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Luzerner Modellflieger will in Alpnach hoch hinaus

Die besten Modellflugpiloten des Landes messen sich am Wochenende in Alpnach. Der Willisauer Reto Marbach ist bei der Helikopter-Kategorie Mitfavorit. Auf den Schweizermeister-Titel ist er nicht scharf, sagt er. Oder höchstens ein wenig.
Roger Rüegger
Reto Marbach von der Spiel- und Flugbox AG in Willisau mit seinem detailgetreuen "Lama" der Air Zermatt. (Bild Pius Amrein (27. August 2018))

Reto Marbach von der Spiel- und Flugbox AG in Willisau mit seinem detailgetreuen "Lama" der Air Zermatt. (Bild Pius Amrein (27. August 2018))

Der Helikopter des Typs «Aérospatiale SA-315 B LAMA» auf der Werkbank beeindruckt nicht nur durch seine Grösse. Das Modell mit einem Rotordurchmesser von 2,5 Metern und einem Gewicht von 27 Kilogramm ist auch optisch herausragend und bis ins kleinste Detail dem Original der Air-Zermatt-Flotte nachgebaut. Zumindest ist das der Anspruch des Besitzers Reto Marbach. Der 45-jährige Willisauer ist Modellbauer. Er liebt den Modellbau und das Fliegen so sehr, dass er diese beiden Hobbys zu seinem Beruf gemacht hat.

«Mit fünf Jahren habe ich ein Modellflugzeug als Geschenk von meinen Eltern erhalten. Mein Onkel war ein angefressener Modellbauer und Pilot. So wuchs ich mit der ganzen Thematik auf und interessierte mich für alles, was fliegt. Wenn wir eine Sonntagsfahrt machten und uns einem Flugplatz näherten, musste mein Vater anhalten, weil ich alle Flugzeuge aus der Nähe sehen wollte», erzählt der Vater zweier Kinder, der mit seiner Frau Christa seit 12 Jahren das Geschäft Spiel- und Flugbox in Willisau führt. Der gelernte Audio- und Video-Techniker baut hauptsächlich Helikopter-Modelle. Als Basis dienen ihm handelsübliche Modelle mit Turbinen- oder Elektroantrieb. Nach Wunsch fertigt er Modelle an, die detailliert einem Original nachempfunden sind.

«Wir sind nicht Konkurrenten, wir helfen einander»

Obwohl er noch einige Details anfertigen und montieren muss, nimmt er sich Zeit, uns die Einzelheiten seines Fluggeräts zu erklären – und natürlich worauf es bei der Schweizermeisterschaft vom kommenden Wochenende auf dem Militärflugplatz in Alpnach ankommt. Denn da will der Mann eine gute Figur abgeben. Obwohl er meint: «Wir Modellbauer sind nicht Konkurrenten. Wir helfen einander wo wir können und wir freuen uns auch über die Erfolge der anderen.» Es gehe nicht ums Gewinnen, sagt Marbach, der mit seinem roten Helikopter vor zwei Monaten die inoffizielle Weltmeisterschaft in Meiringen gewonnen hat. Man mag ihm glauben, wenn er sagt: «Natürlich gibt man sein Bestes. Aber beim Fliegen spielen nebst dem Können immer auch die äusseren Bedingungen eine Rolle. Der Stand der Sonne ist genauso wie der Wind und das nötige Glück ein Faktor, der entscheiden kann.»

Der Jury entgeht selbst das kleinste Detail nicht

In der Kategorie Heli Scale, die für ihn die Wichtigste ist, werden die Fliegerei im selben Masse wie die Detailtreue des Modells bewertet. Ihm als professionellen Modellbauer und Perfektionisten liegt viel daran, dass die Experten möglichst kein Detail finden, welches nicht dem Original entspricht. «Ich habe den alten Helikoptertyp ausgesucht, weil an ihm sehr viele Details ausgearbeitet werden können, da er mit wenig Verkleidung ausgestattet ist», erklärt Marbach. Die Jury könne an diesem Drahthaufen sehr viele kleine Details erkennen, jedoch auch genauso viele Dinge, die nicht korrekt nachgebaut wurden. «Der LAMA ist Fluch und Segen zugleich», weiss Marbach. Beim Wettbewerb orientieren sich die drei Punktrichter an Fotografien vom Originalhelikopter. Im konkreten Fall muss Marbach noch eine Lüftung an der Scheibe des Cockpits einbauen und eine Aufschrift anpassen. Zudem sind noch einige mechanische Einzelheiten zu montieren.

Der Willisauer ist auch Modellfluglehrer. Obwohl man für Modellfluggeräte keine Prüfungen benötigt, ist er ein viel beschäftigter Mann. Zuletzt bildete er während zwei Wochen Modellflugschüler in Österreich aus. «Wenn jemand für einen Modellhelikopter mehrere Tausend Franken ausgibt, will er das Teil in der Regel auch beherrschen. Es ist zwar nicht schwer, einen Helikopter zu fliegen, aber man muss eben schon wissen, wie man ihn wieder kontrolliert auf den Boden holt, ohne eine Bodenprobe mit den Rotoren zu entnehmen. Der Helikopter hat besonders eine Eigenschaft: Er ist immer unruhig», sagt Marbach. Für die Schweizermeisterschaft, die die Modellfluggruppe Obwalden am 1. und 2. September auf dem Flugplatz Alpnach organisiert, haben sich ursprünglich 40 Piloten in vier Kategorien angemeldet. Davon reisen elf aus dem Kanton Luzern an, allein neun stellt die Flugbox Willisau.

Vier Fluggeräte sind bereits abgestürzt

In je zwei Kategorien starten Flugzeuge (F4C, Jet Scale) und Helikopter (Heli Scale und Heli Semi Scale). OK-Präsident Rainer Beckerbauer spricht von einem «sehr grossen Feld. Bis jetzt sind jeweils 20 bis 25 Piloten angetreten. Wir werden zeitlich eng koordinieren müssen, damit wir den Wettbewerb über die Bühne bringen können. Aber das funktioniert», ist er zuversichtlich. Von den angemeldeten Piloten haben bereits vier abgesagt, da ihre Modelle abgestürzt sind und bis zur Meisterschaft nicht wieder flugbereit sind. Der erwartete Zuschaueraufmarsch ist laut Beckerbauer schwer zu beziffern. Bei der letzten Austragung in Alpnach im Jahr 2009 hat er im Vorfeld zwischen 100 und 500 Besucher geschätzt. «Damals wurde ich von einigen ausgelacht, ich sei zu optimistisch. Am Ende des Tages hatten wir 6000 Leute auf dem Platz. Das war eine schöne Herausforderung für uns Organisatoren.» Eine Prognose gibt er dennoch ab. Ich rechne mit 1000 bis 2000, aber wahrscheinlich werden es mehr.»

Weitere Informationen zur Schweizermeisterschaft finden Sie auf www.mgow.ch

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