperre belegt ist, nach Luzern gebracht und auch Drogenkurieren Unterkünfte in der Schweiz verschafft hatte, verstiess er zudem mehrfach gegen das Ausländergesetz.

Das Kriminalgericht verhängt eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren und vier Monaten. Angerechnet werden dem Beschuldigten 1037 Tage, die er schon abgesessen hat. Zudem wird der zweifache Familienvater zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen à 30 Franken verurteilt und hat eine Busse von 400 Franken zu zahlen. Hinzu kommen über 46'000 Franken Verfahrenskosten. Das Urteil liegt erst im Dispositiv vor und ist noch nicht rechtskräftig.

Staatsanwalt forderte neun Jahre Haft «im Minimum»

Der Verteidiger pochte auf eine Gefängnisstrafe von fünf Jahren – weil der Beschuldigte grösstenteils geständig sei und einen Reifeprozess durchgemacht habe. Der Staatsanwalt hatte eine Freiheitsstrafe von neun Jahren, eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 30 Franken und eine Busse von 1000 Franken gefordert. Das sei «das absolute Minimum». Weshalb das Kriminalgericht nun zu einem anderen Schuldspruch kommt, geht aus dem Urteilsdispo nicht hervor.