Bild: Urs Flüeler/Keystone

Bild: Urs Flüeler/Keystone

Winkelriedstrasse in Luzern: Schaufenster einer wandelnden Zeit

An einer Ecke urban, an der nächsten klassisch und normal – aber immer mit Potenzial. Die Winkelriedstrasse im Luzerner Neustadtquartier hat viele Facetten. Ein genauerer Blick lohnt sich auf jeden Fall.

Edith Arnold
Drucken
Teilen

Städte sind im Wandel. Einerseits werden sie durch internationale Ladenketten immer ähnlicher. Andererseits bergen zugehende und geschlossene Geschäftslokale neue Möglichkeiten. Auch in Luzern. In der Altstadt scheint sich «Little Asia Town» weiter auszubreiten, Warenhäuser und globale Filialen nehmen Raum ein, gleichzeitig individualisieren sich die Ränder bei Löwengraben, Wey oder Pfistergasse. Die Tendenzen zeigen sich kompakt in den angrenzenden Quartieren. Dort wird gehandelt, hergestellt, experimentiert, flaniert, nebenher auch gewohnt.

Wir zoomen  ins Neustadt-Hirschmatt-Quartier, genauer in die Winkelriedstrasse zwischen Pilatus- und Bundesstrasse. Knapp 500 Meter entlang der Fahrradspur: mal sehr urban, dann wieder klassisch, immer mit Potenzial. Mindestens drei hier angesiedelte Geschäftslokale befinden sich derzeit in einer Übergangsphase.

Wie sieht die Zukunft des Geschäftslokals aus?

Offline, online: Was braucht die Zeitgenossin/der Zeitgenosse wirklich? Wofür will sie/er Geld ausgeben? Wie viel steht überhaupt zur Verfügung? Vielleicht braucht es neben Tante Emma 2.0, Showroom-Shops, Concept- oder Curated-Stores und allen bewährten Modellen vermehrt auch Non-Commercial-Stores. Eine Art Laden-Brachen oder undefinierte Flächen, in denen aktuelle Themen aufpoppen können. Konkret auch: Virtual Travel Centers, um vor Ort abzuheben. Wie immer die Lokale definiert sind, idealerweise bleibt man gerne darin hängen. Die Grenzen des Konsums mögen erreicht sein, jene der überraschenden Erlebnisse nicht. In der Folge zehn Unternehmen bei der Luzerner Winkelriedstrasse, die gerade durch individuelle Konzepte und Aufenthaltsqualitäten auffallen.

Gränicher P25

Ecke Pilatusstrasse/Winkelriedstrasse

Paris, Los Angeles, Sedel-Bauernhof? Bei der Kleiderboutique stoppen Leute nicht nur wegen der Rotlichter. Die Schaufenster wirken immer neu inszeniert. Einmal zügeln Vorhänge den Einblick. Dann steht «Heu zäme» auf der Fensterscheibe – zu Avantgarde auf Heuballen dahinter. Beim ersten «Allmend rockt!»-Festival fragt man «Rockt Luzern?». «Solche Aktionen lösen Reaktionen aus», sagen Irene Gloor und Uriel Koller. Sie sehen den Ort als Plattform, um sich über Mode, Labels und Vibes auszutauschen. Einige, auch aus der jungen Kunstszene, kommen zur Inspiration. Sie seien aber keine Galerie, am Abend müsse die Kasse stimmen. 2013 mit einer Agentur aus Zürich gegründet, gehört P25 seit 2018 zu Gränicher. Das Konzept bleibt gleich. Zwischen einem Wildschweinkopf und zwinkernden Augen auf Schuhen (Comme des Garçons) hängt Avantgarde von MM6, Marant, Zimmermann etc. Im Obergeschoss lädt eine Samt-Lounge zur Musse ein. Im Obergeschoss lädt eine Samt-Lounge zur Musse ein. Es sei, als ob sie ein bisschen hier wohnen würden, sagt Gloor in Schlangenboots, Baggy-Hosen und Blazer. Die derzeitigen Trends? Individualität sei angesagt. Und zu jedem Outfit gehöre ein kleiner Stilbruch. Es gebe nichts Schlimmeres, als wenn jemand verkleidet aussehe. Koller, mit Ami-Paris-Käppi, mag auch Gucci und Jacquemus oder wie die Morgensonne durch die Vorhänge scheint.

