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Luzerner Reiter fürchten um ihre Galopp-Pisten

Vor 40 Jahren wurde im Rontal in Luzern ein schweizweit einzigartiges Reitwegnetz errichtet. Dieses dürfte nun aber teils dem Hochwasserschutzprojekt entlang der Reuss zum Opfer fallen.
Gabriela Jordan
Reiter des Vereins Regionale Reitwege Rontal auf der Galopp-Piste im Schiltwald. (Bild: Pius Amrein (27. Juni 2018))

Reiter des Vereins Regionale Reitwege Rontal auf der Galopp-Piste im Schiltwald. (Bild: Pius Amrein (27. Juni 2018))

Leicht hat es der Kanton Luzern bei der Planung des 176 Millionen Franken teuren Reuss-Projekts nicht. Gegen die umfassenden Massnahmen im Bereich Hochwasserschutz und Renaturierung wehren sich bereits Bauern und Waldeigentümer, die dadurch Land abgeben müssten. Jetzt meldet sich noch von einer anderen Gruppe Widerstand an: Reiter, die um ihre Galopp-Pisten entlang des Flussufers bangen, wollen die Pläne des Kantons ebenfalls nicht einfach hinnehmen. «Wir haben die Reitwege in den letzten 40 Jahren errichtet und seitdem über 2 Millionen in den Bau und Unterhalt investiert», sagt Jürg Schneider, Präsident des Vereins Regionale Reitwege. «Jetzt sind zwei unserer Galopp-Pisten bedroht – sie sind die Herzstücke des Wegnetzes.»

Insgesamt beträgt das Reitwegnetz des Vereins 12 Kilometer (siehe Grafik unten). Von der geplanten Flussverbreiterung ist die gesamte Galoppstrecke im Schiltwald sowie etwa die Hälfte der Strecke im Gebiet Perlen betroffen. Zusammen sind es rund 7 Kilometer. Mit dem Kanton ist der Reitverein deshalb seit Längerem in Kontakt. Laut Schneider war eine alternative Lösung bereits in Sicht: Statt entlang des heutigen Ufers sollte die Schiltwald-Strecke etwas versetzt davon verlaufen. Aus diversen Gründen wurde dies aber verworfen. Im Rennen ist nun noch eine zweite Lösung, die für den Reitverein jedoch nicht akzeptabel ist. «Bei dieser würde die Galoppstrecke teils auf Waldbewirtschaftungswege verlegt. So könnten wir gar nicht richtig galoppieren.»

«Wir wollen kein Hemmschuh sein»

Grundsätzlich sei der Kanton jedoch bemüht, eine Lösung zu finden, so Schneider weiter. Er betont zudem, dass der Verein, der etwa 270 Mitglieder zählt, nicht per se gegen das Reuss-Projekt sei. «Wir wollen kein Hemmschuh sein, sondern einfach in diesem Gebiet reiten können.» Sollte das Anliegen nicht berücksichtigt werden, behält sich der Verein allerdings vor, eine Einsprache einzureichen.

Auf Anfrage heisst es beim Kanton, dass man die Wege für die verschiedenen Benutzergruppen auf beiden Uferseiten erhalten und – soweit realisierbar – ausbauen will. «Wo möglich werden Fussgänger, Radfahrer und Reiter getrennt geführt», sagt Urs Zehnder, Leiter der Abteilung Naturgefahren. Konkrete Informationen würde man den Betroffenen im August kommunizieren.

«Heute haben die umliegenden Gemeinden keine Probleme mit den Reitern mehr.»

Bis das Projekt und die notwendigen Kredite bewilligt sind, dürfte es unter anderem angesichts der erwarteten Einsprachen dauern. Je nach Rechtsverfahren rechnet der Kanton mit einem Baustart im Jahr 2022. Sollten die Reitwege erhalten bleiben, dürften sich vermutlich auch die umliegenden Gemeinden freuen. Wie Jürg Schneider sagt, wurde dank diesen ein jahrelanger Konflikt beigelegt: Reiter galoppierten vorher nämlich häufig durch den Wald und über Landwirtschaftsland – zum Unmut der Bauern, Wanderer und Behörden, welche sich mit den Beschwerden befassen mussten. Schneider: «Heute haben die umliegenden Gemeinden keine Probleme mit den Reitern mehr.»

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