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Luzerner Regierungsratswahlen: Erhält die Grüne Korintha Bärtsch genug Support von der SP?

Damit die Grüne Korintha Bärtsch echte Chancen auf einen Sitz in der Luzerner Exekutive hat, braucht sie die uneingeschränkte Unterstützung der SP. Diese sei vorhanden, beteuern die Präsidenten von Grünen und Sozialdemokraten.
Lukas Nussbaumer
Die Grünen und Jungen Grünen feiern zusammen mit ihrer Regierungsratskandidatin Korintha Bärtsch den Wahlerfolg bei den Kantons- und Regierungsratswahlen. (Bild: Philipp Schmidli, Luzern, 31. März 2019)

Die Grünen und Jungen Grünen feiern zusammen mit ihrer Regierungsratskandidatin Korintha Bärtsch den Wahlerfolg bei den Kantons- und Regierungsratswahlen. (Bild: Philipp Schmidli, Luzern, 31. März 2019)

Nun gelte es, «geeint» in den zweiten Wahlgang zu steigen. Es brauche «Geschlossenheit», nur «gemeinsam» könne die Linke den 2015 an die SVP verlorenen Sitz zurückgewinnen. Das waren Worte, welche die SP-Spitze am 1. April aussprach. Also am Tag nach dem ersten Wahlgang, in dem die Grüne Korintha Bärtsch 391 Stimmen mehr holte als SP-Kandidat Jörg Meyer. Als Folge davon zogen die Sozialdemokraten Meyer zurück. Und seither kämpfen Grüne und SP offiziell Seite an Seite gegen die bisherigen Paul Winiker (SVP) und Marcel Schwerzmann (parteilos), die das absolute Mehr am 31. März ebenfalls verfehlt haben.

Doch wie stark setzt sich die SP im bis jetzt flau verlaufenden Wahlkampf tatsächlich für Bärtsch ein? Nicht mit besonders viel Verve, glauben Politbeobachter und Exponenten bürgerlicher Parteien. Sie kolportieren, es gebe SP-Anhänger, die Bärtsch aus taktischen Gründen nicht wählen. Grund: Schafft es die Grüne Frau in den Regierungsrat, bleibt die SP über Jahre aussen vor.

SP-Präsident hofft auf zweiten linken Sitz

SP-Präsident David Roth widerspricht dieser These vehement. «Wir tun sehr viel für die Kandidatur von Korintha Bärtsch. Unser Ziel ist der linke Sitz in der Regierung.» Klappe dies am 19. Mai und setze sich der Trend nach einer Stärkung des links-grünen Lagers fort, sei künftig auch ein zweiter linker Sitz – einer für die SP – möglich.

Roth stützt diese Aussage auf die Parteistärken bei den jüngsten Kantonsratswahlen. Der nicht in der Regierung vertretene Block von SP, Grünen und GLP kam am 31. März auf einen Wähleranteil von 31,2 Prozent, die CVP mit zwei Mitgliedern im fünfköpfigen Regierungsrat auf 27,5 Prozent.

Grüne-Präsident setzt auf CVP- und FDP-Frauen

Grüne-Präsident Maurus Frey sagt, er habe in Bezug auf den Support der SP für Korintha Bärtsch «ein sehr gutes Gefühl». Das Verhältnis mit den Genossen sei «partnerschaftlich». Frey glaubt, dass Bärtsch «bis weit in die politische Mitte hinein» Stimmen holen werde, gerade auch von CVP- und FDP-Frauen. Von dieser Seite sei die 34-Jährige schon im ersten Wahlgang unterstützt worden. Frey:

«Das wird sich im zweiten Wahlgang wiederholen. Eine Mobilisierung, wie sie derzeit stattfindet, habe ich noch nie erlebt.»

Beweis dafür seien die mehr als 1000 Frauen aus allen politischen Lagern, die sich im Komitee für Korintha Bärtsch engagieren würden.

«Lotto im Säli» mit Bärtsch, Teamplayer Schwerzmann

Doch tut die Linke genug für einen Erfolg am 19. Mai? Entscheidend sei nicht nur der Umfang des Wahlkampfs, sondern auch die Qualität, sagt Olivier Dolder von Interface Politikstudien Luzern. Korintha Bärtsch habe immerhin originelle Ideen wie die Organisation eines «Lotto im Säli» (Ausgabe vom Donnerstag).

Politologe Dolder attestiert aber auch dem Hauptgegner von Bärtsch, Finanzdirektor Marcel Schwerzmann, Cleverness. Sich im Schlepptau des so gut wie gewählten Paul Winiker als Teamplayer zu präsentieren, sei als Parteiloser ohne Basis geschickter als Einzelauftritte.

Geschickt verhalten habe sich auch die SP mit ihrem Entscheid, Jörg Meyer nach dem ersten Wahlgang «schnell und geräuschlos» zurückzuziehen. Dolder:

«Der Rückzug des SP-Kandidaten hat viel Einigkeit im links-grünen Lager erzeugt.»

Die Wahrscheinlichkeit, dass SP-Mitglieder aus Eigeninteresse auf die Wahl der Grünen Kandidatin verzichten, erachtet Dolder als «sehr klein». Wer eine linke Vertretung in der Regierung wolle, habe nur eine Alternative: Bärtsch.

Sticht der Trumpf Bärtsch nicht, erhält die SP 2023 eine neue Chance – oder schneller: wenn ein wiedergewählter Regierungsrat wie Marcel Schwerzmann während der Legislatur abtritt. Kandidiert dann erneut Jörg Meyer? Diese Frage stelle sich für ihn nicht, sagt Meyer. Es gelte nun, «gemeinsam und geschlossen» die linke Vertretung in der Regierung wieder herzustellen.

Podium mit den drei Regierungsratskandidaten

Wer holt am 19. Mai die beiden noch freien Sitze im Luzerner Regierungsrat? Sind es die Bisherigen Paul Winiker (SVP) und Marcel Schwerzmann (parteilos) – oder gelingt Korintha Bärtsch (Grüne) die Überraschung und einer der Bisherigen hat das Nachsehen?

Die Kandidierenden stellen sich am Podium der Luzerner Zeitung den Fragen von Jérôme Martinu, Chefredaktor, und Christian Meier, stv. Chefredaktor und Leiter regionale Ressorts. Am Samstag, 4. Mai, 10.30 bis 11.45 Uhr an der Luga statt; im Chalet, Halle 17 (Einlass mit Luga-Ticket). (hor)

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