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Luzerner Regierung begrüsst zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub

Die Luzerner Regierung begrüsst einen zweiwöchigen Urlaub für Väter. Richtig glücklich macht sie damit aber niemanden.
Christian Glaus
Aktuell steht Vätern nach der Geburt ihres Kindes nur ein freier Tag zu. (Bild: Gaetan Bally/Keystone)

Aktuell steht Vätern nach der Geburt ihres Kindes nur ein freier Tag zu. (Bild: Gaetan Bally/Keystone)

Die Diskussion um die Einführung eines Vaterschaftsurlaubs in der Schweiz kommt in die entscheidende Phase. Zur Debatte stehen eine Volksinitiative, welche vier Wochen fordert, und der Gegenvorschlag der ständerätlichen Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit. Dieser sieht einen zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub für alle frisch gebackenen Väter vor. Die Kantone konnten dazu Stellung nehmen.

Der Kanton Luzern hat sich mit einer kurzen Antwort begnügt. Der Regierungsrat begrüsse einen zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub, schreibt Gesundheits- und Sozialdirektor Guido Graf (CVP). Bei dieser Gelegenheit betont er, dass der Kanton Luzern für seine eigenen Mitarbeiter ein familienfreundlicher Arbeitgeber sei. Aktuell ermöglicht Luzern seinen Mitarbeitern einen einwöchigen Vaterschaftsurlaub und bewegt sich damit im Vergleich mit den anderen Kantonen der Schweiz im Mittelfeld. Zudem können Angestellte dank Jahresarbeitszeit ihre Präsenz am Arbeitsplatz mehr oder weniger flexibel gestalten.

Gewerkschaft hofft auf zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub für Staatsangestellte

Mit seiner Haltung zum zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub für alle weckt der Regierungsrat bei den Kantonsangestellten Hoffnung, auch in Bezug auf eine Motion von Urban Sager, SP-Kantonsrat und Präsident des Verbands Personal öffentlicher Dienste (VPOD). Sager erwartet nun, dass die Kantonsangestellten zwei Wochen Vaterschaftsurlaub erhalten. Er sagt:

«Das wäre ein erster Mini-Schritt in die richtige Richtung.»

Ziel des VPOD ist aber eine Elternzeit, welche Mutter und Vater untereinander aufteilen können. Das entspreche dem Bedürfnis der heutigen Familien und sei ein entscheidender Schritt Richtung Gleichstellung von Mann und Frau. Doch weil dieses Anliegen aktuell noch nicht mehrheitsfähig erscheine, gebe man sich vorderhand mit kleinen Schritten zufrieden, erklärt Sager.

Ähnlich klingt es beim Staatspersonalverband. «Zwei Wochen Vaterschaftsurlaub sind ein Anfang», sagt Geschäftsführerin Helga Christina Stalder. Für ihren Verband habe die Rückkehr zur 42-Stunden-Woche aber eine höhere Priorität. Aktuell beträgt die Arbeitszeit beim Kanton 43,25 Stunden. «Die Rückkehr zur normalen Arbeitszeit würde unter dem Strich den Eltern mehr nützen als der verlängerte Vaterschaftsurlaub, weil sie dadurch wieder mehr Zeit bei der Familie verbringen könnten.»

Der kantonale Gewerbeverband ist mit der Haltung der Regierung nicht einverstanden. Verbandsdirektor und FDP-Kantonsrat Gaudenz Zemp sagt:

«Der Staat sollte keine zentralen Vorgaben machen und das Aushandeln der Lösungen den Sozialpartnern überlassen.»

Zemp bestätigt, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie auch für die Wirtschaft «von zentraler Bedeutung» sei. Dieser Aspekt werde wegen des Fachkräftemangels noch wichtiger.

Gewerbeverband will Arbeitsrecht liberalisieren

Es gebe aber neben dem Vaterschaftsurlaub noch andere mögliche Massnahmen, so Zemp: flexible Arbeitszeiten, Home-Office oder Pensen­anpassungen. Der Fokus sollte deshalb auf der Liberalisierung des Arbeitsrechts liegen, findet Zemp: «Das gäbe den Unternehmen mehr Möglichkeiten, flexibel auf die Bedürfnisse junger Eltern einzugehen.» Und das würde auch den Bedürfnissen der zahlreichen kleinen und mittleren Betriebe (KMU) im Kanton Luzern gerechter werden. Denn für diese kleinen Teams sei das Organisieren von Stellvertretungen bei Urlauben anspruchsvoll.

Mit dem Ja zum zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub steht Luzern in der Zentralschweiz fast allein da. Nur Uri unterstützt den zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub ebenfalls. Zug, Schwyz, Nid- und Obwalden lehnen den zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub aus unterschiedlichen Gründen ab (siehe Link unten).

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