Astoria

Ecke Pilatusstrasse/Winkelriedstrasse

Mekong, Coffee Shop, Gletscherspalte, La Cucina, Thai Garden: der Astoria-Komplex scheint von aussen unverändert, die Bambus-Pflanzen gedeihen in perfektestem Grün. Morgens fahren vielleicht etwas mehr Cars beim Hoteleingang vor. Und an Wochenende-Abenden kommt lauterer Sound aus den Boxen neben dem roten Teppich, der zum Penthouse führt. Neue Konzepte? Urs Karli, für die ständige Weiterentwicklung seiner Bars und Restaurants bekannt, empfängt im Ursprungsbüro. Als er 1973 das Stadthotel übernahm, spielte sich das Leben vorwiegend in der Altstadt ab. Dann eröffnete er 1977 die «Green Life»-Dachgartenbar. 1990 machte er das Restaurant Winkelried zum «Verrückt». Mit dem «Pravda»-Club ging er 1997 an die Streetparade. In der Folge setzte er mit Jean Nouvel «The Hotel» und mit Herzog & de Meuron die Astoria-Erweiterung um. Und nun? «Über den Winter sind 120 Zimmer renoviert worden. Teppiche raus, Parkett rein. Ein Hotel muss immer aktualisiert werden», sagt der Innovator. Und die Gastronomie? Auch wenn mittags Take Aways den Takt vorgeben: Thai Garden, Mekong und La Cucina seien beliebte Kulinarik-Destinationen.

Karizma

Winkelriedstrasse 29

Mit den Bärten wachsen die Barbershops. Karizma hat an der Winkelriedstrasse eine Filiale eröffnet. Die Einrichtung ist schnell gemacht: Fotos von Männern wie Jimi Hendrix, Ahmet Kaya, Eminem an die Wand hängen. Ueli Maurer fehlt. Den Bundesrat hat Ladenbesitzer Adnan Mintas 2016 in Bern bedient. Aber bei Karizma wird sowieso nicht über Politik und Religion geredet. Die türkischen und syrischen Kurden, welche hier arbeiten, mögen alle Bartträger. Bis zu 20 Kunden warten am Wochenende auf Kunstledersofas. Dann geht’s direkt zur Sache. Kürzen, trimmen, strukturieren, blenden, sauber machen? Die Werkzeuge von Karizma: Messer, Schere, Faden. Faden? Dieser funktioniert wie eine Pinzette, nur viel effizienter, auf der ganzen Linie. Wann ist ein Kontur-, Backen-, Mehrtage-, Ziegen- oder Vollbart perfekt, Adnan Mintas? Wenn keine Häärchen das Bild stören. Und wie sind 15 bis 25 Franken für einen Service möglich? Durch blitzschnelle Hände! Ohne Bartspa mit Peeling, heissen und kalten Kompressen ist Mann nach 15 Minuten fertig. Und nächste Woche sieht man sich ja wieder. Strategie: Sich dem Budget der jungen Kunden anpassen.

Karel Korner

Winkelriedstrasse 30

Als Starter ein «AQ»-Ingwergebräu ohne Alkohol. Vielleicht lässt es sich dann besser vom «Dillfinger» über «Parmesan Anderson» zum «Geilen Gipfel» schaffen. Die Cocktail-Namen sind verführerisch. Und wie sich die Bartenderin hinter der Theke bewegt, merkt man sofort, hier gibt’s keine halben Sachen: 100% wache Augen, tätowierte Arme unter dem weissen T-Shirt, blitzschnelle Reaktion auf Wünsche. Ich ändere die Strategie und bestelle «Samt & Sonder». Bereits greift Judith Lauber nach Tequila, Montenegro, Chartreuse, Zitronensaft, Rosensirup, Ananassaft, Limettenblatt. Sie schüttelt die Ingredienzien zu Technorhythmen, füllt das Cocktailglas, legt eine Rosenknospe drauf: Voilà! Vor drei Jahren testete Lokalbesitzer Viktor Käser die Hemingway Bar in Freiburg i.B. Am Schluss schob er der Bartenderin einen Zettel rüber: «Willst du Chefin unserer Bar werden?» Lauber sagte zu. Inzwischen ist Karel Korner mit «Neueinsteiger des Jahres» (Falstaff) und «Hot Ten» (Gault & Millau) ausgezeichnet. Doch man ruht sich nicht auf Rezepturen aus. Laufend werden neue ertüftelt, zwischendurch an «Secret Locations» inzeniert. Die Winkelriedstrasse sei ein bewusster Entscheid, sagt Käser. Luzerner seien offen für Neues.

