Luzerner Psychiatrie erzielte 2019 Gewinn

Höherer Gewinn, weniger Eigenkapital: Die Luzerner Psychiatrie blickt auf ein grundsätzlich positives Jahr zurück. Die Herausforderungen bleiben aber gross. 

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Die Luzerner Psychiatrie in Sursee.

Die Luzerner Psychiatrie in Sursee.

Corinne Glanzmann

(dlw) Die Luzerner Psychiatrie (Lups) blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2019 zurück. Der Umsatz steigt um 3,7 Prozent auf 129 Millionen Franken. Der Gewinn beträgt 1,2 Millionen Franken, wie die Lups am Dienstag mitteilte. Das Umsatzwachstum sei auf eine höhere Auslastung im stationären Bereich bei den Erwachsenen, auf eine grössere Anzahl ambulanter Leistungen sowie die Betriebsaufnahme der neuen Akut- und Intensivstation für Kinder und Jugendliche (Akis) in Luzern zurückzuführen, heisst es im Geschäftsbericht.  «Leider haben sich die Mehrleistungen nur teilweise auf den Ertrag ausgewirkt, da eine negative Preis- respektive Tarifdifferenz in Kauf genommen werden musste.»

Tiefere Eigenkapitalquote

Der Betriebsaufwand stieg um 3,3 Prozent, der Anstieg betrifft zur Hälfte je den Sach- und den Personalaufwand. Dafür sei primär die neue Station Akis verantwortlich. Das Eigenkapital liegt neu bei 56,8 Millionen Franken, das sind rund 900'000 Franken weniger als im Vorjahr. Die Eigenkapitalquote liegt bei 45 Prozent (Vorjahr 50,3 Prozent). Diese Abnahme ist hauptsächlich durch die höhere Bilanzsumme infolge Zunahme der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten entstanden, erklärt die Lups.

2019 sei geprägt gewesen von der Planung und Inbetriebnahme verschiedener Bauprojekte, heisst es weiter. «Auch in den kommenden Jahren wird die Investitionstätigkeit zur notwendigen Erneuerung der Infrastruktur anhalten.» Voraussetzung dafür sei eine anhaltend hohe operative Marge von mindestens 8 Prozent und eine genügend grosse Eigenkapitaldecke», teilt die Lups mit.

Tarifsystem sorgt für Herausforderungen

Eine weitere Herausforderung für die Zukunft sieht die Lups im «schwierigen tarifarischen Umfeld». Konkret wird die Einführung des Tarifsystems Tarpsy genannt, die auf Anfang 2018 erfolgte und das analog zu den Akutspitälern ein Fallpauschalensystem beinhaltet. «Mit der Einführung von Tarpsy für stationäre Leistungen wird der Druck auf das Ergebnis weiter erhöht. Zudem besteht im ambulanten Bereich eine Unterdeckung bei der Vergütung der erbrachten Leistungen», mahnt die Psychiatrie.

2019 wurde auch der Strategieprozess «lups2025» gestartet. Die Strategie soll im Verlaufe dieses Jahres vorliegen, teil die Lups mit. Sie soll «die Weichen für die kommenden Herausforderungen richtig stellen». Darin einfliessen würden auch Erkenntnisse aus der Psychiatrieplanung des Kantons Luzern, die letztes Jahr gestartet sei.

Wie sich die Coronakrise auf die Luzerner Psychiatrie auswirken wird, sei noch offen, teilt die Institution mit. Klar ist: Die Lups erwartet «substanziell» negative Auswirkungen durch die Coronapandemie.