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Luzerner Landungsbrücke wird in ursprünglichen Zustand versetzt

Derzeit wird die Landungsbrücke 1, an der jeweils die Dampfschiffe der SGV landen, saniert. Das denkmalgeschützte Gebäude des bekannten Architekten Armin Meili soll danach transparenter wirken.
Beatrice Vogel

So manchem dürfte es schon aufgefallen sein: Seit einiger Zeit ist die Landungsbrücke 1 am Luzerner Bahnhofplatz in weissen Plastik eingepackt:

(Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 23. Januar 2019)

(Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 23. Januar 2019)

Die Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV) ist derzeit daran, diese zu sanieren. Die Arbeiten sollen bis Mitte April abgeschlossen sein – rechtzeitig zum Saisonbeginn des Schifffahrtsbetriebs im Frühling.

Die SGV investiert für die Sanierung 1,3 Millionen Franken und arbeitet dabei eng mit der Denkmalpflege zusammen, wie Projektleiter Hans Zwahlen auf Anfrage sagt: «Es ist ein bedeutender Bau, geplant vom Architekten Armin Meili.»

Das Gebäude, das mittlerweile unter Denkmalschutz steht, wurde von 1935 bis 1936 im Auftrag der Stadt Luzern erbaut. Kurz nach der Eröffnung sah es so aus:

(Bild: PD)

(Bild: PD)

Anstrich in einem anderen Blau

Bei der Sanierung wird die gesamte Eisenkonstruktion der sogenannten Meilihalle saniert und von Rost befreit. Auch die Betonkonstruktion des Bodens wird soweit nötig saniert. «Farblich wird die Halle in ihren ursprünglichen Zustand versetzt. Es ist dann ein anderes Blau, als wir es bisher kannten», erklärt Hans Zwahlen beim Rundgang durch die Baustelle.

(Bild: Dominik Wunderli, 23. Januar 2019)

(Bild: Dominik Wunderli, 23. Januar 2019)

Im Inneren wird die Halle vollständig geleert – Plakatwände oder Velos gibt es darin nach der Sanierung keine mehr. Nur noch lange Bänke für die Wartenden beidseitig der Halle sind dann an Mobiliar vorhanden. «Der Raum wird ganz anders wirken. Die Transparenz, die durch die vielen Fenster entsteht, kann sich wieder entfalten», so Zwahlen.

Glas mit spezieller Technik hergestellt

Besondere Aufmerksamkeit erhalten denn auch die Fenster. Sie sind teils mundgeblasen, teils gezogen, und dadurch leicht bewegt, also uneben. «Damals gab es die Technik des sogenannten Floatglases noch nicht, bei der spiegelglatte Gläser entstehen», erklärt der Glasmaler Christoph Stooss, der mit der Glasarbeit an der Meilihalle betraut ist. Nach Möglichkeit wird deshalb der alte Glasbestand verwendet, zumindest bei den oberen Fensterreihen.

Allerdings gelten heute andere Sicherheitsstandards – das Glas sollte beim Brechen wie eine Windschutzscheibe splittern, ohne dass es scharfe Kanten gibt. Deshalb hat Christoph Stooss für die unteren Fensterreihen normales Floatglas mit einer speziellen Unterlage neu gebrannt. «Dadurch wirkt dieses Glas ebenfalls leicht bewegt».

Ausgenommen von der Sanierung ist das Schalterhäuschen rechts der Landungsbrücke. Dort werde nur im Innern einiges erneuert. Auf den aktuellen Schiffsbetrieb hat die Sanierung keine Auswirkungen, ausser dass die Schiffe derzeit ab der Landungsbrücke 2 fahren.

Floss scheucht Wasservögel auf

Was dem einen oder anderen Passanten ebenfalls aufgefallen sein dürfte: Ein grosses Floss mit Kran macht sich an den Landungsbrücken zu schaffen. Dieses hat allerdings nur einen indirekten Zusammenhang mit der Brückensanierung, wie Zwahlen erläutert: «Von diesem Floss aus wird der jährliche Pfahlwerkunterhalt der SGV-Landungsbrücken in Luzern vorgenommen.»

Während das Floss tagsüber bei den Landungsbrücken im Einsatz ist, wird es über Nacht auf der anderen Seeseite beim Bootshaus der alten Seepolizei vor dem Hotel Palace stationiert. Dies stösst bei Anwohnern auf Unmut. Ein Leser, der an der Haldenstrasse wohnt, sagt gegenüber unserer Zeitung, das Floss scheuche jeweils beim Zu- und Wegfahren die Wasservögel auf, die sich an jener Stelle für die Überwinterung niedergelassen haben.

Der Leser befürchtet, dass einige Vögel wegen dieses Kräfteverschleisses eingehen. «Ausserdem befinden sich dort Laichplätze von Fischen.» Der Leser verstehe nicht, warum die SGV das Floss nicht bei der Werft parkieren kann.

Hans Zwahlen sagt dazu, dass der Pfahlwerkunterhalt Ende Woche abgeschlossen sei. Man werde aber in Zukunft auf diese Gegebenheiten Rücksicht nehmen.

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