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Luzerner Landwirte bleiben verschont von CO2-Reduktionsfrist

Luzerner Bäuerinnen und Bauern müssen den CO2-Ausstoss ihrer Betriebe nicht bis 2050 herunterfahren. Der Kantonsrat hat am Montag eine Motion von Roland Fischer (GLP) mit 87 zu 19 Stimmen in ein Postulat abgeschwächt und teilweise überwiesen.
Müssen den CO2-Ausstoss bis 2050 nicht reduzieren: Luzerner Bauern. (Symbolbild Keystone)

Müssen den CO2-Ausstoss bis 2050 nicht reduzieren: Luzerner Bauern. (Symbolbild Keystone)

(sda) Hauptziel des Vorstosses war es, verbindliche Ziele zur Reduktion der Treibhausgasemissionen für die Landwirtschaft festzulegen und zwar so, dass bis spätestens 2050 der Ausstoss in CO2-Äquivalenten netto null beträgt. «Es wird ohne eine gewisse Reduktion der Tierbestände nicht gehen», sagte Fischer im Rat.

Die Landwirtschaft war im Jahr 2016 mit rund sechs Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten für rund 12 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen der Schweiz verantwortlich. Rund zehn Prozent des Rindvieh- und des Geflügelbestandes sowie 30 Prozent des Schweinebestandes der Schweiz werden im Kanton Luzern gehalten.

Die Regierung habe den Handlungsbedarf erkannt, jedoch sei netto Null bis 2050 als verbindliches Reduktionsziel in der Landwirtschaft nicht realistisch. Man akzeptiere aber die zwei weiteren Forderungen des Vorstosses.

«Mehr Import bei Annahme»

Einerseits wolle die Regierung prüfen, Ziele zur Klimaadaption in die Revision des Landwirtschaftsgesetzes aufzunehmen. Anderseits werde sie den verlangten Massnahmenplan für die Landwirtschaft als Teil des Energie- und Klimaberichts erarbeiten.

Die SVP wollte von der Sache nichts wissen - weder in Form einer Motion noch als Postulat. Einmal mehr werde auf die Landwirtschaft geschossen, sagte Willi Knecht (SVP). Eine Folge der Annahme wäre ein höherer Import von Landwirtschaftsprodukten. Dem hielt Motionär Fischer entgegen. Er fordere nicht mehr Import, sondern dass die Bevölkerung ihr Konsumverhalten anpasse. Es gebe zudem sehr viele Kompensationsmöglichkeiten im Kanton Luzern.

Für eine teilweise Überweisung als Postulat waren die Fraktionen von Grünen bis FDP. Hauptargument dafür war, dass zentrale Vorgaben für die Landwirtschaft auf nationaler Ebene definiert würden, wie es Yvonne Zemp (SP) stellvertretend aufführte. Die CVP sprach von einer kurzsichtigen, um nicht zu sagen naiven Haltung hinter dem Vorstoss. 80 Prozent der Landwirtschaftsfläche des Kantons würden sich nur für den Anbau von Gras eignen. Und dieses fräsen nun mal die Tiere.

Auch die Grünen leisteten Fischer nur bedingt Schützenhilfe. Mehr Ackerbau im Kanton Luzern als Alternative zur Tierhaltung sei schwierig, weil fast sämtliche Reserven der Fruchtfolgeflächen zubetoniert wurden, sagte Valentin Arnold.

Keine Pferdeförderung

Um Vierbeiner ging es auch bei einem Postulat, das Hasan Candan (SP) eingereicht hatte. Die Regierung sollte prüfen müssen, wie das Holzrücken mit Pferden gefördert und im Staatsforstbetrieb eingesetzt werden könne. Zwar könnten Pferde die Forstmaschinen nicht ersetzen, jedoch eine ökologisch und ökonomisch sinnvolle Ergänzung bei Waldarbeiten bieten.

Der Wald erhalte mit dem Klimawandel eine wachsende Bedeutung, und somit habe der Kanton hier eine grosse Ressource, sagte Candan. Die Sprecher aus den Reihen von CVP, GLP, SVP und FDP sprachen wahlweise von einem sympathischen, herzigen oder nostalgischen Vorstoss. «Aber damit retten wir das Klima nicht», sagte Priska Wismer-Felder (CVP).

Willi Knecht (SVP) verordnete die Idee «in der Kategorie Ballenberg-Landwirtschaft». Sie sei gut gemeint, aber nicht umsetzbar, da es unter anderem an geschulten Pferden fehle. Dem hielt Yvonne Hunkeler (CVP) entgegen, die Schweiz habe mit dem Freiberger sogar eine eigene Rasse, die für solche Arbeiten geeignet sei.

Die GLP wies darauf hin, dass es privaten Waldbesitzern offenstehe, mit Pferden zu arbeiten. Die Kantonsverwaltung aber solle sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren. Wie von der Regierung beantragt, lehnte der Rat das Postulat mit 74 zu 35 Stimmen ab.

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