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Luzerner Roboter gibt im All den Ton an

Die Hochschule Luzern arbeitet mit Teams aus Deutschland an der Entwicklung des intelligenten Roboters «Cimon». Er soll den Astronauten Anweisungen geben – und sie unterhalten. Nun geht es darum, dass er eigenständig wird.
Chiara Zgraggen
Ist zufrieden mit den neusten Testergebnissen: Gwendolyn Pascua mit dem intelligenten Roboter Cimon in Hergiswil. Bild: PD

Ist zufrieden mit den neusten Testergebnissen: Gwendolyn Pascua mit dem intelligenten Roboter Cimon in Hergiswil. Bild: PD

Er kann einen Witz erzählen, durch Nicken kommunizieren und sogar Fragen beantworten. Dabei wiegt er lediglich fünf Kilogramm. Die Rede ist von Cimon, einem Roboter mit künstlicher Intelligenz. Cimon steht für «Crew Interactive Mobile Companion». Das Schweizerische Raumfahrt-Support-Zentrum Biotesc der Hochschule Luzern in Hergiswil wirkt massgeblich an dessen Entwicklungsprozess mit.

Die Forscher von Biotesc arbeiten bereits seit dem letzten Herbst daran, Cimon mit künstlicher Intelligenz lernfähig zu machen. Allen voran Gwendolyn Pascua, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Biotesc. «Es ist eine Ehre, an solch einem grossen Projekt teilzunehmen», sagt die Wissenschaftlerin. Der Roboter könne vielseitig eingesetzt werden. «Cimon soll in der Zukunft den Astronauten bei ihren täglichen Arbeiten helfen können», so Pascua.

Spielt Anleitungen ab und gibt psychologische Hilfe

Das Ziel sei, dass er durch künstliche Intelligenz Anweisungen geben kann. So soll er beispielsweise Arbeitsanleitungen für die Astronauten abspielen. Die technische Umsetzung sei derzeit noch in Arbeit und müsse in weiteren Tests überprüft werden. «Zusätzlich arbeiten wir daran, Cimon als psychologische Unterstützung für die Astronauten zu verwenden, was bei langen Flügen im Weltraum wichtig sein wird» erklärt Pascua. Die vorgenommenen Tests dieser Woche seien bisher alle zufriedenstellend verlaufen.

Bislang wurde die Verbindung zwischen dem Roboter und der künstlichen Intelligenz namens «IBM Watson» hergestellt. Die Wissenschaftler prüften, ob die Verbindung via Satellit funktioniert und ob er den gegebenen Anweisungen Folge leisten kann. Da die Untersuchungen in Hergiswil alle positiv ausfielen, reisen die Wissenschaftler in diesen Tagen nach Köln. Dort befindet sich das Europäische Astronauten-Zentrum der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Da, wo Astronauten ausgebildet werden, sollen nochmals die gleichen Überprüfungen durchgeführt werden. In dem Forschungslabor, in welchem ein Nachbau des Columbus Moduls der ISS steht.

Die Tests sollen die in Hergiswil erzielten Ergebnisse bestätigen. Cimon wurde im Rahmen der «Horizon Mission» des deutschen Astronauten Alexander Gerst im Auftrag des Raumfahrtmanagements des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt gebaut. Die Mittel dafür stammen aus Deutschland, genauer vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Das Projekt endet im kommenden Dezember.

Hinweis: Infos zu aktuellen Projekten der Hochschule unter www.hslu.ch

Astronaut ist Versuchskaninchen

Der Astronaut Alexander Gerst verbringt mit einem Team rund sechs Monate auf der internationalen Raumstation ISS. Verschiedene Forschungsfakultäten, viele davon aus Deutschland, steuern der «Horizion Mission» 35 Experimente bei. Diese reichen von Biologie und Medizin über (Astro-) Physik bis zu Materialwissenschaften. Gerst fungiert hierbei als Testperson. So beispielsweise bei der Forschung zur Veränderung der Muskulatur und Knochenstruktur in der Schwerelosigkeit.

Mit dem Experiment kann unter anderem der Erfolg der Trainingsprogramme auf der ISS gemessen und bewertet werden. Das Experiment wird von der renommierten Berliner Charité-Universitätsklinik angeleitet. Die «Horizon Mission» startete am 6. Juni diesen Jahres und endet mit der Landung der Astronauten in Kasachstan am 13. Dezember 2018. (zgc.)

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