Luzerner Regierungsrat erlaubt Unisex-WCs in Restaurants

Die Luzerner Regierung passt die Gastgewerbeverodnung an. Darin werden den Wirten künftig keine Vorgaben mehr hinsichtlich der Geschlechtertrennung auf ihren Toiletten gemacht.

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Als erstes Restaurant in Luzern hat der «Anker» ein Unisex-WC gebaut. (Bild: Nadia Schärli, 13. Dezember 2016)

Als erstes Restaurant in Luzern hat der «Anker» ein Unisex-WC gebaut. (Bild: Nadia Schärli, 13. Dezember 2016)

Betreiber von Gaststätten im Kanton Luzern sollen künftig selber entscheiden dürfen, in welchem Rahmen ihre Gäste die Toilette benutzen. Der Regierungsrat hat entschieden, diesbezüglich keine staatlichen Vorgaben mehr zu machen, wie die Staatskanzlei Luzern in einer Mitteilung schreibt. Somit können Gastrobetreiber ihren Gästen künftig auch WCs zur Verfügung stellen, die von beiden Geschlechtern genutzt werden – sogenannte Unisex-Toiletten.

Hierzu wird die kantonale Gastgewerbeverordnung angepasst. Die Änderung tritt per 1. Juli in Kraft.

Heute gilt für alle Restaurants im Kanton, den Gästen nach Geschlechtern getrennte Toiletten und Handwaschanlagen anzubieten. Ausgenommen sind davon lediglich Verpflegungsstände bis zu einer Grösse von 25 Quadratmetern.

Bereits vor der nun angekündigten Gesetzesanpassung hat das Stadtluzerner Restaurant Anker für seine Gäste ein Unisex-WC errichtet und damit gegen die Vorschriften verstossen. Bei seiner Wiedereröffnung im Dezember 2016 wartete die am Pilatusplatz gelegene Gaststätte als erster Betrieb des Kantons mit einer Toilette für Mann und Frau auf. Die Gewerbepolizei erteilte dem «Anker» daraufhin eine bis Ende März 2017 befristete Bewilligung. In diesem Zeitraum befasste sich dann auch der Kantonsrat mit der Thematik. Bis zur Klärung der rechtlichen Lage hat das Restaurant sein geschlechtsneutrales WC weiterbetreiben dürfen.

pd/lur

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Alexander von Däniken