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Luzerner Nationalratskandidaten: Josef Kunz soll es für die SVP wieder einmal richten

Die SVP versucht, ihr gefährdetes drittes Nationalratsmandat mit dem 2011 abgetretenen alt Parlamentarier Josef Kunz zu retten. Insgesamt wollen 252 Luzernerinnen und Luzerner in den Nationalrat. Das sind 93 mehr als 2015.
Lukas Nussbaumer
Alt SVP-Nationalrat Josef Kunz während einer Rede an der SVP-Bauern- Landsgemeinde in Grosswangen. (Bild: Philipp Schmidli, 4. August 2012)

Alt SVP-Nationalrat Josef Kunz während einer Rede an der SVP-Bauern- Landsgemeinde in Grosswangen. (Bild: Philipp Schmidli, 4. August 2012)

Ist die SVP in der Not, muss Josef Kunz ran. Aktuell soll der 74-jährige ehemalige Nationalrat seiner Partei den hoch gefährdeten dritten Sitz in der Grossen Kammer retten. Der Landwirt aus Grosswangen kandidiert nämlich acht Jahre nach seinem Abgang von der Berner Politbühne, auf der er sich während 16 Jahren bewegt hatte, auf der SVP-Unterliste «Aktive Senioren Luzern». Das geht aus der am Montag von der Abteilung Gemeinden des Kantons Luzern veröffentlichten Liste der definitiv antretenden 252 Nationalratskandidaten hervor. Damit kandidieren 93 Personen mehr für die Grosse Kammer als 2015.

Die SVP muss um einen ihrer Sitze bangen, weil Luzern künftig nur noch neun statt wie bisher zehn Mandate besetzen kann. Zudem befinden sich die links-grünen Kräfte von SP, Grünen und GLP im Gegensatz zur Volkspartei im Aufwind. Alle zehn bisherigen Nationalräte treten wieder an, wobei Andrea Gmür (CVP) und Franz Grüter (SVP) auch für den Ständerat kandidieren.

Zwei Mal Präsident, zwei Mal Vizepräsident

Es ist nicht das erste Mal, dass Josef Kunz für seine Partei die Kastanien aus dem Feuer holen soll. So präsidierte der erste Luzerner SVP-Nationalrat überhaupt die Kantonalpartei zwischen 2009 und Mai 2012 deutlich länger als geplant. Grund: Innerhalb der gesetzten Frist meldete sich kein einziges SVP-Mitglied für seine Nachfolge. Kunz, der die Luzerner SVP während dieser Zeit zum zweiten Mal nach 2005 leitete, begründete sein Ausharren auf dem Stuhl des SVP-Präsidenten gegenüber unserer Zeitung damals so: «Ich habe meine Partei noch nie sitzen gelassen.»

Kurze Zeit später fand sich mit dem heutigen Nationalrat und Ständeratskandidaten Franz Grüter doch noch ein Nachfolger für das Amt des Parteipräsidenten. Kunz sprang für seine Partei aber nicht nur zwei Mal als Präsident ein, sondern zwischen 2001 und 2009 auch zwei Mal als Vizepräsident.

Kunz soll für die SVP Zusatzstimmen bringen

Jetzt, mehr als sieben Jahre nach der Weitergabe des SVP-Präsidiums, sagt Josef Kunz auf Anfrage zu seiner Nationalratskandidatur: «Ich trete meiner Partei zuliebe an.» Wenn er etwas zur Verteidigung des dritten Sitzes beitragen könne, dann tue er das gerne. Dass er gewählt wird, ist unwahrscheinlich. Dennoch sagt der durch sein Mitwirken im Film «Mais im Bundeshaus» national bekannt gewordene ex-Politiker:

«Bei Wahlen muss man mit allem rechnen.»

Sicher ist, dass der noch immer populäre Kunz für seine Partei viele und dringend benötigte Zusatzstimmen holen wird. Und auch sicher ist, dass der Sammler von Oldtimer-Traktoren einen «bescheidenen Wahlkampf» führen wird. «Ich lasse ein paar Flyer drucken und schalte ein paar Inserate. Auf Plakate verzichte ich.»

Josef Kunz ist nicht der einzige ältere SVP-Promi, der am 20. Oktober für Zusatzstimmen sorgen soll. Mit dem 74-jährigen Krienser Kantons- und Einwohnerrat Räto Camenisch und dem früheren Fraktionschef Guido Müller (61) aus Ebikon kandidieren zwei weitere langjährige Parteigrössen für einen Sitz im Nationalrat.

Wahlstrategen setzen auf Parteiprominenz

Auf ganz viel Parteiprominenz setzt auch die CVP. Ihr drittes Mandat ist mindestens so stark gefährdet wie jenes der SVP. Auf den sieben Unterlisten – so viele präsentiert keine andere Luzerner Partei – findet sich beinahe alles, was in der CVP Rang und Namen hat.

Etwa Wahlkampfleiter und alt Parteipräsident Pirmin Jung sowie Parteivizepräsidentin Yvonne Hunkeler auf der Unterliste «Klimaschutz (CVP)». Oder die Kantonsräte Carlo Piani, Roger Zurbriggen und Gerda Jung auf der CVP-Unterliste «CSV Christlichsoziale Vereinigung». Oder die fünf Kantonsparlamentarier und Landwirte Hanspeter Bucheli, Thomas Grüter, Marlis Krummenacher, Markus Odermatt und Stephan Schärli auf der Unterliste «Luzerner Bauernliste». Im aus SP, Grünen und GLP bestehenden links-grünen Lager ist die Liste der Parteigrössen fast genauso lang. Insgesamt wurden 33 Listen eingereicht. Das sind 12 mehr als 2015.

Frauenanteil ist deutlich höher als vor vier Jahren

Wie die Statistik der Abteilung Gemeinden weiter zeigt, ist der Frauenanteil mit 42,9 Prozent deutlich höher als vor vier Jahren, wo sie bei 34 Prozent lag. Auffallend ist der hohe Frauenanteil vor allem auf den Hauptlisten der sechs im Kantonsrat vertretenen Parteien. Bei CVP, FDP, SP, Grünen und GLP liegt er bei je 55,6 Prozent. Es kandidieren also jeweils fünf Frauen und vier Männer. Nur bei der SVP liegt der Frauenanteil mit 3 von 9 Kandidaten unter dem kantonalen Durchschnittswert.

Der jüngste Kandidat tritt für die Junge GLP an, heisst Sebastian Huber und wohnt in Luzern. Er ist 17 Jahre alt, wird am Wahltag aber volljährig sein. Ältester Luzerner Nationalratsanwärter ist Peter Kunzmann aus Hildisrieden. Der 77-Jährige kandidierte im Frühjahr auf der Liste «Integrale Politik» bereits erfolglos für den Kantonsrat. Das Durchschnittsalter der 252 Kandidaten beträgt 42 Jahre.

Sieben Kandidaten für zwei Ständeratssitze

Für die beiden Luzerner Sitze im Ständerat treten der Bisherige Damian Müller (FDP), die Nationalratsmitglieder Andrea Gmür (CVP) und Franz Grüter (SVP) sowie David Roth (SP), Monique Frey (Grüne), Michèle Graber (GLP) und Florian Studer (Klima-Versprechen) an. Der zweite amtierende Luzerner Ständerat, Konrad Graber (CVP), verzichtet. Die sieben Kandidatinnen und Kandidaten treten auf 15 Listen an.

Sämtliche Listen, Namen und Statistiken finden Sie unter www.wahlen.lu.ch

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