Wohn-/Geschäftshaus

Winkelriedstrasse 32

In der Bauhülle steckt derzeit das Wohn- und Geschäftshaus an der Winkelriedstrasse 32. Bis Ende Jahr soll die sanfte Renovation abgeschlossen sein. Die Gebäudekarriere lässt sich so zusammenfassen: 1895: Neubau, später Kauf durch Theo Frey, Elektrotechnische Werkstätte
1930-1954: Theo Frey, Autolicht, Elektroarbeiten
1955-1983: René Frey, Autoelektrik
1984-2017: Hifi Enz/Expert Enz
2018-2019: Zwischennutzung durch Studio Feixen
2019-? : Neuvermietung der Flächen

L’Arbre

Winkelriedstrasse 35

Zweieinhalb Jahre war die Ladenfläche leer. 120 Quadratmeter an Passantenlage. Seit Ende Mai laden weisse Sichtschutzfolien zum Spekulieren ein. «L’Arbre – Ort der Begegnungen» steht drauf. Ein zusätzlicher Arbre, französisch für Baum, ist beim Blick auf die dünnen Blumeneschen entlang der Winkelriedstrasse eine gute Idee. Der Eingang zur Liegenschaft scheint bereits Treffpunkt zu sein. Was in den Laden reinkommen könnte/sollte? «Keine Ahnung, geile Kleider, ein cooles Resti», antworten junge Frauen mit weissen Zähnen und echten Zigaretten. Soviel verrät die künftige Betreiberin am Telefon: Ihr Name, Arberije Kurath-Hasani, erkläre schon einiges. Sie möge viele Baumarten, am liebsten jene, an denen etwas hänge. Gut möglich, dass bei der Eröffnung Ende August eine Linde im 3,5 Meter hohen Raum steht. Jedenfalls ist ein Garten hinter Glas geplant, in dem Cocktails serviert werden. Man soll sich 100 % verwöhnt fühlen – um auf gute Gedanken zu kommen. Im Concept Store werden Mode-Objekte angeboten. Arberije arbeitete zuvor in der Kleiderboutique McStore und wuchs an der Winkelriedstrasse 53 auf. L’Arbre als Spielplatz für Erwachsene – mit Afterwork, Daydance, Samstagsbrunch.

Interview mit Markus Schulthess Co-Präsident Hirschmatt-Quartier

Wie viele Geschäftslokale gehen im Hirschmatt-Quartier gerade zu oder auf?
Keine Ahnung. Die Mitgliederzahlen sind ziemlich stabil.

An der Winkelriedstrasse sind mindestens vier in Übergangsphase.
Der Online-Handel fordert den Detailhandel. Da haben die eher kleinen Verkaufsgeschäfte in der Neustadt mit ihrem Charme und dem ausgewählten Angebot aber weniger Probleme als austauschbare Ladenketten.

Vorteil Hirschmattquartier?!
Hier gibt es Mietpreise, die motivieren: Ich habe einen Traum und starte mal ein Business. «Hinicht», «Karel Korner», «Chäschäller» zeigen solche Energie. Der Mikroladen an der Ecke Bundesstrasse/ Winkelriedstasse ging leider schon zu, bevor mögliche Kunden etwas davon mitbekommen haben. Es gab fein eingelegte Zitronen und andere nordafrikanische Spezialitäten. Beim Verwirklichen seines Traums braucht es wie überall auch Durchhaltewillen.

