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Interview

Luzerner Kripochef zum Drogenhandel an Schulen: «In dieser Dimension ist das ein neues Phänomen»

Auch für Jürg Wobmann, Chef der Luzerner Kriminalpolizei, ist dieser Fall erschreckend. Insbesondere erstaunt hat ihn die hohe Bereitschaft, kriminelle Handlungen vorzunehmen, um an die illegalen Substanzen zu kommen.
Yasmin Kunz
Jürg Wobmann.

Jürg Wobmann.

Das ist ein Fall, wie es ihn im Kanton Luzern bisher nicht gegeben hat. Gegen 50 Luzerner Jugendliche wird wegen mehrerer Straftatbestände ermittelt. Sie sollen im Darknet illegale Substanzen wie Amphetamine und Ecstasy besorgt und dann konsumiert haben. Teils haben die Schüler und Lehrlinge auch mit dem Stoff gedealt. Jürg Wobmann, Chef der Luzerner Kriminalpolizei, erzählt, was die Ermittler besonders geschockt hat.

Als Chef der Luzerner Kriminalpolizei sehen Sie vieles. Überrascht Sie dieser Fall?

Jürg Wobmann: Man kannte Medikamentenmissbrauch unter Jugendlichen bisher eher im Einzelfall. In dieser Dimension ist es ein neues Phänomen, welches wir sehr ernst nehmen. Unsere Fachleute waren während der Ermittlungen immer wieder sprachlos darüber, wie unkritisch Jugendliche vom Konsum dieser Drogen- und Medikamenten-Cocktails sprachen. Scheinbar sind sie sich nicht bewusst, wie gefährlich solche Kombination sein kann. Erschreckend ist zudem, wie bewusst kriminelle Handlungen ausübten, um an die Substanzen ranzukommen.

Wie können solche Fälle verhindert werden?

Der Weg kann eigentlich nur über die Prävention führen. Wir können als Polizei von solchen Fällen berichten und den Repressionsdruck auf die Händler so hoch wie möglich halten. Viel wichtiger ist es nun aber, dass auch die Schulen und Jugendorganisationen die Situation erkennen und handeln.

Ist denn bisher in diesem Bereich zu wenig unternommen worden?

Es liegt nicht an uns, die Präventionsmassnahmen zu beurteilen. Fakt ist, dass die Dunkelziffer wohl hoch ist und wir alles daran setzen müssen, damit sich die Jugendlichen über die Folgen des Konsums und der damit vorhergehenden Straftat bewusst werden.

Und wer ist Ihrer Ansicht nach in diesem Bereich für die Prävention zuständig?

Es sind Institutionen, Vereine oder Verbände, welche mit Jugendlichen arbeiten. Letztlich sind es aber auch die Eltern, welche diesbezüglich dringend sensibilisiert werden müssen. Viele Väter und Mütter hatten nicht bemerkt, dass ihr Kind in der Suchtspirale steckt.

Die Beschuldigten besorgten sich die Substanzen aus dem Darknet. Wie schwierig war es, die Täter zu ermitteln?

Unsere Ermittler haben über Monate Hinweise gesammelt und diese kombiniert. Schritt für Schritt konnte das Netz aufgedeckt werden. Wie konkret das abgelaufen ist, kommunizieren wir nicht. Erstaunt hat uns, wie clever und organisiert die Jugendlichen die Substanzen organisierten.

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