Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Luzerner Kriminalgericht verurteilt Profi-Einbrecher zu fünf Jahren Gefängnis

226'000 Franken hat eine Einbrecher-Bande in mehreren Kantonen erbeutet, auch in Luzern. Das Kriminalgericht verurteilt zwei der Täter zu mehrjährigen Freiheitsstrafen, die aber schon bald verbüsst sind.
Kilian Küttel

Ein Mann macht sich an einer Fensterfront zu schaffen, hebt die Lamellenstoren an, zertrümmert die Scheibe. Eine Nacht im Juni 2015, ein Industriegebiet im Berner Mittelland. Links eine Autohaus, rechts ein Entsorgungszentrum. Der Mann bricht ins Gebäude dazwischen ein.

Der Einbruch bringt 15'754 Franken

Mit einer mitgebrachten Trennscheibe schneidet er den Tresor auf, den er in einem der Büroräume entdeckt hat. 15'754 Franken stiehlt er daraus, flüchtet anschliessend mit seinen vier Kumpanen vom Tatort. Einer fährt das Fluchtauto, ein anderer hat Wache gestanden. Die Beute wird aufgeteilt. Es sollte das letzte Mal sein.

Am 15. Juni wird der 35-jährige Kosovare festgenommen. Dreieinhalb Jahre später steht er vor dem Luzerner Kriminalgericht, das ihn gleichentags schuldig spricht. Wegen gewerbs- und bandenmässigem Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch. Unter anderem. Fünf Jahre Gefängnis.

Ein Dorf im Aargau, wo alles begann

«Das Tatverschulden des Beschuldigten wiegt schwer. Er reiste wiederholt als eigentlicher Kriminaltourist in die Schweiz ein, um Einbruchdiebstähle zu verüben», halten die Richter im Urteil fest, das seit Freitag öffentlich und rechtskräftig ist. Und weiter: «Die Zahl und Art der begangenen Straftaten zeigt, dass bei ihm von einem hohen Mass an krimineller Energie auszugehen ist.»

Der 15. Juni ist das vorläufige Ende einer Diebestour durch die Schweiz, die am 30. Oktober 2013 begonnen hat. In einem Aargauer Dorf, in dem die Nachbarn Swimmingpools im Garten haben. Der heute 39-Jährige versuchte damals, in ein Haus unweit einer katholischen Kirche einzubrechen. Weisse Fassade, Gibeldach, das Grundstück von einem braunen Holzzaun umringt. Weil ihm die doppelverglasten Fenster in die Quere kamen, beliess er es in diesem Fall beim Versuch.

Bis zum Ende sollten über 50 Einbrüche und versuchte Einbrüche folgen, 34 waren erfolgreich. Die mehrköpfige Bande erbeutete gut 226 134 Franken, verursachte einen Sachschaden von 449 857 Franken. In Hendschiken, Frick, in Bätterkinden und Villmergen. Aber auch in Wikon und Hildisrieden.

Vier Jahre und acht Monate für zweiten Täter

6193 Franken Sachschaden waren es bei einem Einbruch in Sursee, wo die Bande 4195.05 Franken aus einem Bürogebäude gestohlen hatte.

Die Einbrecher agierten in unterschiedlicher Zusammensetzung, die Aufgaben wurden immer ähnlich verteilt. Meist war es der 39-jährige Kosovare, der in die Gebäude einstieg. Häufig unterstützt von einem vier Jahre jüngeren Mann, der ebenfalls vom Kriminalgericht verurteilt wurde. Auch dieses Urteil ist seit Freitag öffentlich.

Das Richtergremium bestraft den jüngeren Kosovaren zu vier Jahren und acht Monaten Gefängnis. Die Strafe fällt niedriger aus, weil der jüngere der beiden an weniger Einbrüchen beteiligt war. Auch die übrigen Bandenmitglieder mussten sich vor Gericht verantworten, diese wurden bereits im Vorfeld zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt.

Die Strafe ist schon fast verbüsst

Ihre Taten hatten die beiden gestanden, was angesichts der erdrückenden Beweislage wenig überraschend ist. Trotz des Schuldspruchs, werden beide Männer bald wieder auf freiem Fuss sein. Denn beide befinden sich seit fast drei Jahren im vorzeitigen Strafvollzug, nachdem sie bereits in Untersuchungshaft waren.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.