Luzerner Kriminalrichter verurteilen Messerstecher zu neun Jahren Gefängnis

Er hat in einer Bar in der Stadtluzerner Baselstrasse einen Eritreer mit einem Messer tödlich verletzt. Nun kassiert der Serbe eine Freiheitsstrafe und einen Landesverweis.

Evelyne Fischer
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Der Tatort im November 2017.

Der Tatort im November 2017.

Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 2. November 2017)

In der Luzerner Baselstrasse kam es im November 2017 zu einem Tötungsdelikt: Nach einer Prügelei stach ein Serbe in der Loco Bar mit einem Messer auf einen Eritreer ein. Dieser verstarb noch vor Ort. Der Täter musste sich jüngst vor dem Kriminalgericht verantworten.

Nun liegt das Urteil im Dispositiv vor: Das Gericht verhängt dem heute 39-Jährigen eine Freiheitsstrafe von neun Jahren und 14 Tagen. Unter anderem wegen vorsätzlicher Tötung und Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Angerechnet werden ihm 246 Tage, die er bereits abgesessen hat. Ferner hat er eine Busse von 300 Franken zu bezahlen und wird für die Dauer von zwölf Jahren des Landes verwiesen. An die Mutter und den kleinen Sohn des Opfers hat er Genugtuungszahlungen in der Höhe von 50'000 Franken zu leisten.

Verteidiger hat Berufung angemeldet

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig: Der Verteidiger des Beschuldigten hat Berufung angemeldet. Er hatte einen Freispruch vom Tötungsvorwurf verlangt und mit Notwehr argumentiert. Die Staatsanwältin wiederum hatte nebst dem Landesverweis und einer Busse von 500 Franken eine elfjährige Freiheitsstrafe gefordert.

Der Beschuldigte, der aktuell als Bauspengler arbeitet, ist unter anderem wegen Tätlichkeiten und Drohungen mehrfach einschlägig vorbestraft. Der zweifache Familienvater muss bis mindestens Ende November jeden Monat persönlich bei der Staatsanwaltschaft vorstellig werden, es besteht auch eine Pass- und Schriftensperre. Diese und weitere Massnahmen seien aufgrund des «dringenden Tatverdachts» und der «Fluchtgefahr» nötig, hält das Gericht in der Kurzbegründung fest.