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Luzerner machen beim Abfalltrennen nicht die beste Figur

Im vergangenen Jahr haben die Luzerner kantonsweit leicht weniger Siedlungsabfall verursacht als 2016. Rund die Hälfte davon recycelten sie – doch es könnte noch mehr sein.
Lucien Rahm
Oftmals enthält er auch Nahrungsmittel, die noch geniessbar wären: Ein Abfallsack in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 3. Januar 2011))

Oftmals enthält er auch Nahrungsmittel, die noch geniessbar wären: Ein Abfallsack in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 3. Januar 2011))

Rund 171'000 Tonnen Abfall haben die Haushalte im Kanton Luzern 2017 produziert, wie sich der neuen Abfallstatistik der Dienststelle Umwelt und Energie des Kantons entnehmen lässt. Das ist ein halbes Prozent weniger als 2016.

Pro Kopf macht das rund 424 Kilogramm. 2016 sorgte der einzelne Luzerner im Schnitt für 431 Kilogramm des sogenannten Siedlungsabfalls. Allerdings ist die Bevölkerung seitdem um rund ein Prozent gewachsen.

85'000 Tonnen des letztjährigen Abfalls bestehen aus Hauskehricht, der die Haushalte in einem Kehrichtsack verlässt. Hinzu kommen noch einmal so viel rezyklierter Abfall: 86'000 Tonnen Altglas, Grüngut, Papier und Karton haben die Luzerner 2017 korrekt entsorgt – also rund die Hälfte des verursachten Unrats. Damit liegt der Kanton Luzern leicht unter dem schweizerischen Durchschnitt von 52 Prozent (2016). Doch es könnte noch mehr sein, hält die Abfallstatistik fest: «Der Hauskehricht enthält einen hohen Anteil an Abfällen, die sich verwerten liessen.»

Hauskehricht und Separatabfälle 2017 im Kanton Luzern. (Quelle: Lustat Statistik Luzern/UWE)

Hauskehricht und Separatabfälle 2017 im Kanton Luzern. (Quelle: Lustat Statistik Luzern/UWE)

So findet sich nebst Papier oder Karton beispielsweise einiges an biogenen Abfällen im Hauskehricht. Im Schnitt beläuft sich dieser Anteil auf rund einen Drittel, wie die Abfallerhebung 2012 des Bundesamtes für Umwelt (Bafu) ergeben hat. Bei der Hälfte dieser biogenen Abfälle handelt es sich gemäss Bafu um «weggeworfene, aber durchaus noch geniessbare Lebensmittel».

Recyclingquote soll erhöht werden

Wie lässt sich dieses Verhalten erklären? «Es braucht vielleicht noch mehr Aufklärung», sagt Robert Schnyder, Teamleiter Sonder- und Siedlungsabfälle bei der kantonalen Dienststelle Umwelt und Energie (UWE) auf Anfrage. Viele würden wohl unbewusst Dinge in den Abfall werfen, die nicht dorthin gehörten. «Manche wohl auch aus Bequemlichkeit.»

Bei der Information der Bevölkerung setzt die UWE insbesondere auf den Abfallkalender, der den Haushalten ausgehändigt wird. Darin werden Informationen und Anleitungen zur korrekten Abfalltrennung aufgeführt. Doch werde diesen Informationen offenbar noch zu wenig Beachtung geschenkt.

Hingegen habe er den Eindruck, dass sich die Ökihöfe im Kanton zunehmender Beliebtheit erfreuen. «An einem Samstag herrscht dort reger Betrieb», so Schnyder.

Durch die Ökihöfe und eine noch bessere Information der Bevölkerung erhofft sich Schnyder in den nächsten Jahren eine Erhöhung der Recyclingquote. «Das Ziel sind 60 Prozent bis im Jahr 2030.» Pro Kopf sollen die 40 Prozent Haushaltskehricht somit jährlich weniger als 180 Kilogramm betragen, der Rest des Siedlungsabfalls würde wiederverwertet.

Die gesamte Abfallstatistik 2017 finden Sie hier.

Abfalltrennung im Nachhinein nicht sinnvoll

Theoretisch wäre denkbar, denn Abfall aus dem Kehrichtsack auch in der Entsorgungsanlage zu trennen, sagt Robert Schnyder. Die Stadt Bern habe bereits Versuche hierzu unternommen. «Die wiederverwertbaren Stoffe haben dann allerdings nie die Sauberkeit, die sie hätten, wenn sie der Konsument selber trennen würde.» Der Aufwand sei bei der nachträglichen Methode zudem grösser. (lur)

12'000 Tonnen mehr Sonderabfälle

2017 wurde im Kanton Luzern weniger Abfallbiomasse verarbeitet. Waren es 2016 noch 89'500 Tonnen, ist die Menge letztes Jahr auf 86'400 Tonnen gesunken. Knapp ein Drittel stammte dabei aus anderen Kantonen oder dem Ausland. Zur Abfallbiomasse zählen unter anderem Landwirtschaftsabfälle wie Gülle und Mist sowie Bioabfälle aus der Industrie oder dem Gartenbau.

Die Sonderabfälle hingegen nahmen gegenüber 2015 um über 12'000 Tonnen zu und beliefen sich 2016 auf 85'000 Tonnen. Die Zunahme hänge mit Bautätigkeiten auf stark belasteten Grundstücken zusammen, die im 2016 vorgenommen wurden. Je nach Intensität solcher Bauaktivitäten könne die Menge an Sonderabfällen jährlich stark schwanken, sagt Schnyder. (lur)

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