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LUZERNER POLIZEI: Das Polizeikorps wächst nicht gleich schnell wie unsere Bevölkerung

Die Bevölkerungszahl steigt, die Zahl der Polizisten nicht: Kommandant Adi Achermann machte am Montag in einem Referat deutlich, was er davon hält – im Beisein seines Vorgesetzten.
Alexander von Däniken
Eine Patrouille der Luzerner Polizei: Laut dem Kommandanten braucht es mehr Personal. (Archivbild: Dominik Wunderli)

Eine Patrouille der Luzerner Polizei: Laut dem Kommandanten braucht es mehr Personal. (Archivbild: Dominik Wunderli)

Alexander von Däniken

alexander.vondaeniken@ luzernerzeitung.ch

Die Luzerner Polizei im heutigen Umfeld: Unter diesem Titel referierte am Montagabend Adi Achermann am Sicherheitspolitischen Forum Zentralschweiz (SPFZ). Der Auftritt des Kommandanten lockte über 100 Interessierte ins Armee-Ausbildungszentrum Luzern. Kein Wunder, darf sich doch Achermann wie auch Oberstaatsanwalt Daniel Burri eigentlich nicht über die Sparmass­nahmen des Kantons äussern.

Achermann, selbst Mitglied des Vereins SPFZ, hielt vor seiner Rede fest – auch in Anspielung auf den Fall Malters: «Wie Sie sehen: Ich trage weder Handschellen noch Maulkorb.» Sein Chef, Sicherheitsdirektor Paul Winiker (SVP), ebenfalls anwesend, nickte zustimmend. Entsprechend machte Achermann mehr oder weniger offen auf die Bedürfnisse seines Korps aufmerksam.

Sicherheit ist zweitwichtigstes Bedürfnis

Der Polizeichef zeigte zum Beispiel die Maslowsche Bedürfnispyramide. Gemäss dieser steht die Sicherheit an zweiter Stelle – gleich nach den physiologischen Grundbedürfnissen wie Essen oder Schlafen. «Das wird manchmal vergessen, wenn es um die Verteilung der öffentlichen Gelder geht.» Die Polizei müsse sich in den nächsten Jahren massiv bewegen – aufgrund der Digitalisierung und der finanziellen Mittel des Kantons. Nicht einfacher werde dies mit der «starken regionalen Verankerung» der Luzerner Polizei. Diese zählt kantonsweit 31 Posten und 41 Standorte. Das ist viel im schweizweiten Vergleich, «aber auch wichtig», wie Achermann erklärte.

Dass trotz hohem eigenem Qualitätsanspruch auch Fehler passieren, stellte Achermann nicht in Abrede. Mit 120 Verfahren gegen eigene Mitarbeiter setze sich die Luzerner Polizei jedes Jahr auseinander, davon seien 100 Beschwerden und 20 Strafverfahren – Letztere meistens wegen Geschwindigkeits­vergehen.

Eigentlich müsste das Polizeikorps gleich schnell wachsen wie die Bevölkerung; im Kanton Luzern wächst die Bevölkerung jedoch stärker. «Das ist keine erfreuliche Tendenz, weil auch hier eine Verstädterung stattfindet – inklusive entsprechender Begleit­erscheinungen.» Die Folge: In den letzten Jahren lag die durchschnittliche Interventionszeit der Luzerner Polizei bei über 11 Minuten statt der geforderten 10.

Das sei aber nicht die einzige Herausforderung. Steigende Bürokratisierung, die 24-Stunden-Gesellschaft oder auch der Überstundenabbau seien weitere Herausforderungen. Letzteres habe das Korps «stark an seine Belastungsgrenze gebracht». Regierungsrat Paul Winiker machte auf eine Frage aus dem Publikum klar, dass man sich im Kanton an die finanziellen Vorgaben halten müsse. «Es gibt aber nach wie vor ein leichtes Ausgabenwachstum bei der Luzerner Polizei.»

Hinweis

Der Verein Sicherheitspolitisches Forum Zentralschweiz wurde am 6. Januar 1995 gegründet. Das Forum will allen Bürgern die Möglichkeit bieten, sich über sicherheitspolitische Fragen zu informieren und darüber zu diskutieren. Mehrmals pro Jahr finden öffentliche Veranstaltungen mit Referenten aus dem In- und Ausland statt. Infos: www.spfz.ch.

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