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Luzerner Lehrer ignorieren Altersbegrenzung bei Whatsapp

Der Kurznachrichtendienst hat das Mindestalter von 13 auf 16 Jahre heraufgesetzt. Während Zürcher Schulen die Klassenchats löschen, wartet man in Luzern ab – weil das Alter der Nutzer kaum überprüft werden könne.
Lucien Rahm
Kinder unter 16 Jahren dürfen laut den Bestimmungen von Whatsapp den Dienst nicht mehr nutzen. (Bild: Getty)

Kinder unter 16 Jahren dürfen laut den Bestimmungen von Whatsapp den Dienst nicht mehr nutzen. (Bild: Getty)

«Lehrer müssen Klassenchats auf Whatsapp löschen», vermeldete die «Sonntagszeitung» in ihrer letzten Ausgabe. Mit dem Inkrafttreten ihrer neuen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) per 25. Mai verbietet die EU, dass auf ihrem Gebiet Daten von Unter-16-Jährigen bearbeitet werden – was bei der Nutzung von Whatsapp geschieht. Als Folge der neuen Verordnung hat der Kurzmitteilungsdienst das Mindestalter für seine Nutzer von 13 auf 16 angehoben – auch in der Schweiz. Im Kanton Zürich haben erste Schulen auf die Änderung reagiert und Whats­app-Klassenchats gelöscht. Denn Kinder in der obligatorischen Schulzeit sind in der Regel unter 16-jährig.

An den Luzerner Schulen hingegen werden die Whatsapp-Chats auch unter den veränderten Nutzungsbedingungen vorerst wie bisher auch für unter 16-jährige Schüler genutzt. Denn: «Die Schüler machen sich gesetzlich nicht strafbar, wenn sie sich nicht an die neuen Bestimmungen halten», sagt Annamarie Bürkli, Präsidentin des Luzerner Lehrerinnen- und Lehrerverbands. Diese Ansicht teilt Medienrechtsexperte Martin Steiger. Es gebe in der Schweiz keinen Straftatbestand, der eine Nutzung der App trotz nicht erreichtem Mindestalter verbiete, schreibt er auf seinem Blog. Ausserdem sei auch das bisherige Mindestalter nie konsequent durchgesetzt worden.

In der Jungwacht herrscht Handyverbot

Wie die einzelnen Schulen im Kanton Luzern den Umgang mit den Gruppenchats künftig handhaben wollen, sei noch zu diskutieren, sagt Bürkli. Denkbar wäre das Ausweichen auf andere Chats oder das Einholen der elterlichen Erlaubnis zur weiteren Nutzung von Whatsapp durch ihre Kinder. Denn sind alle beteiligten Eltern einverstanden, können solche Chats mit Unter-16-Jährigen gemäss den neuen Nutzungsbedingungen weitergeführt werden. Zudem würde Bürkli es begrüssen, wenn die Lehrer im Rahmen des Medienunterrichts über die neue Datenschutzverordnung aufklären würden.

«Wir möchten, dass die Kinder ihr Handy für einmal weglegen.»

Auch bei den Nachwuchsmannschaften des FC Luzern werden Informationen wie zum Beispiel Änderungen zu Trainingszeiten häufig in Whatsapp-Gruppenchats geteilt. Die Anhebung des Mindestalters beschäftigt daher auch den Fussballclub. Unter 16-jährig sind die je 20 bis 25 Spieler von sieben Nachwuchsmannschaften. «Weil aber noch nicht klar ist, wie Whatsapp das Alter seiner Nutzer genau überprüfen will, nutzen wir die Chats vorerst weiter», sagt der FCL-Medienverantwortliche Markus Krienbühl. Würde der Chatdienstbetreiber das neue Mindestalter verbindlich durchsetzen, würde der Verein die Eltern um Erlaubnis bitten, ihre Kinder weiterhin Whatsapp nutzen zu lassen. Allenfalls wären auch alternative Kommunikationswege wie SMS, Facebook-Gruppen oder E-Mail eine Option. Letztere Variante wäre allerdings wenig geeignet, da der Verein meist nur über die E-Mail-adressen der Eltern verfügt und die Infos so langsamer zu den Kindern gelangen würden, sagt Krienbühl. Mit Whatsapp liessen sich die Kinder viel direkter erreichen.

Unproblematisch ist die geplante Heraufsetzung des Mindestalters für die Jungwacht Sursee. Zwar betreibt diese einen Whatsapp-Chat, der vor allem für kurzfristige Änderungen bei wetterbedingten Aktivitäten sehr praktisch sei, sagt Scharleiter Samuel Zbinden. Die Teilnehmer des Chats seien jedoch nicht die Kinder selbst, sondern deren Eltern. «Wir möchten bei uns eigentlich eher fördern, dass die Kinder ihr Handy für einmal weglegen», sagt Zbinden. In Lagern gilt daher ein Natelverbot.

EVZ setzt auf Alternative

Kein Problem stellen die neuen Nutzungsbedingungen auch für die Nachwuchsmannschaften des EV Zug dar. «Wir setzen schon seit der vergangenen Saison nicht mehr auf Whatsapp als Kommunikationskanal für unseren Nachwuchs», sagt die Kommunikationsverantwortliche des EVZ, Marisa Hürlimann.

Bei den Nachwuchsspielern kommt seither eine kostenlose App zum Einsatz, die speziell für den Austausch innerhalb von Sportvereinen gemacht ist. «Für diese haben wir uns entschieden, weil uns Whatsapp zu unübersichtlich war», so Hürlimann. In der neuen App könnten auch hochgeladene Dokumente wie Trainingspläne schnell wiedergefunden werden, was bei Whats-app schwieriger sei.

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