Welche Konzepte finden Sie zudem interessant?
«Kaspar» mit Café, Spielplatz, Bar: tagsüber sind Eltern mit Kindern dort, abends Erwachsene. Die «Gelateria dell’Alpi», die ihren Kiosk im Winter an «SuppenKasper» vermieteten. Mir gefallen Mehrfach-, Pop-up- und Zwischennutzungen. Manchmal sind Hauseigentümer aber noch nicht so bereit für Experimente. Lieber lässt man ein Lokal leer, bis ein langfristiger Vertrag in Aussicht steht. Doch nichts ist für die Ewigkeit gemacht...

...und das Betreibungsamt liegt ja gleich an der Winkelriedstrasse 14. Scheitern gehört dazu.
Scheitern gehört dazu. Damit Mieten im Quartier niedrig bleiben, muss man die richtige Balance finden beim Marketing.

Leuchter IT Solutions

Winkelriedstrasse 45

Eine Glasfront gibt den Blick auf ein Sitzungszimmer mit Monitorwand frei. Vom Trottoir aus können Videokonferenzen mit Software-Entwicklern in Lima und Lemburg verfolgt werden. Doch jetzt, niemand da? Der Chef, Daniel Jäggli, erscheint, zuerst digital, dann real. Sie seien ein Unternehmen, das in der Moderne angekommen sei, sagt er im Lift. Im Dachgeschoss ist seine Bürozone, daneben feiern Angestellte auch mal Partys. 80 IT-Fachleute arbeiten hier, Durchschnittsalter 27 Jahre. Man entwickelt Software und Infrastrukturen, lebt Mobile Workspace und Homeoffice vor. Als man expandieren musste, fragte Jäggli «seine» Nerds, wohin sie mitkommen würden? Nirgendswohin! Zum Glück konnte er im Nachbarshaus zusätzliche Flächen mieten. Seit 1976, als Computer schwere Telefonsysteme oder Rechenund Schreibmaschinen bedeuteten, arbeite er in diesem Haus im Corbusier-Stil. Jedes Detail sei im Goldenen Schnitt. Sogar der Güggel an der Fassade. Wie beschnitten kommen ihm aber die Bäume auf der Strasse vor: «Lollypops – eine Tragödie!» Zum 60-Jahr-Jubiläum am 28. Juni geht Leuchter auf die Winkelriedstrasse hinaus. Dort stehen Food-Trucks bereit.

Neustahl

Winkelriedstrasse 45

Visibilität erreicht Neustahl durch einen Schaukasten zwischen Coop und Migros. An der Habsburgerstrasse befindet sich zudem ein winziger Laden. Dabei würden viele Design- und Kulturinteressierte den Weg zu Schauraum und Werkstatt im Innenhof sogar bei Dunkelheit finden. Das hundertjährige Gebäude hat schon vieles erlebt. Besonders seit Hanspeter Meyer, Gründer von Neustahl, am Werk ist. 1998 beginnt er, Möbel mit Stahlelementen herzustellen. Seit 2011 verkauft er diese selber, wie auch Objekte von weiteren Produzenten (Hay, Embru, Eternit, Qlocktwo, Horgenglarus, Baltensweiler etc.). Die Qualität der Exponate wird laufend geprüft. Denn das Industrie-Design ist eine perfekte Atmosphäre für Events: neben Ausstellungen (Fumetto, Obacht) und Lesungen (Hochschulbibliothek) finden im Souterrain auch Konzerte (Pink Spider, MoonMot, Belle Affaire) statt. Dort hat sich inzwischen Cornelius Heggli mit einem Kaffeelaboratorium sogar fix installiert. Seine «Coffee Cuppings» führen zusätzliche Leute an den Ort. Ein schöner Schmelztiegel. Mit immer neuen Möglichkeiten.

