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LUZERNER QUAI: «Bürgerliche» GLP kippt Velo-Idee

Die Linken scheitern mit ihrer Forderung, Velos am Quai zu erlauben. Als Königsmacherin für die bürgerlichen Gegner fungierte die GLP – und die CVP, die ihre Haltung um 180 Grad änderte.
Bleibt weiterhin verboten: Velofahren am Quai in Luzern. (Bild: Roger Grütter / LZ)

Bleibt weiterhin verboten: Velofahren am Quai in Luzern. (Bild: Roger Grütter / LZ)

Robert Knobel

robert.knobel@luzernerzeitung.ch

Was passiert, wenn sich die GLP auf die bürgerliche Seite schlägt, mussten die Linken am Donnerstag im Stadtparlament erfahren. Sie scheiterten mit dem Wunsch, das Velofahren am Luzerner Quai zu erlauben. Abgelehnt wurde sowohl die vollständige Öffnung des Quais für Velofahrer als auch ein Kompromissvorschlag, der das Velofahren nachts und am frühen Morgen erlaubt hätte. Letzterer Vorstoss scheiterte mit 25 zu 20 Stimmen.

Wobei eigentlich nicht nur die GLP, sondern auch die CVP den Ausschlag zur Ablehnung gab. Denn die CVP war es, die 2003 das Thema «Velos am Quai» überhaupt aufs Tapet brachte. Damals scheiterte die Partei mit dem Anliegen, das Velofahren zu erlauben. Am Donnerstag nun stimmte die CVP geschlossen gegen Velos am Quai. Fraktionschefin Mirjam Fries begründete den Sinneswandel so: «Seit 2003 sind 14 Jahre vergangen. Vieles ist seither für die Velofahrer verbessert worden – auch an der Haldenstrasse.» Mit anderen Worten: Heute sei die Haldenstrasse den Velofahrern durchaus zuzumuten, während der Quai «klar den Fussgängern überlassen werden muss».

«Kein Ort, um schnell von A nach B zu kommen»

Ganz anders sahen dies die Linken. SP-Fraktionschef Nico van der Heiden ärgerte sich über die Behauptung des Vereins Fussverkehr Luzern, die Gefährlichkeit der Haldenstrasse werde «herbeigeredet». «Das ist ziemlich faktenfrei», so van der Heiden.

Auch Christian Hochstrasser (Grüne) ärgerte sich über die Kritik aus der Fussgängerlobby: «Man gibt uns das Gefühl, es herrsche reines Rowdytum auf unseren Strassen und Trottoirs.» Dabei würden die Unfallstatistiken klar zeigen, dass es nur selten zu Unfällen zwischen Fussgängern und Velos komme. Hingegen seien Velofahrer durch Autos stark gefährdet. Ein Miteinander von Fussgängern und Velofahrern sei anderswo auch kein Problem, fand Hochstrasser. «Warum soll dies gerade am Quai nicht möglich sein?», fragte er.

Darauf hatte Judith Wyrsch (GLP) eine klare Antwort: «Die Quaianlage ist kein Ort, um möglichst schnell von A nach B zu kommen.» Joseph Schärli (SVP) sah dies ähnlich: «In Luzern redet man immer von Flaniermeilen, die man neu schaffen will. Der Quai ist eine Flaniermeile – eine der ganz wenigen, wo eine absolute Fussgängersicherheit gewährleistet ist.»

FDP: Verschlechterung für Fussgänger

Fabian Reinhard (FDP) fand zudem, der Nutzen für Velofahrer sei unklar. «Für Fussgänger wäre es aber eine klare Verschlechterung.» Auch der grüne Verkehrsdirektor Adrian Borgula (Grüne) zweifelte am Sicherheitsgewinn für Velofahrer. Hingegen könnte eine Öffnung des Quais neue Gefahren bringen – etwa bei den Zu- und Wegfahrten zwischen Quai und Hauptstrasse.

Einig waren sich alle Parlamentarier, dass die Sicherheit für Velofahrer in der Stadt Luzern verbessert werden muss. «Es ist zwar einiges besser geworden, man kommt heute schneller und sicherer durch die Stadt», sagte Roger Sonderegger (CVP). Dennoch gebe es noch sehr viele gefährliche Stellen. Was die Haldenstrasse betrifft, machte Stadtrat Adrian Borgula keine allzu grossen Hoffnungen. «Das Potenzial für Verbesserungen ist dort nicht mehr sehr gross.»

Einen kleinen Sieg errangen die Linken im Stadtparlament doch noch: Der Stadtrat muss sich beim Kanton dafür einsetzen, dass am Schweizerhofquai und auf der Seebrücke eine kombinierte Bus-/Velospur geschaffen wird.

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