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Luzerner Regierung muss Schulevaluation überprüfen

Für die Mehrheit des Luzerner Kantonsrats ist klar: Die alle sechs Jahre stattfindende externe Schulevaluation soll auf ihre Wirkung hin überprüft werden. Von einer Abschaffung der Evaluation will das Parlament hingegen nichts wissen.
Lukas Nussbaumer

Gegen 20 Kantonsrätinnen und Kantonsräte fühlten sich am Dienstagvormittag berufen, die im Kanton Luzern seit 1999 durchgeführte externe Schulevaluation zu kommentieren. Wer aufgrund der Länge der Rednerliste eine kontroverse Diskussion erwartete, wurde jedoch enttäuscht: Das Postulat von Adrian Bühler (CVP, Eschenbach), das eine externe Überprüfung der Evaluation verlangte, wurde mit 106 zu 1 Stimme erheblich erklärt. Auch die Regierung, vertreten durch Bildungsdirektor Reto Wyss (CVP), hatte nichts gegen einen Wirkungsbericht einzuwenden.

Auf verlorenem Posten stand die SVP, die eine Abschaffung der externen Schulevaluation forderte. Obwohl Willi Knecht (Geiss) seine Motion noch in ein weniger verbindlicheres Postulat umgewandelt hatte, kannte das Parlament keine Gnade und lehnte seinen Vorstoss mit 80 zu 27 (SVP-)Stimmen ab. So, wie das die Regierung empfohlen hatte.

Guido Bucher: «Vom Saulus zum Paulus»

Einig waren sich die Parlamentarier von CVP, FDP, SP, Grünen und Grünliberalen, dass es weiterhin eine Aussensicht der Schulen brauche. Schliesslich gebe der Kanton Luzern für die Volksschule jährlich rund 750 Millionen Franken aus, wie Adrian Bühler vorrechnete.

Weitgehend Einigkeit herrschte auch über die Entwicklung der Evaluation: Die anfänglichen Kinderkrankheiten konnten ausgemerzt werden. Einer, der diesen Befund besonders gut beurteilen kann, ist FDP-Kantonsrat Guido Bucher. Der Schulleiter von Flühli hat zwei Evaluationen begleitet – und bezeichnete sich gestern als «evaluationsgefrustet». Aufwand und Ertrag hätten nicht übereingestimmt.

Deshalb habe er im letzten Herbst die Motion von Willi Knecht mitunterzeichnet. Doch jetzt, mitten in den Vorbereitungen für eine dritte Evaluation, müsse er sagen: «Es ist etwas gegangen. Darum wandle ich mich vom Saulus zum Paulus und lehne Willi Knechts Vorstoss ab.» Verbesserungen diagnostizierten auch Postulant Adrian Bühler und Claudia Huser Barmettler (GLP, Luzern).

Reto Wyss: «Geht nicht um ein Wohlfühlprogramm»

Anderer Meinung waren die SVP-Sprecher Willi Knecht und Reto Frank (Meggen). Die Evaluation in der heutigen Form sei «nicht mehr zeitgemäss», sagte Knecht. Die Kantone Nid- und Obwalden hätten sie deshalb abgeschafft, auch Schwyz kenne keine regelmässig durchgeführte Überprüfung mehr. Frank fand, die Wirtschaft und die weiterführenden Schulen würden zu wenig gut eingebunden in die Qualitätskontrolle der Schulen. «Die Evaluation in der heutigen Form gehört deshalb abgeschafft», forderte der Berufsschullehrer.

Gegensteuer gaben vorab CVP-Vertreter wie Adrian Bühler, Christine Kaufmann-Wolf (Kriens) oder Priska Wismer-Felder (Rickenbach) sowie die SP-Mitglieder Urban Sager (Luzern), Andy Schneider (Rothenburg) und Jörg Meyer (Adligenswil). Und Bildungsdirektor Reto Wyss, der ein Votum von GLP-Sprecherin Claudia Huser aufnahm. «Wären alle mit der externen Evaluation zufrieden, müssten wir sie hinterfragen. Es handelt sich nicht um ein Wohlfühlprogramm.»

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