Koffeinshop

Winkelriedstrasse 51

Zwei Kreise schauen einen an. Auch das Wort «Koffeinshop» hat Sofortwirkung. Nebst dem Firmenschild lockt der Duft frisch gemahlenen Kaffees in den Laden. Willkommen in der glokalen Kaffeewelt! Jutensäcke mit Aufschrift «El Salvador» und «Bremerhafen» oder «Geisha» wecken die Fantasie. Daneben parkieren hochpolierte Kaffeemaschinen von ECM, Rocket, Bezzera. Hier lässt sich der Weg von der Kaffeebohne bis zum Espresso erfahren. Mario Bergen, der mit Bruder Claudio den Shop führt, bereitet einen «Cuscachapa» aus El Salvador zu. Fruchtig auf der Zungenspitze?, regt er an. Man müsse etwas in die Geschmacksvielfalt hineinkommen. Er startet die Rösterei mit Display. Bei 222 Grad füllt er Bohnen ein, vier Minuten später wird ein Farbwechsel sichtbar, dann vergrössert sich das Volumen – bis es zum First Crack kommt. 2018 haben die Bergen’s elf Tonnen Bohnenkaffee und eine Million ökologische Kaffee-Pads umgesetzt. Gerade steuert ein Mitarbeiter des nahen Lichtdesignshops Sphinx seine Kaffeesorte an. Der Ort zwischen Coop und Migros sei perfekt, findet Bergen. Preislich liegen «Eins» (Äthiopien), «Zwei» (Brasilien), «Drei» (Mittelamerika, Ostafrika) ebenfalls mittendrin.

Die Handlung

Winkelriedstrasse/Bundesplatz 10

In der Verlängerung der Winkelriedstrasse liegt ein Concept Store der ersten Stunde. Die Handlung, mit einer immer aktualisierten Selektion von Eva Herren aus der unendlichen Welt der schönen Dinge. Mindestens die Hälfte der Labels stammt aus der Schweiz. Ein ökologisches Statement, gleichzeitig eine Förderung unmittelbarer Talente. Foulalà aus Luzern etwa, die mit Foulards in phantastischen Designs abheben. Claudia Nabholz mit plissierten, Kimono-artigen Superteilen. Zur Badesaison holen sich Kundinnen zuverlässig ein Badekostüm von Nathalie Schweizer aus Zürich. Vieles bleibt Überraschung: An einem Tag kommen alle wegen des Haarschmucks von Clinq aus Berlin, am nächsten Tag sind die Taschen von Bag’n’noun aus Japan der Renner. Als würde es sich herumsprechen respektive herumfahren. Die Handlung liegt auf dem Weg von Velo- und Autofahrern. Was kein Garant für klingelnde Kassen ist. Im Internet lassen sich immer tiefere Preise finden. «Wir alle können Einfluss auf eine lebendige Ladenkultur in der Stadt nehmen», sagt Eva Herren. Diese Bestseller stimmen hoffnungsvoll: Verlobungsringe in Gold.

Ehrenzeller

Bundesstrasse 34

Schwarz gerahmte Schaufenster, darüber Ehrenzeller in goldenen Lettern: Hier betritt man ein Kabinett mit Wohnaccessoires. In der Luft ist ein Gemisch aus Parfums, Seifen, Potpurris von Astier de Villatte oder Santa Maria Novella. «Einige Leute erkennen den Laden wegen des Dufts», sagt Silvia Ehrenzeller. Vor vier Jahren ist sie von einer grossen Fläche an der Hirschmattstrasse 2 (heute Otto’s Beauty Shop) quer über die Winkelriedstrasse an die Bundesstrasse 34 (vorher Papeterie Donnini) gezogen. Die kleinere Grösse sei zeitgemäss, eine Entmaterialisierung in Gang. Ehrenzeller zeigt eine Essenz aus schönen, funktionalen Dingen. Einige Objekte von Tom von Kaenel aus Marmor und Schwemmholz dürften nur schön sein. Die kunstvollen 3D-Kissen von Aline Brun lassen sich auch nutzen. Und die gewobenen Spa-Tücher mit Waffelmuster von Kenkawai sind definitiv zum Anfassen. Vom japanischen Label gibt’s zudem Schwämme aus Konjac-Wurzeln, angereichert mit Kohlenstoff für die Gesichtspflege. Nachbar Cascade bietet Edel-Hausrat und Aesop-Pflegeprodukte an. So haben Kunden eine interessante Auswahl, findet Ehrenzeller.