Luzerner Original
Abschied: Krienser Original «Tüüfel» ist verstummt

Noch vor wenigen Tagen hatte das stadtbekannte Original Fridolin Emmenegger an einer Wanderung teilgenommen, nun ist der «Tüüfel» überraschend gestorben.

Sandra Monika Ziegler
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Fridolin Emmenegger, auch «Tüüfel» genannt, verstarb laut einer Meldung der Güüggali Zunft Luzern am Donnerstag letzter Woche. Einige Tage zuvor habe der 73-Jährige an einer kulinarischen Wanderung teilgenommen, bei welcher der «Tüüfel» bekanntgab, sich sehr auf die kommende Jagdsaison zu freuen, wie die Zunft schreibt. Für alle sei der Tod des Originals überraschend gewesen.

Fridolin Emmenegger, der «Tüüfel» von Kriens.

Fridolin Emmenegger, der «Tüüfel» von Kriens.

Bild: Güüggali Zunft Luzern

Der «Tüüfel» war in Kriens fast täglich auf der Strasse oder in Beizen anzutreffen, mit seiner urchigen Kleidung war er kaum zu übersehen. Und mit seiner kräftigen Stimme und seinem «Chlevelen» begleitete er an vielen Festen jodelnd Handorgelklänge und sorgte damit stets für gute Stimmung. Seinen Namen habe er, weil er so ein Haudegen gewesen sei, sinniert Adolf Portmann. Er ist Museumsleiter im Archiv der Güüggali Zunft am Reusszopf 17 in Reussbühl. «Zuerst verliess uns Festredner Peter Gisler, dann der ‹Marroni-Fritz› – zwar kein Zunftmitglied aber ein Original – und jetzt noch der ‹Tüüfel›, das ist ein bisschen viel», zählt Portmann traurig die letzten Abgänge auf.

Ein liebenswerter «Luuscheib»

Doch sicher, wie der Name «Tüüfel» entstand, sei er nicht, sagt Portmann noch und verweist an den ehemaligen Bannerträger der Galli-Zunft und Original Hans Ochsenbein. Er war es, der den «Tüüfel» vor gut 15 Jahren zur Güüggali-Zunft brachte. Hans Ochsenbein spricht vom «Tüüfel» wie von einem Bruder, einem Seelenverwandten. Der Namen komme wohl von seiner Art zu Leben, sagt Ochsenbein: «Er war ein liebenswerter ‹Luuscheib›, machte immer das, was ihm passte.» Und Hans Baumann, Mediensprecher der Zunft beschreibt den Verstorbenen als gutmütig und hilfsbereit. Seine letzte Ruhe werde er wohl in der freien Natur haben, so werde es zumindest erzählt, sagt Baumann und fügt an: «Das würde perfekt passen, denn schon zu Lebzeiten war dem ‹Tüüfel› die Freiheit das höchste Gut.»

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