Luzerner Regierung will mehr Daten zur Wasserqualität

Die Datenlage über verunreinigte Luzerner Gewässer lässt gemäss der Regierung zu wünschen übrig. Nun soll das Monitoring verbessert werden. Die Anstrengungen der Regierung reichen nicht, findet SP-Kantonsrat Josef Schuler aus Hitzkirch.

Lukas Nussbaumer
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Die Wasserqualität in Gewässern, aus denen Trinkwasser geschöpft wird, muss möglichst naturnah sein.

Die Wasserqualität in Gewässern, aus denen Trinkwasser geschöpft wird, muss möglichst naturnah sein.

Symbolbild: Reto Martin

Mit der revidierten Gewässerverordnung des Bundes gelten seit April strengere Qualitätsanforderungen für Gewässer, aus denen Trinkwasser gebraucht wird. Doch wie gut ist die Qualität der Trinkwasserquellen im Kanton Luzern wirklich? Dies fragte sich Mitte Mai der Hitzkircher SP-Kantonsrat Josef Schuler. Und reichte ein Postulat ein, in dem er eine schnelle und lückenlose Umsetzung der Bundesvorschriften verlangte, genauso die Information der Öffentlichkeit.

Nun liegt die Antwort der Regierung vor. Und die Exekutive beantragt dem Kantonsrat, das Postulat erheblich zu erklären. So sei die Datenlage über die Belastung der Seen, Flüsse und Bäche mit Mikroverunreinigungen in der Tat «zu verbessern». Die dafür erforderlichen, zusätzlichen Erhebungen sollen in Abstimmung mit den Programmen des Bundes erfolgen. Das Monitoring soll den Zustand der Gewässer bezüglich Mikroverunreinigungen dokumentieren und die Wirksamkeit der Gewässerschutzmassnahmen aufzeigen, hält die weiter Regierung fest.

Luzern soll selber aktiv werden, statt auf den Bund zu warten

Trotz dem Antrag der Regierung, sein Postulat erheblich zu erklären, ist Josef Schuler mit der Antwort auf seinen Vorstoss «nicht ganz zufrieden. Die Regierung wartet einfach auf den Bund, statt selber ein Monitoring aufzubauen oder zumindest Druck auf den Bund zu machen.» Ein ausgebautes Monitoring sei nämlich auch für die Landwirte sehr wichtig, betont Schuler:

«Momentan wissen die Bauern gar nicht, ob ihre Anstrengungen etwas bringen.»

Und bei den Bauern liege noch einiges im Argen: «In Gebieten mit intensiver Landwirtschaft ist der Handlungsbedarf riesig», glaubt Schuler. Die Regierung kommt zu einem ähnlichen Schluss und zitiert das Bundesamt für Umwelt, gemäss dem die Grundwasserqualität vor allem durch Nitrat und Rückstände von Pflanzenschutzmitteln beeinträchtigt werde – in Wasservorkommen, die «vor allem durch Ackerbau beeinflusst sind». Eine ähnliche Aussage macht die Regierung in ihrer Antwort auf ein Postulat des Entlebucher SVP-Kantonsrats Bernhard Steiner, das wie der Vorstoss von Schuler für die Session von nächster Woche traktandiert ist: die Belastung des Grundwassers mit Pflanzenschutzmitteln in urban geprägten Messstellen sei «deutlich geringer als in landwirtschaftlich geprägten».

Es sollen alle Kläranlagen aufgerüstet werden

Was das Monitoring der Grundwasserqualität angeht, zeigt sich die Regierung im Gegensatz mit jenem zu den Seen, Flüssen und Bächen aber zufrieden: Durch die Zusammenarbeit zwischen Bund und Kanton sowie eigenen Untersuchungen sei der «Zustand des Grundwassers im Kanton Luzern ausreichend bekannt».

Ebenfalls nicht ganz zufrieden ist Josef Schuler mit den Angaben der Regierung zum Ausbau der Kläranlagen, um den Eintrag von Mikroverunreinigungen aus dem Abwasser in die Gewässer zu reduzieren. Laut Regierung werden die zwei grössten Anlagen in Emmen und im Surental mit einer zusätzlichen Reinigungsstufe ausgerüstet, jene in Hochdorf oder im Oberen Wiggertal vorderhand aber nicht. Für Schuler sollen «möglichst alle Reinigungsanlagen ausgebaut werden. Da könnte die Regierung schon etwas mehr Druck aufsetzen.»