Luzerner Mittelschullehrer hoffen auf ein Ende des Spar-Modus

Der Verband der Luzerner Mittelschullehrer verzichtet auf eine Wahlempfehlung für die Regierungs- und Kantonsratswahlen. Stattdessen zeigt er die Diskrepanz zwischen Versprechen und Abstimmungsverhalten der Bürgerlichen auf.

Christian Glaus
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Der Luzerner Lehrerinnen- und Lehrerverband sorgte kürzlich für Stirnrunzeln: Trotz einschneidender Sparmassnahmen bei der Bildung in den vergangenen Jahren empfiehlt er Bildungsdirektor Reto Wyss zur Wiederwahl (wir berichteten). In seiner Verbandszeitschrift äussert sich nun auch der Verband der Mittelschullehrerinnen und -lehrer (VLM) zu den bevorstehenden Wahlen.

Die rund 750 Mittelschullehrpersonen waren im Gegensatz zu den LLV-Mitgliedern direkt von der wohl umstrittensten Sparmassnahme in der Luzerner Bildungspolitik betroffen: die Zwangsferien. Im Hinblick auf die Regierungs- und Kantonsratswahlen vom 31. März verzichtet der Vorstand des VLM aber auf eine klare Empfehlung. Stattdessen listet er auf, wie die Fraktionen bei bildungspolitischen Vorlagen abgestimmt haben und welche Versprechen sie und die neun Regierungsratskandidaten für die Zukunft abgeben. «Dabei zeigt sich eine gewisse Diskrepanz», sagt VLM-Präsident Markus Elsener. So sagten die bürgerlichen Fraktionen Ja zu Zwangsferien, zur Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung und Nein zur Initiative für Qualität in der Bildung. Mit Blick in die Zukunft stimmen sie aber allesamt folgender Aussage zu: «Zur Qualität des Gymnasiums wird Sorge getragen.»

Unterschiedliche politische Haltungen im Verband

Elsener sagt: «Der VLM ist politisch unabhängig. Deshalb hat der Vorstand darauf verzichtet, die Diskrepanz zwischen Abstimmungsverhalten und Versprechen zu kommentieren.» Beim VLM handle es sich um einen Verband, dem rund 80 Prozent der Mittelschullehrpersonen angehören. Deren politische Orientierung sei unterschiedlich, weshalb man keine allgemeingültige Wahlempfehlung abgeben wolle. Dass der LLV, dem Primar- und Oberstufenlehrer angehören, die CVP-Mitglieder Reto Wyss und Guido Graf zur Wiederwahl empfiehlt, hat aber bei VLM-Mitgliedern für Irritationen gesorgt. Rückblickend auf die vergangenen vier Jahre sagt Markus Elsener:

«Das war eine vierjährige Abwehrschlacht, um Schlimmeres zu verhindern.»

Die Arbeitsbedingungen und damit verbunden die Motivation hätten sich verschlechtert, der Druck auf die Lehrpersonen erhöht, die Auswahl an Schwerpunkt-, Ergänzungs- und Freifächern sei kleiner geworden. Immerhin: «Zwangsferien wird es sicher nie mehr geben.»

Elsener hofft, dass sich die Finanzlage im Kanton nun stabilisiert, «damit endlich auch wieder Bildungs- und nicht nur Finanzpolitik betrieben werden kann». Ein erstes positives Zeichen gibt es: Die Regierung will die Unterrichtsverpflichtung per Mitte 2020 senken. Damit würde er ein Versprechen einlösen, das er bereits bei der Erhöhung der Arbeitszeit abgegeben hat.