Luzerner Regierung will Medizinstudium prüfen

Die Regierung will abklären, ob ein Masterstudium Medizin an der Universität Luzern machbar wäre. Kosten würde dies zirka 8 Millionen pro Jahr.

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Die Universität Luzern.

Die Universität Luzern.

Die Luzerner Regierung will eine Vorstudie zur Machbarkeit eines Masterstudiums Medizin an der Uni Luzern erstellen lassen. Dies schreibt sie in ihrer Antwort auf eine von Thomas Willi (CVP, Emmen) im Mai eingereichte Motion. Willi und mit ihm 19 Fraktionskollegen sowie vier FDP-Ratsmitglieder forderten in ihrem Vorstoss die Prüfung einer vollen medizinischen Fakultät. Dies aber lehnt die Regierung ab – wegen der zu hohen Kosten.

Eine volle medizinische Fakultät mit Bachelor- und Masterstudium würde laut mündlichen Aussagen der Uni Basel Kosten von jährlich rund 35 Millionen Franken verursachen. Diese hohen Investitionen, schreibt die Regierung, seien «nicht vertretbar», lägen «ausserhalb der Möglichkeiten des Kantons Luzern» und wären nur über eine Steuererhöhung zu finanzieren.

Ein Masterstudium Medizin hingegen würde deutlich weniger kosten. Schätzungen aus dem Kanton Tessin, der die Einführung eines solchen Studiums prüft, gehen von 8 Millionen Franken pro Jahr aus.

Spitaldirektor freut sich

Beim Kantonsspital stossen die Pläne der Regierung auf offene Ohren. Sprecherin Ramona Helfenberger bestätigt, dass Spitaldirektor Benno Fuchs nach wie vor zu den Aussagen stehe, die er Ende April gegenüber unserer Zeitung gemacht habe. Fuchs sagte damals, er würde den Aufbau eines Masterstudiums Medizin begrüssen. Ob eine Vorstudie zur Machbarkeit eines Masterstudiums Medizin erarbeitet wird, hängt vom Kantonsrat ab. Er muss über den Antrag der Regierung entscheiden.

Lukas Nussbaumer

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Wirtschaftsfakultät ab 2014

flw. Unabhängig von einem Masterstudium Medizin planen die Universitätsleitung und das Bildungsdepartement des Kantons die Inbetriebnahme einer Wirtschaftsfakultät auf das Herbstsemester 2014. Ursprünglich war von Kosten von jährlich 1,44 Millionen Franken die Rede. Die Regierung will aus Spargründen den Globalbeitrag für die Uni für die Jahre 2013 und 2014 aber nicht so stark erhöhen wie geplant. Deshalb kann die Uni weniger Geld in die neue Fakultät investieren. Das hat zur Folge, dass das Betreuungsverhältnis angepasst wird. Statt einer Professur auf 60 Studenten soll eine Professur auf 80 Studenten kommen.