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Luzerner Regierungsrat: Jetzt steht auch eine Frau zur Wahl

Die Grünen schicken Korintha Bärtsch (34) ins Rennen um die Nachfolge von Robert Küng. Als Regierungsrätin will sich die Umweltwissenschaftlerin und langjährige Grossstadträtin für den Mittelstand einsetzen.
Urs-Ueli Schorno
Korintha Bärtsch, Grüne Luzern

Korintha Bärtsch, Grüne Luzern

Ausgerechnet im Herrenkeller des Naturmuseums in Luzern, wo auch die Sitzungen der Planungs- und Finanzkommission stattfinden, sollte am Dienstagabend die bisher einzige Regierungsratskandidatin nominiert werden. Doch: Weil sich die Kandidatin - respektive ihr Zug - verspätete, wurde die Grüne einstimmig und unter grossem Beifall der rund 45 Parteimitglieder erst beim anschliessenden Apéro ins Rennen um die Nachfolge von Baudirektor Robert Küng (FDP) geschickt.

«Die Finanzpolitik braucht einen Richtungswechsel.»

Korintha Bärtsch, Regierungsratskandidatin

Korintha Bärtsch - froh endlich angekommen zu sein - will eine Regierungsrätin für die ganze Bevölkerung sein: «Mir liegen die Menschen im Kanton Luzern am Herzen», sagt die Stadtluzernerin, die obwohl erst 34 Jahre alt, bereits seit 13 Jahren im Grossstadtrat sitzt, davon sechs Jahre als Fraktionschefin. «Wir sind in eine wunderschöne Landschaft eingebettet, haben einen hohen Lebensstandard, aber auch ein paar Probleme – vor allem die finanzpolitische Irrfahrt der aktuellen Regierung», bringt Bärtsch ihre Motivation auf den Punkt. Sie will sich vor allem für die Normalverdienenden einsetzen, die ihrer Meinung nach «die Zeche für die aktuelle Steuer-, Spar- und Hau-Ruck-Politik zahlen». Gerade bei der Steuerstrategie, die Unternehmen und Vermögende zu stark bevorzuge, brauche es einen Richtungswechsel.

Wahlkampf mit Klimapolitik und Verkehrsplanung

Vor dem parteipolitischen, aber auch ihrem beruflichen Hintergrund als Umweltwissenschaftlerin und Stadtplanerin erstaunt es nicht, dass sich Bärtsch selbst als geeignete Kandidatin für das Bau- Umwelt und Wirtschaftsdepartement sieht. Sie will sich dort für eine «fortschrittliche Klimapolitik», aber auch für eine «zukunftgerichtete Verkehrsplanung» engagieren. «Die Spange Nord ist ein Beispiel für eine Verkehrsplanung von vorgestern. Es kann auch nicht sein, dass bei solchen Grossprojekten nicht auf die betroffene Bevölkerung gehört wird», nennt sie ein Exempel. Ein grosser Kompromiss ist für sie das aktualisierte Energiegesetz. «Da müssen wir noch weitergehen», sagt sie auch im Hinblick auf den heissen und trockenen Sommer, der ein Vorgeschmack auf den Klimawandel gewesen sei.

Die Ausgangslage für Bärtsch gestaltet sich nun ähnlich schwierig wie für den SP-Kandidaten Jörg Meyer, da am 31. März 2019 nur ein Regierungsratssitz zu besetzen ist. Wahrscheinlich ist, dass die SP und die Grünen eine Listenverbindung eingehen werden . «Die Verhandlungen sind am Laufen», sagte Maurus Frey, Präsident der Grünen Luzern am Dienstagabend dazu.

Klar ist: Den Wahlkampf müssen die Grünen alleine bestreiten. Frey ist überzeugt, das Korintha Bärtsch gute Karten hat: «Sie ist eine sehr kompetente Politikerin, die mehr parlamentarische Erfahrung mitbringt als die anderen Anwärter zusammen. Zudem ist sie eine Fachperson für Energie-, Klima und ökologische Fragen und hat bereits unter Beweis gestellt, dass sie Brücken schlagen kann.»

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