Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Luzerner Regierungsratswahlen: Wirtschaft stützt Schwerzmann und Winiker

Am 19. Mai werden die beiden letzten Sitze im fünfköpfigen Luzerner Regierungsrat besetzt. Die Wirtschaftsverbände halten am parteilosen Marcel Schwerzmann und an SVP-Mann Paul Winiker fest. Gleich denken die Parteileitungen von FDP und SVP, nicht aber jene der CVP.
Lukas Nussbaumer
Der parteilose Rudolf Schweizer (links) verzichtet auf die Teilnahme am zweiten Wahlgang, der ebenfalls parteilose Marcel Schwerzmann tritt erneut an. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 31. März 2019)

Der parteilose Rudolf Schweizer (links) verzichtet auf die Teilnahme am zweiten Wahlgang, der ebenfalls parteilose Marcel Schwerzmann tritt erneut an. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 31. März 2019)

«Für Verlässlichkeit und Kontinuität». Mit diesem Slogan bewarben die drei grossen Luzerner Wirtschaftsverbände sowie die Bauern die fünf bürgerlichen Regierungsratskandidaten Guido Graf, Reto Wyss (beide CVP), Fabian Peter (FDP), Paul Winiker (SVP) und Marcel Schwerzmann (parteilos). Für Kontinuität sorgen vorderhand jedoch nur die beiden CVP-Politiker sowie der freisinnige Fabian Peter –Winiker und Schwerzmann schafften die Hürde des absoluten Mehrs im ersten Wahlgang am Sonntag nicht.

Sicher ist jedoch: Der kantonale Gewerbeverband (KGL), die Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz (IHZ) sowie das Info-Forum Freies Unternehmertum (IFU) wollen Marcel Schwerzmann und Paul Winiker auch im zweiten Wahlgang vom 19. Mai unterstützen. So sagt Felix Howald, Direktor der IHZ:

«Aus Sicht der Wirtschaft sind Paul Winiker und vor allem Marcel Schwerzmann in der Regierung wichtig.»

Auch Peter With, Präsident des Gewerbeverbands, will die bürgerlichen Marcel Schwerzmann und Paul Winiker weiter in der Regierung. Das gilt auch für das IFU, wie Präsident Lukas Duss sagt. «Wir haben beschlossen, uns wieder für Winiker und Schwerzmann stark zu machen.»

Offen ist nach dem Entscheid der Wähler vom Sonntag hingegen, wie sich der Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverband (LBV) im zweiten Wahlgang verhält. Laut LBV-Präsident Jakob Lütolf wird der Vorstand bis am Dienstagabend einen neuen Beschluss fällen. Es gebe zwei Varianten: Weiter auf das Duo Schwerzmann/Winiker setzen oder keine Wahlempfehlung mehr abgeben.

FDP-Leitung stützt Schwerzmann und Winiker

Offiziell ebenfalls noch offen ist, wie sich die bürgerlichen Parteien CVP, FDP und SVP verhalten. Die CVP fällt ihren Entscheid an der Delegiertenversammlung vom Dienstagabend. Präsident Christian Ineichen sagt auf Anfrage, der CVP sei die Konkordanz wichtig, und sie habe Marcel Schwerzmann noch nie unterstützt. Das deutet darauf hin, dass die CVP wie 2015 die linke Kandidatur unterstützt. Damals setzten die CVP-Delegierten im zweiten Wahlgang auf SP-Frau Felicitas Zopfi –allerdings erfolglos: Statt Zopfi wurde SVP-Mann Paul Winiker gewählt.

Noch offen ist auch der Entscheid der FDP. Sie hat vor vier Jahren Marcel Schwerzmann und Paul Winiker empfohlen –und damit das Volk auf ihrer Seite gehabt. Laut Präsident Markus Zenklusen beantragt die erweiterte Geschäftsleitung den Delegierten einstimmig, das Gleiche wie 2015 zu tun:

«Wir wollen Kontinuität in der Regierung und damit Paul Winiker und Marcel Schwerzmann.»

Das letzte Wort hat allerdings die Parteibasis am Dienstagabend an der Delegiertenversammlung in Inwil.

Einen Tag später befindet die SVP über ihre Strategie für den zweiten Wahlgang. Laut Parteipräsidentin Angela Lüthold wird die Parteileitung einen Antrag an die Delegierten formulieren. In welcher Form Marcel Schwerzmann den Support der SVP erhalte, sei offen. Sicher sei aber, so Lüthold:

«Wir werden uns für eine bürgerliche Regierung stark machen.»

Das gilt nicht für die Grünliberalen. Die Partei hat am Montagabend entschieden, ihren Kandidaten Roland Fischer zurückzuziehen und die Grüne Korintha Bärtsch zu unterstützen. Die Wahlchanchen seien «eher gering», teilte die GLP mit. Den gleichen Schritt machte am Montagmorgen bereits der parteilose Rudolf Schweizer. Es würden ihm schlicht die finanziellen und zeitlichen Ressourcen fehlen.

Schwerzmann weiss: Er braucht die Hilfe der Parteien

Marcel Schwerzmann hofft auf möglichst grossen Support aus dem bürgerlichen Lager. Es brauche einen bürgerlichen Schulterschluss – und er «zweifellos deren Unterstützung». Insbesondere die bürgerlichen Kräfte auf der Landschaft müssten an einer weiterhin bürgerlichen Regierung interessiert sein, um auf Verlässlichkeit setzen zu können. «Das ist das Wichtigste, um einen Kanton erfolgreich positionieren zu können.» Schwerzmann hat am Montag denn auch die Wahlliste «Komitee Marcel Schwerzmann» mit seinem Namen und jenem von Paul Winiker eingereicht.

Noch offen ist, mit welcher Kampagne Schwerzmann versuchen wird, seine Wiederwahl im zweiten Anlauf zu sichern. Er gibt sich jedoch zuversichtlich und betont gleichzeitig, bis zum Erfolg müssten alle bürgerlichen Parteien, Verbände und Organisationen «noch kräftig arbeiten».

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.