Luzerner Kriminalgericht verurteilt Ufschötti-Räuber

Das Kriminalgericht Luzern hat einen 20-Jährigen, der auf der Ufschötti in Luzern an einem Raub beteiligt war, zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwölf Monaten verurteilt. Von einem Landesverweis sieht es ab.

Drucken
Teilen
Menschen bei der Ufschötti.

Menschen bei der Ufschötti. 

Bild: Patrick Hürlimann, Luzern, 5. April 2020)
(sda)

Zum Zeitpunkt der Tat war der Beschuldigte knapp einen Monat volljährig. Mit einem minderjährigen Kollegen ging er in einer Sommernacht 2018 alkoholisiert auf die Ufschötti, eine Freizeitwiese am See, um dort jemanden auszurauben - aus einer Laune heraus, wie es in der Anklageschrift heisst: das Duo brauchte Geld für den Geburtstag eines Kollegen.

Die beiden wählten als Opfer zwei Männer, die auf einer Bank sassen. Der Beschuldigte bedrohte sie mit einem verbotenen Schmetterlingsmesser, sein Kollege wurde handgreiflich. Mehr als ein paar Franken erbeuteten sie aber nicht. Das Gericht verurteilte den Beschuldigten deswegen wegen Raubs und wegen Widerhandlungen gegen das Waffengesetz zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwölf Monaten. Die Probezeit beträgt zwei Jahre.

Für diese Tat müsste der aus dem Kosovo stammende Beschuldigte eigentlich des Landes verwiesen werden. Das Gericht sah wie der Staatsanwalt in ihm aber einen Härtefall und verzichtete deswegen darauf. Eine Landesverweisung wäre für den Beschuldigten fatal, heisst es in der Anklageschrift.

Kaum Kontakt zur Heimat der Eltern

Für den Härtefall wird in der Anklageschrift angeführt, dass der Beschuldigte sein ganzes Leben in der Schweiz verbracht und kaum Kontakt zur Heimat seiner Eltern habe. Er sei noch jung und habe zum ersten Mal delinquiert.

Zudem leidet der Beschuldigte an einer Lernbehinderung. Die Lehre machte er in einer geschützten Werkstatt, im letzten Sommer startete er mit Unterstützung der IV eine berufliche Eingliederungsmassnahme. Ein solch geschütztes und stabiles Umfeld, das ihm die Chance gebe, einmal auf eigenen Beinen zu stehen, hätte er im Kosovo wahrscheinlich nicht, heisst es in der Anklageschrift weiter.

Das Urteil, das im abgekürzten Verfahren zustande kam, ist rechtskräftig.