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Luzerner Regierung verweigert Fördergelder für kritischen Film

Der Dok-Film über die Luzerner Finanzpolitik erhält vom Kanton kein Geld. Das hat die Regierung entschieden – und sich damit über die Empfehlung der beratenden Kommission hinweggesetzt. Erstmals seit Jahren.
Niels Jost
Der Luzerner Wirtschaftsförderer Ivan Buck gibt für den Dokumentarfilm auf der Ufschötti ein Interview. (Bild: PD (Luzern, 26. September 2018))

Der Luzerner Wirtschaftsförderer Ivan Buck gibt für den Dokumentarfilm auf der Ufschötti ein Interview. (Bild: PD (Luzern, 26. September 2018))

«Luzern – der Film»: So simpel der Name klingt, so kontrovers ist das Thema, das er behandelt. Der Dokumentarfilm beleuchtet die Luzerner Finanzpolitik – und soll vor den kantonalen Wahlen vom 31. März der Bevölkerung gratis gezeigt werden. Die Dreharbeiten laufen bereits (Ausgabe vom 26. September).

Kürzlich hat der Verein «Luzern – der Film» ein Gesuch bei der Kulturförderung eingereicht. Der Kanton hätte 30 000 Franken seiner Lotteriegelder an das Projekt beisteuern sollen, wie Andreas Stäuble, Geschäftsführer des Vereins, auf Anfrage sagt. Dies zusätzlich zu den 130 000 Franken, welche der Verein mittels Crowdfunding gesammelt hatte. Durch staatliche und private Filmförderung sollte ein Grossteil der Produktion und Post-Produktion finanziert werden. Stäuble: «Das war immer klar und wurde auch so kommuniziert.»

Regierung folgt Empfehlung der Fachkommission nicht

Wie unsere Zeitung weiss, hat die Luzerner Regierung das Gesuch nun aber abgelehnt. Pikant: Dabei hat sie sich nicht an die Empfehlung der beratenden Kommission der Innerschweizer Filmfachgruppe (IFFG) gehalten, die das Projekt unterstützen wollte.

Dass der Regierungsrat einer Empfehlung der IFFG nicht folgt, ist in der 7-jährigen Amtszeit von Kulturdirektor Reto Wyss (CVP) noch nie vorgekommen, wie dieser auf Anfrage sagt. Beim Projekt handle es sich allerdings um einen Sonderfall, da der Film zeitlich wie auch inhaltlich die Gesamterneuerungswahlen 2019 betreffe. «Darum reichte die rein fachliche Empfehlung der IFFG nicht aus, um das Gesuch zu beurteilen. Der Entscheid hat auch eine politische Dimension», sagt Wyss und bilanziert: «Die Unabhängigkeit des Filmes wäre durch eine finanzielle Unterstützung seitens des Kantons nicht gegeben.»

«Die öffentliche Kulturförderung macht keine inhaltlichen Vorgaben.»

Der Verein «Luzern – der Film» kann das nicht nachvollziehen. «Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass gerade die staatliche Förderung die Unabhängigkeit ermöglicht», sagt Andreas Stäuble und erklärt: «Die öffentliche Kulturförderung macht – im Unterschied zu vielen Stiftungen oder Koproduktionsfirmen – keine inhaltlichen Vorgaben.»

Regierungsräte sind selber Protagonisten

Warum sich der Regierungsrat ausgerechnet bei diesem Film eingeschaltet hat und keine Unterstützung sprechen will, versteht Stäuble nicht. «Wenn die kantonale Kulturförderung tatsächlich die Unabhängigkeit der Kulturschaffenden beeinträchtigen würde, dann könnte der Kanton kein einziges Projekt unterstützen, das sich im weitesten Sinne kritisch mit Politik und Staat auseinandersetzt.»

Der Dok-Film sei nicht irgendein Projekt, entgegnet Wyss. Gerade weil dieser die Finanzpolitik kritisch beleuchte und die Magistrate selber darin vorkämen, wäre es nicht richtig gewesen, wenn dasselbe Gremium eine finanzielle Unterstützung bewilligt hätte. «Wir wollen uns nicht dem Vorwurf einer möglichen Einflussnahme auf das Projekt und damit auf die Wahlen aussetzen lassen», so Wyss.

Auswärtigen Regisseur beigezogen

Andreas Stäuble kontert, dass für den Film extra ein auswärtiger Regisseur hinzugezogen wurde, der Basler Reinhard Manz. «Er ist in seiner Arbeit unabhängig und journalistisch frei. Mit seinem Blick von aussen bestimmt er die inhaltliche Ausrichtung des Films.» Trotz der Absage für die Fördergelder: Das Projekt sei nicht gefährdet, so Stäuble. «Nun müssen halt andere diesen Ausfall kompensieren.» Ein Gesuch werde man etwa beim Kanton Basel-Stadt einreichen – der Heimat von Regisseur Manz.

Hier macht der Film Halt

«Luzern – der Film» feiert am 22. Januar 2019 im Kino Bourbaki in Luzern Premiere. Doch auch auf der Landschaft soll der Film gezeigt werden. Nun sind die Daten bekannt: Emmenbrücke, 30. Januar; Sempach, 31. Januar; Malters, 5. Februar; Willisau, 7. Februar; Luthern, 8. Februar; Sursee, 9. Februar; Schüpfheim, 13. Februar; Hochdorf, 14. Februar; Horw, 15. Februar sowie Beromünster, 16. Februar. Offen sind Termine in Wolhusen, Dagmersellen, Ruswil und Schötz. Unterstützen kann man das Projekt via kontakt@luzern-derfilm.ch. (jon)

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