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Luzerner Regierungsratswahlen: Jetzt greift auch die FDP nach dem Sitz von Marcel Schwerzmann

Mit wie vielen Kandidaten die Freisinnigen ihren einzigen Sitz in der Luzerner Regierung verteidigen sollen, ist parteiintern umstritten. Die Strategie der FDP-Leitung, zwei Mandate anzustreben, birgt denn auch Risiken.
Lukas Nussbaumer
Der parteilose Finanzdirektor Marcel Schwerzmann (52) beim Regierungsgebäude. (Bild: Corinne Glanzmann)

Der parteilose Finanzdirektor Marcel Schwerzmann (52) beim Regierungsgebäude. (Bild: Corinne Glanzmann)

«Wir sind überzeugt davon, dass die Wähler des Kantons Luzern eine Auswahl wünschen.» So umschreibt FDP-Präsident Markus Zenklusen die Ende April von der Geschäftsleitung verabschiedete Strategie, der Parteibasis eine Zweierkandidatur für den Regierungsrat zu beantragen. Die Delegierten der Freisinnigen entscheiden am 28. Juni in Sempach, was sie vom «klar» gefällten Entscheid der FDP-Geschäftsleitung halten. Dann beschliesst die gemessen an der Stärke im Kantonsrat nach CVP und SVP drittstärkste Luzerner Partei, wen sie den Wählern als Nachfolger des Ende Legislatur ausscheidenden Robert Küng empfiehlt.

Sicher ist: Es gibt parteiintern Stimmen, die ein Zweierticket als zu ambitiös bewerten, weil der FDP aufgrund ihrer Stärke nicht zwei Mandate zustehen würden. Gemessen an den letzten kantonalen Wahlen, stimmt dies: So kamen die Freisinnigen bei den Kantonsratswahlen 2015 auf einen Wähleranteil von 21 Prozent, die CVP auf einen von 30,9, die SVP auf 24,1 und die SP auf 11,9 Prozent. An der offensiven Gangart der Geschäftsleitung wird laut Zenklusen jedoch festgehalten – trotz eines am Dienstagabend gefällten Entscheids der Wahlkreispartei Sursee. Die 76 Delegierten entschieden sich nämlich, der Kantonalpartei eine Einerkandidatur vorzulegen – entgegen dem Wunsch der Spitze der Kantonalpartei, mit einem Zweierticket in die finale Ausmarchung vom 28. Juni zu steigen. Die Vorwahlen im Rathaus von Sursee entschied der 40-jährige Neuenkircher Sozialvorsteher Jim Wolanin für sich; er distanzierte den gleichaltrigen Möischterer Gemeindepräsidenten Charly Freitag um neun Stimmen.

Wahlkreis Hochdorf: Drei Männer wollen aufs Ticket

Ebenso kalt wie der Entscheid in Sursee lassen Markus Zenklusen die FDP-Strategien der letzten drei Regierungsratswahlen. Sowohl 2015 als auch 2011 und 2007 traten die Freisinnigen jeweils mit nur einer Person an (siehe Kasten). «Wir denken in Szenarien und ergreifen Chancen, wenn sie sich bieten», sagt der seit 2016 amtierende FDP-Präsident. Er sei überzeugt von der Qualität der nach dem Ausscheiden von Charly Freitag vier verbleibenden Anwärtern auf einen Platz auf der FDP-Regierungsratsliste. Neben Jim Wolanin sind dies der Emmer Gemeindepräsident und Kantonsrat Rolf Born, der Inwiler Gemeindeammann und Kantonsrat Fabian Peter sowie der Hochdorfer Gemeinderat Roland Emmenegger.

Ob sich die Wahlkreispartei Hochdorf wie jene von Sursee auf eine Einerkandidatur festlegt, entscheidet sich am 24. Mai. Laut Romy Odoni, der Präsidentin der Wahlkreispartei Hochdorf, beschliesse der Vorstand «in den nächsten Tagen», ob er der Versammlung eine Einer-, Zweier- oder gar Dreierkandidatur beliebt mache. Der Entscheid der Wahlkreispartei Sursee beeinflusse diesen Antrag genauso wie die Strategie der Geschäftsleitung der Kantonalpartei, den Wählern ein Zweierticket präsentieren zu wollen, so die frühere Kantonsrätin. «Unser Ziel ist es, dass ein neuer FDP-Regierungsrat aus dem Wahlkreis Hochdorf stammt», sagt Odoni.

Viele Kandidaten – hohes Risiko eines 2. Wahlgangs

Tritt die FDP bei den Regierungsratswahlen vom 31. März 2019 tatsächlich mit zwei Männern an – alle fünf angefragten Frauen haben abgesagt –, geht sie das Risiko ein, dass keiner ihrer Kandidaten im ersten Wahlgang das absolute Mehr erreicht. «Wer nichts wagt, gewinnt auch nichts», sagt Markus Zenklusen dazu. Gewinnen möchte der 64-jährige frühere Manager einen zweiten Sitz im fünfköpfigen Gremium. «Die Chancen dafür sind intakt», glaubt der Emmer. Zenklusen sagt diesen Satz in einer Selbstverständlichkeit, die überrascht. Schliesslich ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass neben Reto Wyss (CVP) und Paul Winiker (SVP) auch die beiden anderen bisherigen Magistraten, Guido Graf (CVP) und Marcel Schwerzmann (parteilos), erneut antreten werden. Mit definitiven Entscheiden lassen sich Graf und Schwerzmann allerdings noch Zeit. Skeptiker der Strategie der FDP-Spitze beurteilen das Ziel eines zweiten Regierungssitzes nur dann als realistisch, wenn Schwerzmann nicht mehr antritt. Die zwei CVP-Sitze gelten als berechtigt.

So ambitiös das Wahlziel der FDP-Führung ist, so früh beginnt sie ihren Wahlkampf: am 28. Juni mit der Nomination ihrer Regierungsratskandidaten, fast drei Monate vor der SP, die als zweite grosse Partei am 15. September entscheidet. Die SP will ihren 2015 an die SVP verlorenen Sitz mit dem Adligenswiler Kantonsrat Jörg Meyer zurückerobern.

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