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Luzerner Regierung soll mehr tun, um der Wasserknappheit zu begegnen

Bäuerliche Luzerner Kantonsräte verlangen von der Regierung eine Gesamtschau über die Verfügbarkeit von Wasser. Und sie fordern von Gemeindeverbänden schnell Wasserversorgungsplanungen. Die zuständige Dienststelle des Kantons sieht sich auf Kurs.
Lukas Nussbaumer
Die Kleine Emme führte im vergangenen, niederschlagsarmen Sommer viel weniger Wasser als üblich. (Bild: Pius Amrein, Malters, 5. August 2018)

Die Kleine Emme führte im vergangenen, niederschlagsarmen Sommer viel weniger Wasser als üblich. (Bild: Pius Amrein, Malters, 5. August 2018)

Der ausgesprochen trockene Sommer 2018 hat politische Folgen. Die Hitze und die Wasserknappheit führten nicht nur zu einer ganzen Reihe von Klimavorstössen der Grünen. Auch bäuerliche Kantonsräte wie Ruedi Amrein (FDP, Malters) und Markus Odermatt (CVP, Ballwil) gelangten an die Regierung – mit Fragen, welche die Sorgen der Landwirte zum Ausdruck brachten. In einem weiteren Vorstoss wollte Grüne-Fraktionschefin Monique Frey (Emmen) Auskunft über weitergehende Folgen von Hitze und Trockenheit.

Nun liegen die Antworten der Regierung auf die drei Anfragen vor. Sie werden an einer der nächsten Sessionen im Plenum diskutiert.
Sicher ist schon jetzt: Sie werden zu reden geben. Denn die drei Parlamentarier sind mit den Antworten der Regierung entweder nicht zufrieden – wie Monique Frey – oder nur teilweise – das trifft auf Markus Odermatt und Ruedi Amrein zu.

Eingeschränkte Versorgung in drei Regionen

Markus Odermatt, der selber Landwirt ist, «hätte von der Regierung erwartet, dass sie ankündigt, das brisante Thema jetzt anzugehen». Sie sollte seiner Meinung nach Abklärungen mit den regionalen Entwicklungsträgern, den Gemeinden und Wasserversorgungen treffen, damit die Wasserversorgung in allen Kantonsteilen sichergestellt ist.

Odermatt bezieht sich auf die Feststellung der Regierung, es sei gemäss dem kantonalen Richtplan Sache der regionalen Entwicklungsträger, den Stand der Wasserversorgungen periodisch zu überprüfen. Der CVP-Politiker aus dem Seetal meint auch die Aussage des Regierungsrats, eine aktuelle Übersicht über den Stand der Wasserversorgungen liege nicht vor, weil andere Projekte mit den vorhandenen knappen Ressourcen vordringlicher gewesen seien. Obwohl Details fehlen, nennt die Regierung drei Regionen, in denen die Verfügbarkeit von Wasser in Trockenperioden «künftig vermehrt eingeschränkt» sein wird: im Seetal, im Surental und im Michelsamt.

Auch Wasser aus Flüssen und Bächen für die Bauern?

Odermatt regt für diese drei Gebiete Anpassungen der Vorschriften für die Entnahme von Wasser aus Seen und Flüssen an. Aktuell darf in Trockenperioden nur Wasser aus dem Vierwaldstättersee und der Reuss entnommen werden. «Diese restriktive Haltung muss allenfalls gelockert werden», sagt Odermatt.

Ruedi Amrein kann zwar nachvollziehen, dass der Kanton mit der Bestimmung von Risikogebieten wegen fehlender Mittel noch nicht am Ziel ist. «Nun sollte diese Arbeit aber zügig abgeschlossen werden,» fordert der ETH-Agronom. Der frühere Präsident des Verbands der Luzerner Gemeinden zeigt sich auch überrascht über den unterschiedlichen Planungsstand in den Gemeindeverbänden. Insbesondere im Seetal, wo laut Regierung «keine Aktivitäten im Zusammenhang mit einer regionalen Wasserversorungsplanung bekannt» sind, müsse jetzt vorwärts gemacht werden, sagt der FDP-Politiker auf Anfrage.

Kanton soll besser koordinieren

Für Monique Frey, die wie Ruedi Amrein ein Agronomiestudium an der ETH absolviert hat, muss der Kanton seine Aktivitäten im Bereich der Klimaschonung koordinieren. «Der Kanton reagiert nur, jede Dienststelle arbeitet für sich», moniert die Grüne Politikerin aus Emmen. Ihrer Ansicht nach ist es «an der Zeit, eine überdepartementale ständige Abteilung zu gründen». Frey fragt sich nämlich:

«Was ist, wenn der Sommer 2019 wieder so trocken wird?»

Die zuständige Dienststelle für Umwelt und Energie kontert die Kritik. So sei die Entnahme von Wasser aus Flüssen und Bächen bei anhaltender Trockenheit nicht möglich, da diese zu wenig Wasser führen würden. Bauern hätten im vergangenen Sommer aber nicht nur aus dem Vierwaldstättersee und der Reuss Wasser holen können. Es seien auch Entnahmen aus dem Sempacher- und Baldeggersee bewilligt worden, sagt Werner Göggel, Abteilungsleiter Gewässer und Boden bei der kantonalen Dienststelle Umwelt und Energie.

Dienststelle will einen Bericht erstellen

Was die Planung der Wasserversorgungen betreffe, tausche sich der Kanton mit den regionalen Entwicklungsträgern aus, versichert Göggel. Es sei jedoch Sache dieser, den Stand der Planungen zu überprüfen.
In den Zuständigkeitsbereich des Kantons fällt hingegen die Evaluation der Auswirkungen der Trockenheit. Dazu laufe eine Anfang dieses Jahres gestartete Umfrage bei den Wasserversorgungen und Gemeinden. Sie beinhalte auch den Stand der Planungen.

Die Ergebnisse würden in einem Bericht zur Wassernutzung und -versorgung berücksichtigt. Göggel verspricht: «Damit wollen wir die künftigen Herausforderungen und den Handlungsbedarf zur Sicherstellung der Wasserversorgung aufzeigen.»

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