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«Crêpes» sollen am Luzerner Nationalquai bleiben

Eine Luzerner Familie setzt sich in der Stadt Luzern für den Erhalt der Crêperie ein und hat dazu schon über 1500 Unterschriften gesammelt. Damit soll ein Stück Luzern gerettet werden.
Sandra Monika Ziegler
Florian Furrer betreibt zusammen mit seinem Vater die Crêperie noch bis Anfang Oktober. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 9. September 2019)

Florian Furrer betreibt zusammen mit seinem Vater die Crêperie noch bis Anfang Oktober. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 9. September 2019)

Seit 10 Jahren betreibt Benno Knüsel am Landungssteg 10 in der Luzerner Seebucht einen Crêpes-Stand – bis diesen Sommer. Das Angebot, ein Alpbeizli auf der Seebodenalp zu führen, lässt ihn die Stadt Richtung Rigi verlassen. Die Crêpes sind geblieben und wurden seit Anfang August von Pascal Furrer und seinem Sohn Florian weiterhin verkauft. Sie verfügen über eine befristete Nutzungsbewilligung.

Das Geschäft mit den Omeletten wurde mehr und mehr eine Familienangelegenheit. Und das soll auch so bleiben, würde es nach den Furrers gehen. Doch es war nicht nur die Seebodenalp alleine, die Knüsel zum Wechsel bewogen hat. Denn als der Steg renovationsbedürftig wurde, wandte sich Knüsel an seine Vermieterin, die Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV) und diese wiederum an die Stadt Luzern. Abklärungen haben dann ergeben, dass der Steg, nicht wie irrtümlich angenommen im Besitz der SGV, sondern im Besitz der Stadt Luzern ist. Ein Kaufvertrag aus dem Jahr 1888 belegt das.

Seit 26 Jahren gibt es diesen Stand

Den Stand gibt es seit dem 1. August 1993. Den Landungssteg seit 1892. Es ist eine Eisenkonstruktion von der Maschinenfabrik Bell. Seit die Stadt nun weiss, dass sie die Besitzerin ist, ist sie in der Pflicht den Steg instand zu halten. Deshalb hat sie im Juli vermeldet, dass der Luzerner Stadtrat beschlossen hat den Steg nach Empfehlung der kantonalen Denkmalpflege und mittels eines Gutachtens fachgerecht sanieren zu lassen. Die Kosten, so schreibt die Stadt, werden auf 300'000 Franken geschätzt.

Noch unklar ist, ob nach der Sanierung wieder ein Crêpes-Stand dort sein wird. Sie schreibt dazu: «Ob im Raum Kurplatz zukünftig ein Standplatz für einen Verpflegungsstand auf öffentlichem Grund ausgeschrieben werden soll, ist offen.» Die Stadt lege Wert darauf, alle Nutzungsinteressierten fair und rechtsgleich zu behandeln, teilt sie weiter mit.

Noch in der zweiten Jahreshälfte 2019 soll «über den weiteren Umgang mit dem Landungssteg» entschieden werden. So lange wollten die aktuellen Betreiber nicht warten und wurden selber aktiv. Ihr Ziel ist der Erhalt des Crêpes-Standes, idealerweise durch sie weitergeführt. «Mit einem Vertrag über 15 Jahre könnten die Investitionen amortisiert werden», ist Pascal Furrer überzeugt.

Offener Brief an die Stadt

Seit Vater und Sohn am Nationalquai am Werk sind, sammeln sie Unterschriften. Bis heute sind es über 1500.

(Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 9. September 2019)

(Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 9. September 2019)

Sie machen Kunden, wie Passanten auf die Situation aufmerksam – wenn sie nicht schon davon gehört haben, wie Furrer sagt. Er fügt an: «Es kamen sogar Leute nur zum Unterschreiben hier an den Steg, sie kauften nicht einmal eine Crêpe. So schnell machte die Meldung, der Stand werde verschwinden bei den Luzernerinnen und Luzernern die Runde.»

Aus den Reaktionen gehe hervor, dass der Stand unumstritten sei, eine soziale Rolle habe, ein Treffpunkt für Touristen wie Einheimische oder – wie die Buvetten übrigens auch – für Sicherheit und Ruhe sorge. Solche Rückmeldungen hätten sie übrigens schon von der SIP (Sicherheit, Intervention Prävention) gehört, so Furrer. Für die Furrers ist der Stand – wie bereits auch für den Vorgänger Knüsel – eine Herzenssache, ein Stück Luzern. «Wir geniessen es hier mit den Menschen in Kontakt zu sein. Als Familie könnten wir uns gut vorstellen, den Stand weiter zu führen. Sogar meine beiden Jüngsten haben Freude daran», erklärt Pascal Furrer weiter.

Mit dem offenen Brief wollen sie den Luzerner Stadtrat sensibilisieren und zugleich Hand bieten für eine Lösung. Der Crêpes-Stand bleibt in der ersten Oktoberwoche noch in Betrieb. Mit den Sanierungsarbeiten wird dann am 9. Oktober begonnen.

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