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Sprachregionen im Vergleich: «Luzerner Mundart wirkt nicht so charakteristisch»

Die Dialekte der Bündner, Walliser oder Berner kommen besonders gut an. Und das Luzerndeutsch?

Dieses gehe bei solchen Beliebtheitsumfragen vielfach vergessen, sagt Hans-Peter Schifferle, Chefredaktor des Schweizerischen Idiotikons, der wenig von solchen Umfragen hält. Er glaube nicht, dass das Luzerndeutsche negativ bewertet sei. «Das Luzerndeutsche fällt vielleicht einfach zu wenig auf, weil es nicht so charakteristisch und unverwechselbar daherkommt wie die grossen Blöcke des Bern- oder Walliserdeutschen.»

Wobei: Das Luzerndeutsch gibt es so eigentlich gar nicht. Überhaupt ist die Zuordnung der Dialekte nach Kantonen eine Vereinfachung und hat mit der Dialektgliederung und den Dialekträumen wenig zu tun. Der Kanton Luzern wird vom Luzerner Sprachforscher Ludwig Fischer in fünf Regionen unterteilt: Mittelland, Hinterland, Entlebuch, Hochdorf-Luzern und Rigigebiet (siehe Grafik).

Fast der ganze Kanton Luzern gehört zum Hochalemannischen, das Rigigebiet und das Entlebuch weist aber seit je schon Charakteristika des Höchstalemannischen auf. Die Luzerner Dialekte würden wohl gerade wegen der zentralen Lage des Kantons weniger charakteristisch und markant empfunden als «marginalere» Mundarten wie das Walliser- oder das Baseldeutsche, sagt Schifferle. «Die Luzerner Mundart hat viele Elemente, die auch in den umliegenden Gebieten zu finden sind; sie hat deshalb nicht allzu viele Alleinstellungsmerkmale und wirkt nicht so charakteristisch.»

Luzerner Dialekte lassen sich gut auseinanderhalten

Nicht-Luzernern fallen vor allem die sogenannten Senkungen auf, bei denen die Hochzungenvokale i, ü, und u («Stiil», «Sünd», «Luzärn») weniger «hoch» oder eben «gesenkt» als e, ö und o («Steel», «Sönd», «Lozärn») ausgesprochen werden. Diese Senkungen seien zwar charakteristisch für grosse Teile des Luzerner Dialektraums, aber nicht exklusiv luzernisch. «Sie kommen im Aargau (Seetal, Freiamt) ebenso vor wie in Teilen des Kantons Zug», so Schifferle.

Luzern ist sprachlich gesehen also so etwas wie ein Übergangsgebiet. Eine langweilige Region für Sprachwissenschafter? «Auf keinen Fall – sehr spannend. Mundarten haben für uns noch ganz andere Reize als die einer ausgeprägten regionalen Charakteristik», sagt Schifferle. «Und so homogen wie das Zürichdeutsche ist das Luzerndeutsche auch nicht. Mit guten Ohren kann man auch heutige Luzerner ins Hinterland, Seetal oder Entlebuch ‹heimtun›.» (cgl)

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